Drei Fragen
Bobenheim-Roxheim: Experte Mathias Münzenberger hält Vortrag über Tees aus aller Welt
Wissen Sie eigentlich, woher Ihr Lieblingstee kommt? Nein? Mathias Münzenberger, Gründer des Speyerer Fachgeschäfts Tee Kontor, kann es Ihnen vermutlich sagen. Bei der Volkshochschule Bobenheim-Roxheim hält er am 27. Januar den Vortrag „Tee aus aller Welt“ – und lässt Sie natürlich auch mal verkosten.
Herr Münzenberger, welchen Tee trinken Sie denn am liebsten und warum?
Ich liebe einen guten Oolong-Tee, eine chinesische Teesorte, halbfermentiert. Der regt den Stoffwechsel an und ist leicht belebend. Man wird dadurch also wieder fit. Das ist ein schöner Nachmittagstee. Besonders gut schmecken mir die Oolongs aus Anbaugebieten in Taiwan, sie sind leicht fruchtig und frisch. Sie werden zubereitet und wirken wie ein Grüntee. In der Tasse sind sie aber etwas heller, goldener, und sehen eher wie ein Darjeeling-Schwarztee aus.
Wie stehen Sie zu so ausgefallenen Kreationen wie „Blueberry Muffin“, „Strawberry Cheese Cake“ oder „Caramel Apple Pie“, die man in diesen bunten Kartons im Supermarkt oder in der Drogerie kaufen kann?
Das sind aromatisierte Tees, und die haben mit Tee an sich wenig zu tun. Ich mag das nicht und bin da eher abgeneigt. Denn es macht mich stutzig, wenn ein Teearoma zwei Jahre haltbar ist. Da fragt man sich schon, was drin ist. Meist werden die Aromen mit Gelatine umhüllt. Wenn man sie dann mit heißem Wasser aufgießt, werden sie freigesetzt. Von einer frischen Pfefferminze hält das Aroma nur ein halbes bis Dreivierteljahr, danach schmeckt der Tee lasch. Letztlich ist das aber alles eine Geschmacksfrage. Wer solche Tees aus dem Beutel mag, kann die natürlich trinken.
Bei Ihnen kommt also nur loser Tee in die Tasse?
Loser Tee schmeckt einfach besser. Mit dem Tee im Beutel ist es meist so: Die Blätter sind sehr fein gemahlen. Man spricht dann von Dust- oder Fannings-Blattgraden, das sind die kleinsten Einheiten, die es gibt – Blattstaub. Je kleiner die Blätter sind, desto stärker ist ihre Auslösung beim Teekochen. Lässt man ihn zu lange ziehen, wird er schnell bitter. Das passiert beim losen Tee nicht so schnell, weil die Blätter in der Regel viel größer sind und auch mehr Platz im Sieb haben. Je besser der Tee darin schwimmen kann, desto besser kann sich das Aroma entfalten – und desto weniger Tee braucht man auch. Gerade bei teureren Sorten macht das einen großen Unterschied. Und die soziale Komponente darf man auch nicht vergessen: Handgepflückte Tees sorgen für Arbeitsplätze, während der Tee für die Beutel maschinell gepflückt wird und Jobs letztlich wegrationalisiert.
Interview: Anne Lenhardt
Termin
Den Vortrag „Tee aus aller Welt“ hält Mathias Münzenberger am Montag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im Kurpfalztreff in Bobenheim-Roxheim. Die Kursgebühr beträgt sieben Euro. Zustande kommt der Kurs bei mindestens zehn Teilnehmern. Interessierte können sich bei der Volkshochschule Bobenheim-Roxheim anmelden unter Telefon 06239 9391309. Mehr Informationen gibt es auch im Netz unter www.vhs-rpk.de.