Rhein-Pfalz Kreis Bildung an der Straßenecke

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Die Gemeinde Dirmstein möchte mit Hinweisschildern über die Herkunft ihrer Straßennamen aufklären. Wie das – auch finanziell – verwirklicht werden könnte, soll eine Art Arbeitskreis herausfinden. Das hat der Kultur- und Fremdenverkehrsausschuss der Gemeinde beschlossen.

Genau 63 Straßen gibt es in Dirmstein, darunter viele mit historischem Bezug, sagte Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) in dem Ausschuss, der sich aufgrund eines FWG-Antrags im Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt hat. Dirmstein ist ein Fremdenverkehrsort, da liegt es nahe, dass die umfangreiche Dorfgeschichte augenfällig gemacht wird. Mit dem Motto „Bildung auf den Weg bringen“ verdeutlichte Ausschussvorsitzender Stefan Haas (CDU), worum es gehen soll: an bestimmten Straßennamenschildern zusätzliche Hinweise zur Erklärung anzubringen. Dabei will man sich auf Namen mit lokalem Bezug beschränken. Nach wem die Goethestraße benannt sei, müsse ja schließlich nicht erklärt werden, meinte Bürgermeister Eberle in der Sitzung. Anders sehe es dagegen bei der Caspar-Lerch-Straße aus, benannt nach dem berühmtesten Vertreter der Dirmsteiner Adelsfamilie Lerch, die vom 13. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg die Geschehnisse des Orts prägte. Manche Straßennamen mögen dem auswärtigen Besucher noch größere Rätsel aufgeben. Die Straße Am Affenstein beispielsweise. Zu keiner Zeit sind dort etwa Affen durchgezogen. Sie erinnert vielmehr an das alte Dirmsteiner Adelsgeschlecht von Affenstein. Und dieser Familienname hat ebenfalls nichts mit Primaten zu tun, sondern er ist abgeleitet von einer alten pfälzischen Bezeichnung für die Feldulme, die je nach Gegend Effer, Affer oder Apper genannt wurde. Für Diskussionsstoff sorgte in der Ausschusssitzung die Metzgergasse. Ob die für Außenstehende naheliegende Vermutung zutrifft, dass sich dort früher mehrere Vertreter der Metzgerszunft niedergelassen hatten, oder ob der Straßenname auf Johann Christian Metzger zurückgeht, muss noch im Gemeindearchiv nachgeschaut werden. Johann Christian Metzger war ein Landschaftsarchitekt und plante um 1830 den Dirmsteiner Schlossgarten. Naheliegend ist für den Ausschuss der Gedanke, neben ausgewählten Straßen auch historische Gebäude zu beschildern. Da gibt es in Dirmstein die wohlbekannten Anwesen wie das Sturmfeder’sche oder das Koeth-Wanscheid’sche Schloss, doch hat auch manch anderes Haus eine interessante Geschichte zu erzählen. So soll zum Beispiel im alten katholischen Pfarrhaus früher mal eine Metzgerei gewesen sein. „Die Idee, historische Gebäude mit Tafeln zu versehen, hatten wir vor Jahren schon mal, sie ist dann aber an den Kosten gescheitert“, gab Jörg Jokisch (SPD) zu bedenken. Ob der erneute Vorstoß nun wieder mangels Geld in der Schublade verschwindet, ist noch völlig offen. Der Kulturausschuss beschloss, dass zusammen mit dem Kulturverein St. Michael ein Kreis gebildet wird, in den jede Gemeinderatsfraktion einen Vertreter entsendet. Dieses Gremium soll eine Liste der in Frage kommenden Straßen und Gebäude anfertigen und sich einen ersten Kostenüberblick verschaffen. (evg)

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