Rhein-Pfalz Kreis
Bobenheim-Roxheim: Seniorenschachtreff nicht nur bei älteren Herren beliebt
Der Frankenthaler Karl-Otto Triebler ist fasziniert von dem Königsspiel am Brett. Seit mehr als 40 Jahren übt er dieses Hobby aus. Er ist im Verein aktiv, gibt seine Begeisterung für das Spiel beim Seniorenschach im Kurpfalztreff, in einer Arbeitsgemeinschaft an der Realschule plus in Bobenheim Roxheim und im Mehrgenerationenhaus in Frankenthal weiter.
Es geht nicht immer leise zu beim Seniorenschach im Kurpfalztreff in Bobenheim-Roxheim. Während an einem Brett konzentriert die nächsten Züge geplant werden, wird am Brett daneben der letzte Zug diskutiert und es werden Alternativen besprochen. Beim Seniorenschach begegnen sich donnerstags erfahrene Schachspieler und Anfänger, Spieler die ehrgeizig das Spiel gewinnen wollen und Neulinge, die froh sind, dass man ihnen einzelne Züge erklärt und alternative Möglichkeiten aufzeigt. Dazu kommen einige Kinder und Jugendliche.
Der 56-jährige Karl-Otto Triebler leitet seit 2014 den Schachtreff, ihm spürt man die Freude an seinem Hobby an, ebenso die Motivation. Er hat Erfahrung und großes Wissen rund um das Königsspiel. Seit mehr als 40 Jahren übt er aktiv Schach aus. Er freut sich darüber, sein Können an andere Schachspieler weitergeben zu dürfen.
„Das Schachspiel ist etwa 1500 Jahre alt und damit eines der ältesten Spiele. Bis heute fasziniert es die Menschen“, erklärt er. Er ist stellvertretender Vorsitzender im Schachclub Bobenheim-Roxheim und nimmt dort an Spielen der Mannschaft teil. Geich nach seiner Pensionierung hat er außerdem den Weg zum Seniorenschach gefunden. Mit großem Erfolg organisiert er Schachnachmittage im Mehrgenerationenhaus in Frankenthal und leitet die Arbeitsgemeinschaft Schach an der Realschule plus in Bobenheim.
Auch wenn das Treffen im Kurpfalztreff unter dem Begriff „Seniorenschach“ läuft, ist der Spielenachmittag prinzipiell für alle Altersgruppen offen. Es ist gleichgültig, woher die Teilnehmer kommen. Zwar besteht eine enge Verbindung zum Schachclub Bobenheim-Roxheim, da dieser beispielsweise die Bretter und Figuren zur Verfügung stellt. Einige der Teilnehmer des Seniorenschachs sind zudem Mitglied im Verein. Aber jeder, der Schach spielen oder erlernen will, sei willkommen, sagt Triebler. Die erfahrenen Spieler würden sich gerne Zeit nehmen, um Anfänger in die Geheimnisse des Schachspiels einzuführen. Mit Elke Sloboda ist ganz neu eine Frau aktiv. Sie hat schon früh das Schachspielen erlernt, „aber mein Mann und mein Freundeskreis spielen lieber Karten und haben an Schach kein Interesse“. So fand sie über die Informationen im Amtsblatt den Weg zum Kurpfalztreff und hat vor, länger dabei zu bleiben. „Schach ist gut für das Alter, es fördert stärker als jedes Kartenspiel die Konzentration und das Gedächtnis“, nennt sie ihre Gründe, wieder mit dem Schachspiel anzufangen.
Roland Bodes ist seit zwei Jahren regelmäßiger Gast beim Schachnachmittag im Mehrgenerationenhaus in Frankenthal und kommt auch öfter zum Spielen nach Bobenheim-Roxheim. „Hier kann ich dazulernen. An einem Demonstrationsbrett mit Magnetfiguren werden immer mal Problemstellungen besprochen und Hilfestellungen aufgezeigt“, erläutert er seine Gründe für die Fahrt nach Bobenheim-Roxheim. Mit sieben Jahren erlernte Marco Löscher das Spiel. Heute ist er zwölf Jahre alt, fühlt sich wohl unter den Senioren und ist für viele ein gleichwertiger Gegner.
Im Schnitt kommen mit den Kindern ein halbes Dutzend Spieler zum Treff, einige sind Stammgäste, andere nur sporadisch dabei. Vladimir Vulf kommt aus Russland, lebt seit 2002 in Deutschland und ist seit zehn Jahren Mitglied im Schachclub Bobenheim-Roxheim. Er ist nicht nur ein regelmäßiger Besucher des Schachtreffs, sondern nach 50 Jahren Schach immer noch voller Ehrgeiz. In Russland gehörte er nach eigener Aussage der ersten Kategorie der Schachspieler an, was nach Großmeister, Meister und Kandidatmeister in Russland zu seiner Zeit die vierte Klasse darstellte. „Mit Hilfe des Schachspiels konnte ich persönliche Kontakte schließen, was für meinen Aufenthalt in Deutschland genauso wichtig war wie das Schachspielen selbst“, sagt Vulf.
„Es ist nie zu spät, mit Schachspielen anzufangen und damit die Konzentration und den Geist zu trainieren“, wirbt Karl-Otto Triebler für das Seniorenschach im Kurpfalztreff. „Man sollte auch keine Hemmungen haben. Schach ist nicht nur etwas für Abgehobene.“