Rhein-Pfalz-Kreis Corona an Schulen: Kein Mitschüler hat sich angesteckt
„Mit Stand jetzt gibt es keine weiteren bestätigten Infektionen an den betroffenen Schulen“, lautet die gute Nachricht am Freitagmittag, die der persönliche Referent des Landrats, Tilo Meinke, sicher gerne für das Kreisgesundheitsamt weitergegeben hat. Das ist nicht nur für den Landkreis, sondern auch für die Städte Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer zuständig. Der normale eingeschränkte Regelbetrieb an den betroffenen Schulen kann also weitergehen. „Sollten weitere positive Fälle auftreten, wird über die weitere Vorgehensweise entschieden“, antwortet Meinke auf Nachfrage.
Corona jetzt also an den Schulen, gleich an fünf allein in der Vorderpfalz – und das in der Woche, in der die rheinland-pfälzische Bildungsministerin erklärt, den Schulbetrieb nach den Sommerferien unter Normalbedingungen laufen zu lassen. Ohne Abstand und ohne Maske. Die Meldungen zu den bestätigten Corona-Fällen kamen am Montag zunächst in Ludwigshafen von der Karolina-Burger-Realschule plus und der IGS Ernst Bloch. Im Rhein-Pfalz-Kreis meldeten die Grundschule Fußgönheim und die Realschule plus in Dudenhofen erkrankte Schüler. Am Mittwoch wurde auf Nachfrage der RHEINPFALZ bekannt, dass es auch an der IGS Gartenstadt in Ludwigshafen einen mit dem Coronavirus infizierten Schüler gibt.
Eine weitere Testreihe ist nicht geplant
In Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt sind mit dem jeweils infizierten Schüler zunächst alle Klassenkameraden in Quarantäne gegangen. Alle Kontaktpersonen, dazu gehören Klassenkameraden und Lehrer, sollten auf das Virus getestet werden. Eine Ausnahmeregelung galt für die Realschule Dudenhofen. Dort war erst nach neun Tagen bekannt geworden, dass es einen Corona-Fall gibt. „Zählen wir das Wochenende dazu, ist heute schon der zwölfte Tag. Bislang zeigt keiner seiner Mitschüler Symptome. Dort wird es nicht mehr nötig sein, alle Klassenkameraden zu testen“, erklärte Landrat Clemens Körner (CDU) am Montag.
An den anderen Schulen mit Corona-Fall ist die Testreihe angelaufen. Lauter negative Ergebnisse, zumindest bislang. Noch einmal getestet werden Mitschüler und Lehrer nicht. Eine Wiederholung gebe es nur bei Kontaktpersonen der Kategorie eins zwischen dem fünften und siebten Tag, heißt es seitens des Gesundheitsamts. Kontaktpersonen der Kategorie eins seien solche, die engen Kontakt zu der infizierten Person hatten, etwa 15 Minuten direkten Gesichtskontakt. Personen der Kategorie zwei hielten sich in der Regel im selben Raum wie die infizierte Person auf, jedoch ohne den maßgeblichen Gesichtskontakt. „Das Robert-Koch-Institut nennt für diese Konstellation beispielhaft das Klassenzimmer“, erklärt Meinke.
„Das Gesundheitsamt beurteilt jeden Fall individuell“
In der Regel sind schulische Kontakte demnach also der Kategorie zwei zuzuordnen. sprich: Mitschüler und Lehrer gehören einer Kontaktgruppe an, die den Experten zufolge nicht unbedingt getestet werden muss. „Doch selbstverständlich beurteilt auch hier das Gesundheitsamt jeden Fall individuell“, sagt Meinke. Und deshalb seien die gesamten Klassenverbände an den betroffenen Schulen getestet worden. „Da der Schulbetrieb ein sensibles Thema ist, sollten die Tests insbesondere Vertrauen schaffen, da die nüchterne Einteilung der Kategorien manchmal schwer zu vermitteln ist.“