Rhein-Pfalz Kreis Buddeln für schnelles Internet

Glasfaserkabel müssen in Dannstadt-Schauernheim für ein schnelleres Internet in die Erde.
Glasfaserkabel müssen in Dannstadt-Schauernheim für ein schnelleres Internet in die Erde.

«Dannstadt-Schauernheim.» Die Telekom möchte dieses Jahr das Breitbandnetz für schnelle Internetanschlüsse in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim ausbauen. Für das Verlegen der Leitungen müssen mancherorts die Gehwege aufgerissen werden. Dabei sollen erneuerungsbedürftige Bürgersteige gleich saniert werden, hat der Dannstadt-Schauernheimer Ortsgemeinderat am Dienstagabend beschlossen.

„Wir hatten vor einigen Jahren bereits versucht, beim Ausbau unserer Straßen geeignete Leerrohre zu verlegen. Das hat damals leider aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert“, erinnerte Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU). „Trotzdem haben einige Versorger in manchen Straßen Leerrohre verlegt“, ergänzte Bernd Ziegler, Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung. Ob diese Rohre noch in Ordnung und für den geplanten Breitbandausbau geeignet sind, werde in den nächsten Tagen überprüft. Das hätte zum Beispiel in der Hauptstraße im Ortsteil Dannstadt den Vorteil, dass keine Erdarbeiten nötig wären. An anderen Stellen wie der Lorscher Straße im Ortsteil Schauernheim und der Industriestraße in Dannstadt sei es unumgänglich, die Wege aufzureißen. Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, hob hervor, dass die Erdarbeiten durch die Telekom kostenneutral erfolgen werden. Und: „Bricht sie irgendwo den Gehweg auf, muss sie ihn hinterher wieder im Originalzustand herstellen.“ Es sei denn, der Gehweg hätte ohnehin bald saniert werden müssen. Oder die Telekom-Arbeiten würden nur einen Teil eines Gehwegs betreffen. „Dann wäre es sinnvoll, wenn wir den restlichen Teil gleich mitausbauen“, merkte Ziegler an. Dafür müsse selbstredend die Ortsgemeinde bezahlen, allerdings seien diese Kosten beitragsfähig. Schnellere Internetanschlüsse für die Bürger seien im Interesse der Kommune, fand Ortsbürgermeister Fey. Es sei nur schade, dass auch in gerade erst ausgebauten Straßen Teile wieder aufgerissen werden müssten. Marc Hauck (FDP) hielt den geplanten Breitbandausbau prinzipiell für gut. Ihn beschäftigte jedoch die Kostenfrage. „Wir haben ja ein Fünf-Jahres-Programm für den Straßenausbau beschlossen. Wenn wir jetzt diese zusätzlichen Arbeiten aufnehmen, werden dann andere Projekte verschoben oder steigen die wiederkehrenden Beiträge?“, wollte er wissen. „Nein, es kommen auf die Bürger keine Mehrkosten zu. Überschreiten wir das Budget, muss dieser Überhang im nächsten Ausbauprogramm berücksichtigt werden“, erklärte Fey. Frank Börner (CDU) interessierte, ob nur die direkten Anlieger an den Straßenabschnitten, wo die Leitungen verlegt werden, in den Genuss schneller Internetanschlüsse kommen. Das verneinte Bürgermeister Veth. „Wir kannten die Knackpunkte und haben darauf geachtet, dass vor allem die unterversorgten Gebiete wie In den Pfützen ebenfalls versorgt werden.“ Bis Ende 2017 wolle die Telekom an allen Anschlüssen in ihrem Netz Download-Raten von 50 Megabit pro Sekunde anbieten. Die hierfür erforderlichen Glasfaserkabel würden bis zum Hauptverteiler und von dort zu den Kabelverteilern verlegt, nicht aber bis zu den Hausanschlüssen. Die blieben weiter mit Kupferkabeln angeschlossen. Um dennoch die gewünschten schnellen Datenübertragungsraten zu erreichen, würden die alten Kabelverteiler in Multifunktionsgehäusen umgebaut und mehr Energie ins Kabelnetz geschickt. Uwe Schölles (SPD) riet dazu, die jeweils betroffenen Anlieger zu informieren. Versorger machten auf solche Arbeiten heute standardmäßig per Briefkasteneinwurf aufmerksam, sagte Ziegler. Der Ersten Ortsbeigeordneten Manuela Winkelmann (CDU) war wichtig, dass auf der Festmeile während der 1250-Jahr-Feierlichkeiten keine Gehwege aufgerissen werden. Das unterstützten die Gemeinderatsmitglieder fraktionsübergreifend. Nach den Dannstadt-Schauernheimern müssen auch noch die Räte der beiden anderen Ortsgemeinden Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau über das Thema beraten. Das Rödersheim-Gronauer Gremium tat dies bereits gestern Abend (Bericht folgt), das Hochdorf-Assenheimer Parlament tagt am Dienstag, 23. Mai, um 20 Uhr.

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