Rhein-Pfalz Kreis Blumen samt Gedenkschleife verschwunden
«Mutterstadt.» Dass Diebe nicht vor Friedhöfen halt machen, um sich an fremdem Eigentum zu bereichern, ist leider nichts Neues. Trotzdem ist es für die Betroffenen ein besonderes Ärgernis. Für einige Mutterstadter, die ihren Schulabschluss vor 50 Jahren gefeiert haben, umso mehr. Denn ihr Blumenschmuck zum Gedenken an verstorbene Mitschüler ist verschwunden.
Alle fünf Jahre trifft sich der Schülerjahrgang 1951/52/53 aus Mutterstadt zum großen Klassentreffen, berichtet Monika Kern. Diesmal sogar, um auf fünf Jahrzehnte seit dem Schulabschluss zurückzublicken. „Aus diesem Anlass gedenken wir immer unserer verstorbenen Mitschüler“, sagt die 65-Jährige. An einem zentralen Ort auf dem Neuen Friedhof wollte man ein Blumengesteck niederlegen. Gesagt, getan, es wurde gesammelt, und am Samstagabend, 19. August, gegen halb sieben traf sich ein Teil der Gruppe auf dem Gottesacker. „Direkt vor dem großen Kreuz im Eingangsbereich“, sagt Kern, wurde das Gesteck mit bedruckten Schleifen platziert. Danach gesellten sich rund 40 der ehemaligen Mitschüler zum Klassentreffen. Sonntagnachmittags sei das Gesteck noch da gewesen, doch schon am Montag früh um 7 Uhr habe ein Gemeindemitarbeiter festgestellt, dass der Blumenschmuck verschwunden war, berichtet die Mutterstadterin weiter. Sie hätten den ganzen Friedhof abgesucht, sagt Monika Kern, auch nachgeschaut, ob der Dieb vielleicht die Schleifen weggeworfen habe. Nichts. „Es stimmt uns traurig und wütend zugleich, dass man keinen Respekt vor dem Tun anderer Leute hat“, betont die Leserin. Sie ist selbst betroffen – auch ihr Ehemann ist unter den verstorbenen Mitschülern. Anzeige bei der Polizei wurde erstattet. Es gehe den früheren Schülern auch darum, den Angehörigen mitzuteilen, dass sie sehr wohl der Verstorbenen gedacht haben, sagt Monika Kern: „Wahrscheinlich ziert dieses Gesteck einen anderen Platz, möge der neue ,Besitzer’ damit glücklich werden.“ Vielleicht habe ein Zeitungsartikel noch einen weiteren Effekt, meint sie: „Vielleicht liest das der Dieb und schämt sich.“