Rhein-Pfalz Kreis Blitzer auf der B9 bei Mutterstadt vorsätzlich beschädigt
«Mutterstadt.» Blitzer, egal ob stationär oder mobile Radarkontrollgeräte, haben eins gemeinsam: Keiner mag sie. So ging es auch der Anlage an der Bundesstraße 9 bei Mutterstadt. Denn in der vergangenen Woche von Sonntag bis Mittwoch flackerte kein rotes Lämpchen mehr auf, wenn man mit mehr als den erlaubten 80 Kilometern pro Stunde (km/h) daran vorbeiraste. Das Glas, das die Infrarotlampe schützen soll, war kaputt. Doch jeder, der sich jetzt freut, weil es ihn an der B9 schon einmal erwischt hat, der sollte seine Jubelschreie wieder einstellen: Denn seit 24. Mai blitzt es wieder. Seit 13 Uhr des vergangenen Mittwochs um genau zu sein. Das teilte das Polizeipräsidium Rheinpfalz auf Nachfrage mit. Etwas verspätet allerdings, denn noch am selben Tag der Anfrage bleibt die Antwort erstmal aus. Die Mühlen mahlen langsam. Findige Kollegen hatten den abgehängten Blitzer bei ihrer Vorbeifahrt in der vergangenen Woche entdeckt und sich gewundert. Denn eigentlich ist der schwarze Kasten ein Musterschüler in Sachen Aufmerksamkeit. Ihm entgeht nichts: Seit er im Oktober 2014 in Betrieb genommen wurde, hat er insgesamt 149.371-mal zugeschlagen und zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer aufgenommen. Gleich 22.025-mal wurde er in seinen ersten drei Monaten aktiv, 2015 knipste er über 70.000-mal. Da macht man sich nicht nur Freunde. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz geht jedenfalls von vorsätzlicher Sachbeschädigung aus. Und es ist nicht der erste Fall von Vandalismus: Kurz nachdem die Messanlage aufgestellt wurde, habe es schon einmal einen vergleichbaren Fall von Sachbeschädigung gegeben, sagt Polizeisprecher Michael Baron. Dabei haben sich die Verkehrsteilnehmer im Rhein-Pfalz-Kreis mittlerweile an den Kasten gewöhnt. Zumindest wenn man der Statistik glaubt. Denn 2016 blitzte es vergleichsweise geringe 45.958-mal. Wer am Mutterstadter Blitzer vorbei ist, der sollte aber dennoch nicht zu schnell wieder das Gaspedal durchtreten. „Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz sind insgesamt fünf (teil-)stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen in Betrieb“, erklärt Baron. Neben der betreffenden Anlage auf der B9 auf Mutterstadter Gemarkung gibt es noch zwei Anlagen in Wörth (A65 und B10) und zwei Anlagen auf der B10, im Staufertunnel zwischen Annweiler und Pirmasens. 60 km/h sind dort erlaubt und auch dort gilt: Befreundet ist der seit 2016 festinstallierte Blitzer auch dort nur mit den Polizei. Die muss schließlich dafür sorgen, dass nicht jeder fährt, wie er will.