Rhein-Pfalz Kreis Brummen wie ein Hornissenschwarm

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Dannstadt-Schauernheim. Und alle, die aus dem leichten Zweisitzer von Jürgen Schall geklettert sind, haben den grauen Himmel mit einem breiten Lächeln und glänzenden Augen erhellt. Ein Summen wie ein wütender Hornissenschwarm liegt über dem Platz in der Luft. Doch es ist kein Rasenmäher, der die sonntägliche Stille unterbricht. Das wird deutlich, wenn aus dem kleinen, weißen Punkt am Horizont nach und nach immer deutlicher ein Fluggerät wird, das sich der Start- und Landebahn am Dannstadter Ortsausgang nähert. „Mit den Ultraleichtflugzeugen von vor 20 Jahren hat die heutige Generation nichts mehr zu tun. Früher waren das im Prinzip Drachenflieger mit einem Motor. Heute sind das ausgewachsene Flugzeuge“, erklärt SSV-Vorstand Reinhardt Hähndel. Er strahlt ebenso wie die Besucher: „Das Wochenende ist wirklich super angenommen worden. Wir sind mit 25 Teilnehmern sogar überbucht und müssen nun Ausweichtermine finden, damit jeder auf seine beiden zugesagten Flüge kommt.“ Auch das Wetter spielt mit. Zwar kann der Ultraleichte der Segler bei jedem Wetter starten, aber bei trockener Witterung macht es einfach mehr Spaß. „Rundherum ist Regen gemeldet, aber wir haben es trocken“, freut sich der Segler-Chef. Kein Segelflugwetter also, und damit wenig Betrieb auf der Start und Landebahn in Dannstadt. So kann Fluglehrer Jürgen Schall die Maschine des Vereins nicht nur am Boden, sondern eben auch in der Luft vorführen. „Das schwerste war der Weg auf den Flugplatz“, sagt Holger Berges aus Maudach und lacht. Er hatte vom Schnupperangebot in der RHEINPFALZ gelesen. „Und weil ich selbst in den USA schon einmal in einer Cessna geflogen bin und das Mindestalter für das Ultraleichtflugzeug bei 16 Jahren liegt, dachte ich, dass es vielleicht meinem Sohn Spaß machen könnte.“ Der gerade 16 Jahre alt gewordene Benedikt bestätigt die Vermutung des Vaters nach der ersten Platzrunde: „War cool.“ Menschen wie die Familie aus Maudach hatten die Segelflieger im Auge. „Die Leute sollen realisieren, dass wir in Dannstadt einen Flugplatz haben, und sie sollen unseren Verein kennenlernen“, beschreibt Hähndel die erwünschten Nebeneffekte des Angebots. Insgesamt zehn Vereinsmitglieder haben sich am Sonntag darum gekümmert, dass sich die Neulinge wohlfühlen. „Der Aufwand dafür ist wesentlich geringer, als etwa beim Segelfliegen“, verrät Hähndel. Sechs Mann sind nötig, um einen Gast mit dem Segelflieger in die Luft zu heben. „Heute brauchen wir nur einen Fluglehrer und einen Flugleiter.“ Trotzdem denke der SSV nun nicht an eine Namensänderung: „Wir sind seit 1951 ein Segelflugverein, und wir werden das auch weiter bleiben, aber wir wollen unseren Gästen und den Mitgliedern Abwechslung bieten“, sagt der Vorsitzende. Dafür hat der Verein im vergangenen Sommer das kleine Flugzeug (rein rechtlich kein „Flugzeug“, sondern ein „Luftsportgerät“), mit seinem geringen Gewicht und der kurzen Spannweite angeschafft. „Als günstigen Einstieg in die Motorfliegerei“, sagt Hähndel. Und als Ergänzung zu Segelflug und Motorsegler, die ebenfalls auf dem Vereinsgelände in Dannstadt zu Hause sind. „Natürlich ist ein Ultraleichtflugzeug nicht von der Thermik abhängig. Wir können deshalb bei mehr Wetterlagen fliegen und nutzen dadurch die Kapazität unseres Geländes besser aus“, zählt er einen weiteren Vorzug des ultraleichten Modells „D-Mzia“ auf. Hähndel selbst denkt jedoch nicht an einen Umstieg: „Das ist auch eine Zeitfrage.“ Er hofft aber, dass sich möglichst viele der 25 Gäste vom Virus der Fliegerei anstecken lassen. „Und vielleicht sehen wir uns ja im August wieder. Da ist unser Segelflug-Schnupperwochenende.“

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