Rhein-Pfalz Kreis Dämme bauen

Biber sind mit die größten Nagetiere Europas, und sie gehören zu den größten Baumeistern im Tierreich. Unser Kerngeschäft: Dämme bauen. Und deshalb kann ich euch ganz locker aus der Hüfte heraus erklären, was eigentlich ein Damm ist. Wir Biber bauen Dämme, um Wasser zu stauen. Die Eingänge unserer Wohnungen liegen unter Wasser. Und wenn das sinkt, können Feinde bei uns eindringen. Das wollen wir natürlich nicht. Bei euch Menschen verhält es sich ganz anders. Ihr wollt eben kein Wasser direkt vor eurer Haustür haben. Und deshalb baut ihr Dämme, um euch vor Hochwasser zu schützen. Das machen Menschen, die am Meer wohnen und Anwohner von Flüssen. In unserer Region ist es der Rhein, der Ärger machen kann. Auch in der Bauweise unterscheiden sich Biber- und Menschendämme. Um Wasser zu stauen, stecken wir Stämme, Äste und Zweige in den Grund eines Bachlaufs und befestigen dieses Gerüst mit Steinen, Schlamm, Schilf und ähnlichem Material. Menschen schütten Erde, Sand und Steine auf. Oftmals bepflanzt ihr eure Dämme auch, damit sie grün werden und schöner ausschauen. Ihr Menschen baut allerdings nicht nur Hochwasserschutzdämme. Ihr baut Dämme, auf die Schienen für die Eisenbahn gelegt werden. Ihr staut damit Wasser wie wir Biber – wenn auch aus anderen Gründen: zum Beispiel um Trinkwasservorräte anzulegen oder Strom zu erzeugen. Und auf den Äckern wächst eines eurer Lieblingsessen in einem Damm: die Kartoffel. Über Biberdämme wart ihr Menschen nicht immer glücklich. Wir haben sie dorthin gebaut, wo wir sie gebrauchen konnten, ihr aber nicht. Heute allerdings wird unser Wirken geschätzt. Durch unsere Bauten entstehen Feuchtbiotope, die von vielen Tieren und Pflanzen genutzt werden. Zwischen den abgenagten Zweigen im Wasser können Fische ihre Brut verstecken, Frösche und Kröten Schutz finden. Durch Biberdämme wird das Wasser gefiltert und die Baumstämme werden so umsprudelt, dass sich im Wasser Sauerstoff ansammeln kann. So bleibt es schön frisch. (btw)