Rhein-Pfalz Kreis Blaues Bier für die Bosse

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Das blau schimmernde Gebräu, das die Oggersheimer Privatbrauerei Mayer Anfang Februar auf den Markt gebracht hat, schmeckt süßlich-fruchtig und wie andere Biermixgetränke eher nach Limonade als nach Gerstensaft. Entwickelt wurde Babo Blue von fünf Studenten des Studiengangs Brauwesen und Getränketechnologie der Technischen Universität (TU) München.

„Die Idee, ein blaues Bier herzustellen, ist uns beim Brainstorming gekommen“, sagt Robin Stein. Das sei im November 2013 gewesen. „Wir wollten unbedingt etwas machen, das es so noch nicht gab.“ Seitdem sei kein Tag vergangen, an dem der 27-jährige Kölner und seine vier Kommilitonen sich nicht mit ihrem Baby, wie sie das Produkt nennen, beschäftigt haben. Acht verschiedene Sude haben sie getestet und 50 Limonadenmischungen ausprobiert. „Wir haben stets daran gearbeitet, das Bier zu perfektionieren“, sagt Stein. „Und soweit wir wissen, ist es wegen seiner blauen Farbe einzig in Europa.“ Herausgekommen ist am Ende eine süßlich schmeckende, blau schimmernde Flüssigkeit mit einem Alkoholgehalt von 2,9 Prozent. Sie wird in der Privatbrauerei Mayer in Oggersheim in durchsichtige Glasflaschen abgefüllt. Zu 60 Prozent besteht das Getränk aus Bier nach Kölner Brauart, zu 40 Prozent aus einer mit echtem Zucker hergestellten Limonade aus Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren. „Gebraut wird unser Bier nach deutschem Reinheitsgebot und es werden dafür ausschließlich natürliche Aromen verwendet“, sagt Stein. Auf den Flaschen ist der Name Babo Blue zu lesen. Dieser leite sich zum einen vom Jugendwort des Jahres 2013 ab, erklärt der 23-jährige Ludwigshafener Hans-Kaspar Mayer, ein Spross der Oggersheimer Brauerei-Familie. Babo ist das bosnische Wort für Vater und bedeutet in der Jugendsprache so viel wie Boss oder Chef. „Das Jugendwort passt ganz gut, weil unsere Zielgruppe die 16- bis 30-Jährigen sind“, sagt Stein. Der zweite Teil des Namens spiele ganz einfach auf die Farbe des Getränks an. Das Logo von Babo Blue ist auf den Flaschen in Form der chemischen Strukturformel des blauen Farbstoffs dargestellt, der bei der Herstellung verwendet wird. „Wir wollten nicht zu genau verraten, welchen Stoff wir benutzen, um diese blaue Farbe hinzubekommen“, sagt Stein. Wer sich mit Chemie auskenne, könne das anhand der Formel aber herausfinden. Ob Babo Blue sich zu einem wirtschaftlichen Erfolg entwickelt, bleibt abzuwarten. Die reinen Herstellungskosten haben die Fünf jedenfalls wieder reinholen können. 43.000 Flaschen hatten sie bereits verkauft, bevor diese überhaupt abgefüllt waren – unter anderem an Großhändler, Gastronomen und Reiseunternehmen. „In zwei Wochen wird erneut abgefüllt“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Sudintervalle auf weniger als sechs Wochen zu verkürzen und weiterhin in Oggersheim zu produzieren. Zunächst werde es für das von ihnen gegründete Start-up-Unternehmen Babo Beverages bei fünf Mitarbeitern bleiben: Neben Mayer und Stein sind das der 24-jährige Ludwig Gerlinger aus Oettingen und der 25-jährige Josef Kimberger aus Fürth sowie der 23-jährige Patrick Loy aus Nürnberg. „Jeder von uns hat seinen Aufgabenbereich in der Firma“, erklärt Stein, der für Marketing und Kommunikation zuständig ist. „Da sich jeder von uns aber genau mit dem Produkt auskennt, helfen wir uns auch gegenseitig.“ Denn bei allem Enthusiasmus für Babo Blue dürfe man nicht vergessen, dass das Studium noch abgeschlossen werden muss. Seit Februar ist das Biermischgetränk für 79 Cent pro Flasche im Handel erhältlich. Stein und seine Kollegen hoffen, dass der Geschmack bei den Kunden ankommt. Den Fachleuten der Jury eines internen Innovationswettbewerbs für Getränke und Lebensmittel der TU München haben Bier und Konzept jedenfalls sehr gut gefallen. Babo Blue konnte sich gegen 29 Konkurrenten durchsetzen. (mnx)

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