Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Bauwagen im Wald begeistert Kinder, Lehrer und Gemeinderäte

„Wir mussten den Bauwagen innen völlig neu ausbauen“, sagt Schulleiterin Christine Sattler.
»Wir mussten den Bauwagen innen völlig neu ausbauen«, sagt Schulleiterin Christine Sattler.

Es ist eher ein spontaner Einfall gewesen der Maxdorfer Haidwaldschule. Doch nun wurde aus einer „Rostlaube“ ein funktionstüchtiger Bauwagen für die Waldpädagogiktage der Schule.

Eine „Schnapsidee im Lehrerzimmer oder genauer gesagt im Sekretariat“ sei das Projekt ursprünglich gewesen, erzählt Christine Sattler, Leiterin der Maxdorfer Haidwaldschule. Man könne doch einen Bauwagen für die Waldpädagogiktage brauchen. Das war noch 2019, vor Corona. Aber trotz der Pandemie nahm die Idee immer mehr Gestalt an – oder wegen der Einschränkungen? Denn die Schüler durften weder in die Turnhalle, noch zu Ausflügen. Da blieb nur der Wald. „Dort konnten sich die Kinder bewegen und lernen, ohne groß Abstand halten zu müssen.“ Auch das soziale Lernen dort sei sehr wichtig. Sattler ist stolz auf ihr Kollegium, das es während Corona geschafft hatte, so ein Projekt aus dem Boden zu stampfen – „freiwillig“, wie Sattler betont. Denn ein Bauwagen steht nicht auf dem Lehrplan.

Der Wagen selbst war schnell gefunden, wenn auch stark renovierungsbedürftig. Der Förderverein der Schule kaufte ihn von einem Privatmann. Den Kontakt stellte der ehemalige Hausmeister der Haidwaldschule, Uwe Heidemann, her. Nur: Wohin mit dem Bauwagen? „Im ersten Moment war ich sprachlos“, erzählt Heribert Vetter, Mitglied des Seniorenbeirats. „Wie soll das funktionieren? Der Wald, in dem der Wagen stehen sollte, gehört zu Fußgönheim, nicht zu Maxdorf.“

Idealen Platz gefunden

Und ein Problem dabei: Fußgönheim wollte sein Waldstück behalten, wie Maxdorfs Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) erzählt. Aber er habe darauf hingewiesen, dass ein Waldprojekt nahe der Grundschule für die Kinder Sinn ergeben würde. „Daraufhin wollten auch die Fußgönheimer Ratsmitglieder einen Bauwagen haben“, erzählt Baumann lachend. Der Platz neben dem Hundesportverein Fußgönheim erwies sich als idealer Standort.

Jetzt ging es daran, den Wagen zu renovieren. „Wir mussten den Bauwagen innen völlig neu ausbauen“, sagt Sattler. Waldexperte Uwe Heidemann steuerte sowohl Türklinken als auch eine Treppe für den Wagen bei. Er zeigt ein Foto von der Treppe, die völlig überwuchert war. Das Kollegium selbst kümmerte sich um die Gestaltung des Standplatzes und den Bau der Staukisten, nahm eine Wand aus dem Wagen heraus, setzte Pinnwände ein, renovierte den Boden, brachte an den Türen Tafeln an und ersetzte das durchgerostete, durchlöcherte Dach. Außerdem verband es die Waldpädagogik mit dem digitalen Lernen. Ein Jahr lang hat die Renovierung gedauert. Der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Maxdorf will für den Bauwagen noch eine selbst gebaute Holzbank spenden.

Kinder wollen nicht mehr aus dem Wald heraus

Kaum stand der Wagen im Wald, „haben ihn die Erstklässler in Beschlag genommen“, erzählt Sattler. „Und sie fragten: Wann gehen wir wieder hin?“ Kinder brauchen hier keine Spielzeuge, „sie schaffen mit den Händen“, beobachtet sie. Sie bauten zum Beispiel an dem großen Tipi weiter, das die Lehrer vorbereitet hatten, „und wollten nicht mehr raus aus dem Wald.“

Blicks ins Innere.
Blicks ins Innere.
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