Waldsee
Bürgerstiftung: Geldsegen für sechs Empfänger
In einer kleinen Feierstunde wurden nun die Förderbewilligungen der diesjährigen Ausschüttung der Waldseer Bürgerstiftung überreicht. 4000 Euro bekommt der MGV Concordia für Sängerkleidung, für Gardekostüme erhält der KV UNO 15.000 Euro. Normalerweise würde Kleidung nicht bezuschusst, sagt Klein. Doch in diesem Fall sei es eine Ausnahme. Die Concordia habe ein großes Konzert zum Chorleiterjubiläum gegeben und beim Karnevalsverein handle es sich um Jugendförderung, da nur Kostüme für die Kinder- und Jugendgarden davon angeschafft werden, die Eigentum des Vereins bleiben.
Der Waldseer Naturschutzbeauftragte Mario Gärtner hat 1100 Euro für Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse bekommen, sowie 1500 Euro für ein Spektiv zur Vogelbeobachtung, das den Kindern der Ferienbetreuung zugutekommt. 1345 Euro für neue Noten bekommt der katholische Kirchenchor anlässlich seines 115-jährigen Bestehens. Die TG Waldsee freut sich über 1822 Euro für Minihandballtore und Zubehör und 500 Euro für die Modernisierung des Onlineauftritts. 7500 Euro bekommt der Tennisverein für ein Kühlhaus.
Die Bürgerstiftung wurde 2008 auf Initiative des damaligen Waldseer Ortsbürgermeisters Otto Reiland (CDU) gegründet. Die Gemeinde hat zu Beginn einen Kapitalgrundstock von 25.000 Euro eingestellt. In den darauffolgenden Jahren gab es immer wieder Zustiftungen, darunter große Erbschaften, auch weil Otto Reiland in seiner Zeit als Bürgermeister gerade bei Geburtstagsbesuchen kräftig für die Stiftung geworben hat. So ist das Kapital inzwischen nach Auskunft von Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU), die der Stiftung vorsteht, auf 1,8 Millionen Euro gewachsen. 2018 konnte die Bürgerstiftung zum ersten Mal eine Ausschüttung in Höhe von 6500 Euro vornehmen. Inzwischen sind Kapital und Erträge gewachsen, so dass die jährlichen Auszahlungen in den vergangenen Jahren um 30.000 Euro lagen.
Vom Ertrag der Stiftung sollen Bildung, Erziehung und Sport, Jugend-, Familien- und Altenhilfe, Kultur-Kunst- und Denkmalpflege, Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege, Heimatpflege und traditionelles Brauchtum sowie mildtätige Zwecke gefördert werden. Vereine und Bürger können sich für eine Förderung bewerben. Der Stiftungsrat, dem neben Claudia Klein noch Elke Becker (FWG) und Helmut Klauß (gKL) (beide stellvertretende Vorsitzende), Klaus Günter Hört, Thomas Schotthöfer (beide CDU) und Helmut Jacobi (SPD) angehören, prüft die Anträge dann.
Die Bürgerstiftung ist selbst im Ort aktiv: Sie hat die Tradition des Osterbrunnens am Partnerschaftsplatz wiederbelebt und möchte sie mit ehrenamtlichen Helfern fortführen. Dieses Jahr soll der Brunnen erstmals auch adventlich geziert werden. Die Idee sei aus dem Helferkreis heraus entstanden, so Klein. Der Kunsthandwerkermarkt, der dieses Jahr erstmals von der Bürgerstiftung in der Kulturhalle organisiert wurde, soll im Zweijahresrhythmus stattfinden.
Personell gab es auch eine Änderung: Otto Reiland und Wolfgang Karl (SPD) schieden als langjährige Vorstandsmitglieder der Stiftung aus.