Rhein-Pfalz Kreis „Bei jedem Flug ein Wow-Moment“

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Dannstadt-Schauernheim. Sich über moderne Ausstattung informieren, Gleichgesinnte treffen und sich mit ihnen austauschen: Das alles können Freunde der motorlosen Luftfahrt einmal jährlich beim Segelfliegertag tun. Am Samstag war es wieder so weit – diesmal im Zentrum Alte Schule. Der Einladung der Segelflugkommission Rheinland-Pfalz sowie der Segelflieger aus Dannstadt-Schauernheim sind rund 300 Besucher gefolgt.

Schon im Foyer wird eifrig diskutiert, nachgefragt, notiert. Elf Aussteller präsentieren moderne Cockpit-Technik, Pilotenkleidung und Computeranwendungen. Bestimmte Software zum Beispiel kann Flugsportvereinen helfen, Flugdaten zu erfassen sowie ihre Finanzen und Mitglieder zu verwalten. Daneben gibt es eigens für die Bedürfnisse von Segelfliegern entwickelte Hosen und Sonnenbrillen, darunter welche mit Spezialfiltern. Gleich zwei Unternehmen stellen verschiedene Ausführungen von Navigationssystemen für Segelflugzeuge vor. „Die Veranstaltung ist wirklich sehr gut besucht. Selbst während der Vorträge ist viel los“, berichtet Angelika Mayr von LX Avionik über die gute Resonanz an ihrem Stand. Den verschiedenen Präsentationen im großen Saal folgen die Gäste sehr interessiert. Gerade berichten zum Beispiel Robin Diesterweg und Robin Sittmann, was sie bei diversen Wettbewerben im In- und Ausland erlebt haben – unter anderem bei der Weltmeisterschaft in Australien. Gute Eindrücke hiervon liefern zahlreiche Fotos, die beide sowohl am Boden als auch aus dem Cockpit heraus geschossen haben und jetzt ansprechend erläutern. Ebenso fasziniert hat das Publikum vorher Lukas Winterhoff gelauscht, als er seinen 710 Kilometer langen Rekordflug schilderte. Mit dem hat er sich für ein Jahr eines der zwei Förderflugzeuge des Landesluftsportverbandes verdient. „Wir stellen sie jugendlichen Piloten für den Spitzensport zur Verfügung“, erklärt Verbandspräsident Ernst Eymann. Er spricht für mehr als 400 ehrenamtliche Fluglehrer und circa 3000 Segelflieger im Land. Am Abend erfahren die Gäste in einem anderen Vortrag, welche Wetterumstände die Rekordhöhenflüge am 14. November 2015 ermöglicht haben. Die seltene Gelegenheit nutzten damals auch die Nachwuchspiloten Jan Hertrich aus Frankenthal (24 Jahre) und Johannes Dibbern (18) aus Limburgerhof, um so hoch hinaus zu kommen wie niemand zuvor. „Normalerweise sind wir zwischen 1500 und 2000 Metern unterwegs. An diesem Tag haben wir es auf 6000 geschafft“, erzählen sie. Um den ganzen Tag auskosten zu können, hoben die beiden bei Sonnenaufgang ab. Aufgrund der speziellen Wetterberichte, die Segelflieger verfolgen, wussten sie vorher schon, dass die Bedingungen an dem Tag besonders günstig sein würden. „Aufgeregt waren wir vor dem Flug. Während des Flugs ist man zu beschäftigt“, sagt Hertrich. Ab 3000 Metern herrsche kontrollierter Luftraum, da müssten sich die Segelflieger bei der nächsten Radarstation – der in Langen – melden, die den Flug von da an koordiniert. Zudem gelte es, auf einen möglichen Wetterumschwung und noch einiges mehr zu achten. Flugschullehrerin Stefanie Stirbu aus Schifferstadt ist dem Segelfliegen seit 1986 verbunden. Die Faszination lasse sich schwer in Worte fassen, sagt die Landesvizemeisterin bei den Frauen und versucht es trotzdem. „In Dimensionen vordringen, in die der Mensch nicht rein gehört, der Teamgeist im Verein und die Naturverbundenheit. Ich bin schon mit Störchen gekreist. Das ist einfach toll. Es gibt fast nichts Schöneres als solche Erlebnisse“, meint die 51-Jährige. Ohne Motor so weit zu kommen, nennt Dibbern einen weiteren Punkt. Und Hertrich ergänzt: „Bei jedem Flug gibt es mindestens einen Wow-Moment, in dem man etwas Neues entdeckt.“ Die zahlreichen Besucher in der Alten Schule bestätigen diesen Eindruck. Dass sich viele untereinander kennen und schätzen, deutet zudem den Zusammenhalt in der Segelfliegergemeinde an. So sind denn auch die Ausrichter – Segelflugkommission Rheinland-Pfalz, SFG Giulini und SSV Ludwigshafen – sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Zu dem gelungenen Segelfliegertag haben nicht zuletzt rund 30 Helfer der beiden Segelflugvereine beigetragen.

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