Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Jugendbeauftragte erläutert ihre Aufgabe

Pia Maffenbeier ist Jugendbeauftragte in Bobenheim-Roxheim.
Pia Maffenbeier ist Jugendbeauftragte in Bobenheim-Roxheim. Foto: Martin Eberle/Frei

Für Senioren, Gleichstellung und Behinderte gab es das schon, jetzt hat auch die Jugend ein Sprachrohr in der Gemeindepolitik von Bobenheim-Roxheim. Pia Maffenbeier von den Grünen ist nach der Kommunalwahl zur Jugendbeauftragten ernannt worden. Im Gespräch mit Waltraud Werdelis erläutert die 31-Jährige, die Soziale Arbeit studiert und zwei Kinder hat, was sie in dem Amt vorhat.

Frau Maffenbeier, wer kam darauf, dass Bobenheim-Roxheim eine Jugendbeauftragte braucht?
Das war eine Idee, die die Grünen in die Koalitionsverhandlungen eingebracht haben. CDU und FWG haben das dankend angenommen. Ich will aber gleich sagen, dass es uns nicht nur um Jugendliche im engeren Sinn geht, sondern um Menschen in der Lebensphase zwischen Geburt und Familiengründung. Das heißt vom Säugling bis zu jungen Erwachsenen, die bald ein Kind bekommen.

Und was brauchen diese Altersgruppen Ihrer Ansicht nach?
Sie brauchen eine Lobby, einen Ansprechpartner und ein Bindeglied zur Gemeindeverwaltung. Ich gebe Ihnen mal ein typisches Beispiel. Auf dem Spielplatz ist ein Gerät gesperrt. Die Eltern wissen nicht warum oder ärgern sich womöglich. Sie schicken eine E-Mail an info@bobenheim-roxheim.de, weil sie nicht wissen, wer im Rathaus für ihre Frage zuständig ist. Wenn die Anfrage dann dort untergeht oder man auch mit einem Anruf nicht weiterkommt, weil man die Zuständigkeiten nicht kennt, ist das ziemlich frustrierend. Das habe ich selbst erlebt. Als Gemeinderatsmitglied habe ich jetzt mehr Einblick und kann erklären, dass das Gerät bald durch ein neues ersetzt wird. Das gilt für alle Anliegen der genannten Personengruppe. Das könnte zum Beispiel die Gestaltung der Dorffeste oder die Betreuungszeiten in Schulen betreffen.

Ich verstehe. Künftig können sich junge Eltern und Jugendliche mit Fragen, Wünschen und Beschwerden an Sie wenden, wenn die Hemmschwelle zu hoch ist, sich direkt an die Gemeindeverwaltung zu wenden. Aber wozu ist dann die Beigeordnete Simone Lobocki von der FWG da? Sie hat die Jugend als Aufgabengebiet bekommen.
Simone Lobocki ist Teil der Verwaltung, das heißt, ich wende mich bei Themen, die die Jugendpflege betreffen, als eine Art Vermittlerin an sie, und sie klärt intern, was getan werden muss und wer es bis wann macht.

Ein Kompetenzgerangel ist also ausgeschlossen?
Ich hoffe, dass es dazu nicht kommt. Wir beide brauchen einander. Mir wäre es zum Beispiel wichtig, dass wieder eine Jugendgemeinderatswahl stattfindet und sich dafür endlich wieder genügend Kandidaten finden. Da würde ich die Verwaltung als Jugendbeauftragte gern unterstützen.

Und wie könnte das gehen?
Man sollte beim Thema Jugendgemeinderat nicht nur das Jugendzentrum im Auge haben. Denn die meisten Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit nicht dort, sondern in Vereinen. Ich selbst war zum Beispiel kirchlich aktiv und wäre nie auf den Gedanken gekommen, das Jugendzentrum zu besuchen und folglich beim Jugendgemeinderat mitzumachen. Wenn die Jugend kommunalpolitisch mitwirken soll, dann muss man die Zielgruppen vor allem in den Sportvereinen, bei den Pfadfindern, Ministranten und so weiter suchen.

Was liegt Ihnen in dem Ehrenamt sonst noch am Herzen?
Die Vernetzung von Vereinen und Verbänden, Kitas, Schulen und kirchlichen Gruppen. Alle machen ja was für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, da wären Synergieeffekte möglich. Am Herzen liegt mir auch, dass mehr Kindergartenplätze für unter Dreijährige geschaffen werden. Denn das entspricht eher der aktuellen Lebenswelt. Und vielleicht klappt es ja doch noch mit einem Wald- beziehungsweise Naturkindergarten. Da gab es schon einmal eine Initiative in Bobenheim-Roxheim, aber sie scheiterte, weil kein Träger gefunden wurde. Auf jeden Fall sind Waldkindergärten wieder stark in Mode. Und seit den RHEINPFALZ-Artikeln über dieses Gemeinderatsthema vergeht keine Woche, in der ich von Eltern hier nicht darauf angesprochen werde. Das Interesse dringt vielleicht nicht immer bis ins Rathaus vor. Was wohl bedeutet, dass für die Eltern der Weg zur Beauftragten kürzer und leichter ist.

Kontakt

Pia Maffenbeier ist am besten per E-Mail an die Adresse Jugendbeauftragte@bobenheim-roxheim.de zu erreichen.

Unter den Begriff „Jugend“ fallen für Pia Maffenbeier auch junge Familien.
Unter den Begriff »Jugend« fallen für Pia Maffenbeier auch junge Familien. ArchivFoto: Imago
x