Rhein-Pfalz Kreis Balanceakt im Zeltlager

Bis zum Rand gefüllte Wasserbecher sollten die Gruppen bei einem Geschicklichkeitsspiel bis nach Frankenthal transportieren. Ein
Bis zum Rand gefüllte Wasserbecher sollten die Gruppen bei einem Geschicklichkeitsspiel bis nach Frankenthal transportieren. Ein Brand musste dort allerdings nicht gelöscht werden. Nur der Durst.

Vier Tage lang haben sich die Jugendfeuerwehren des Rhein-Pfalz-Kreises zum gemeinsamen Zeltlager auf dem Sportgelände des MTSV Beindersheim getroffen. 170 Kinder und Jugendliche sowie 8o Betreuer nahmen teil. Für Spiel und Spaß sorgte ein Programm, bei dem auch Geschicklichkeit gefragt war. Kreisjugendwart Stefan Geis (Mutterstadt) sprach am Ende von einer rundum gelungenen Veranstaltung und von echtem Teamwork.

Vier Tage lang herrschte auf der Wiese des MTSV 1909 Beindersheim ein emsiges Gewusel. Sie wird seit Jahren als Jugendzeltlager-Platz genutzt, weil die Infrastruktur dafür optimal ist. Und wiederholt profitierten davon auch die 20 Jugendfeuerwehren des Rhein-Pfalz-Kreises, die in diesem Jahr Glück mit dem Wetter hatten. Heiß war es, manchen zu heiß. Für ein abwechslungsreiches Programm ließen sich die Organisatoren einiges einfallen, zum Beispiel eine Geschicklichkeits-Rallye nach Frankenthal. In Gruppen machte man sich in Richtung Nachbarstadt auf. Jede Gruppe war mit sechs 0,5-Liter-Wasserbechern ausgestattet, die möglichst gefüllt wieder am Ausgangsort ankommen sollten. Kein einfaches Unterfangen, wie sich zeigte. Die Becher mussten über eine Schwebebalkenkonstruktion balanciert und unter einer Art Spinnennetz hindurchbugsiert werden. In Frankenthal angekommen war dann ein Besuch im Feuerwehrgerätehaus angesagt. Auf ein positives Echo stieß die Lagerolympiade. Es gab Brettspiele und ein sportliches Kräftemessen zwischen den Jugendlichen und ihren Betreuern. Dabei wurde ausnahmsweise nicht nur Fußball, sondern auch Völkerball und Prellball gespielt. Beim Open-Air-Kino wurde der immer noch populäre Streifen „Madagascar“ auf einer Großleinwand gezeigt. „Ich hatte hier keine Minute Langeweile“, meinte der 14-jährige Mike Schmitt im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Und sein 13-jähriger Kumpel Torben Kaiser meinte: „Schade, dass das Zeltlager nur vier Tage dauert. Ich habe hier neue Freunde kennengelernt.“ Zwischen Jugendfeuerwehren werden oft und gerne Freundschaften geschlossen und gepflegt. Deshalb waren auch die Jugendfeuerwehren aus Oppau und Speyer beim Zeltlager dabei. Den weitesten Anreiseweg hatte eine Gruppe aus Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen, zu der partnerschaftliche Kontakte bestehen. Natürlich bedeutete die tägliche Verpflegung von 250 Teilnehmern eine Herausforderung. Darum kümmerte sich die Feldküche des Deutschen-Roten-Kreuzes aus Limburgerhof. Ein rühriges, rund 15-köpfiges Team sorgte täglich für eine frische und schmackhafte Zubereitung von Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Zur Eröffnung war auch Landrat Clemens Körner (CDU) nach Beindersheim gekommen. Körner freute sich über die beeindruckende Zeltstadt, die sich hier vor ihm aufbaute, und schwelgte in Erinnerungen an selbsterlebte Zeltlager. Der Landrat dankte den Organisatoren für ihren zeitintensiven Einsatz. Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) freute sich, dass das Kreisjugendlager erneut in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim stattfand. Beindersheim mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr und dem MTSV seien vorbildliche und freundliche Gastgeber. Ein Eindruck, den auch der langjährige Kreisjugendleiter Axel Fischer (Rödersheim-Gronau) bestätigte. „Wir waren diesmal schon beim Aufbau der Zelte 45 Helferinnen und Helfer. So etwas habe ich ehrlich gesagt noch nicht erlebt. Die Stimmung hier war vom ersten bis zum letzten Tag richtig gut.“ 16 Jahre stand Fischer an der Spitze der Feuerwehrjugend – ein liebgewonnenes Amt – wie er betonte. Ein Amt, dass er nach seiner Wahl zum Wehrleiter und zum stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspektor an Stefan Geis übertrug. Für Geis war es das erste Zeltlager im Amt und er war froh über den Verlauf. „Außer einigen Mückenstichen gab es auch keinerlei negative Ereignisse.“

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