Rhein-Pfalz Kreis Bezahlbar und barrierefrei

Letzte Station der Fachreise von Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen (vierte von links) zum Thema Demografie und Wohnen waren
Letzte Station der Fachreise von Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen (vierte von links) zum Thema Demografie und Wohnen waren die Neubauten in der Mutterstadt Bleichstraße.

«Mutterstadt.» Die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen (SPD) hat die Bleichstraße in Mutterstadt besucht. Sie besichtigte die Wohnhäuser des Kreiswohnungsverbands (KWV). Der Besuch war Teil einer Fachreise, bei der die Ministerin sich über das Thema Demografie und Wohnen informierte.

„Wir haben Städte, städtisches Umfeld und ländliche Regionen besucht und die verschiedenen Anforderungen und Strukturen kennengelernt“, sagte Ahnen. Ziel sei es, dem Bedarf an mehr bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden. Die Ministerin wurde begleitet von Vertretern der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsbauunternehmen sowie leitenden Mitarbeitern des Finanz- und Bauministeriums. Sechs Orte in zwei Tagen hat die Ministerin besucht, letzte Station ihrer Tour war Mutterstadt. Organisiert wurde die Reise von der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen und der Architektenkammer des Landes. Eingeladen waren auch die Abgeordneten des Landtags sowie vor Ort die Vertreter der Kommunalpolitik. Schwerpunkt ihrer Reise war der Wohnungsbau im Hinblick auf die sich verändernde Altersstruktur der Gesellschaft. Zusammen mit den Fachleuten wollte die Ministerin auch Quartiersentwicklung und Förderung baukultureller Qualität erörtern. In Mutterstadt skizzierte die Geschäftsführerin des Kreiswohnungsverbands, Rosemarie Heltewig, das Projekt. Zu einem vorhandenen Haus des KWV aus den 1990er-Jahren sind zwei neu Häuser gebaut worden, das vorhandene Haus wurde modernisiert, der erste der beiden Neubauten ist bereits bewohnt. Ältere und Jüngere, Alleinstehende und Familien, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund lebten hier unter einem Dach. Gebaut worden sei für Menschen mit geringem Einkommen, die Mieten lägen bei 5,35 Euro pro Quadratmeter. Deshalb habe die Investitions- und Strukturbank des Landes die Projekte gefördert. Laut Projektbeschreibung gibt es im ersten Neubau 13 Wohnungen, davon sind fünf direkt barrierefrei zugänglich, die übrigen Wohnungen sind über einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Im zweiten Gebäude sind drei Wohnungen ebenerdig barrierefrei zugänglich, die weiteren fünf ebenfalls über einen Aufzug. Das erste Gebäude mit 885 Quadratmetern Wohnfläche kostete brutto rund 1,85 Millionen Euro. Die Kosten für das zweite Gebäude mit 522 Quadratmetern betragen etwas mehr als eine Million Euro. Ministerin Ahnen erklärte, der Bau bezahlbaren Wohnraums müsse ein Schwerpunkt der Landesregierung sein. Wichtig sei dabei, die sich ändernden Anforderungen zu berücksichtigen. Dies unterstrich auch der Direktor des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, Axel Tausendpfund. Ziel des Wohnungsbaus müsse sein, älter werdenden Menschen so lange wie möglich den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die Nachfrage dafür nehme ständig zu. „Wohnen im Alter betrifft uns alle mal“, betonte er. Bürgermeister Hans Dieter Schneider (SPD) freute sich über die Entwicklung seiner Gemeinde. Die Gestaltung des neu gestalteten Ortskerns sei von der Landesregierung gefördert worden, ebenso werde der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum gefördert. Ein weiterer Bau sei geplant, die bisherigen Notunterkünfte sollen baulich eingepasst werden. Das Fazit der Fachreise fällt laut Ahnen positiv aus. Es lohne sich, vor Ort hinzusehen, denn so lerne man viele pragmatische Lösungen kennen. Als Beispiel nannte sie die verschiedenen Arten der barrierefreien Zugänge. Die Anforderungen an den sozialen Wohnungsbau haben sich geändert. „Wir sind offen, dazuzulernen und hinzusehen, wenn sich Bedingungen verändern“, sagte die Ministerin.

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