VG Lambsheim-Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: Reith (SPD) gewinnt mit großer Mehrheit

Arbeiten weiter zusammen: Michael Reith (links) als Bürgermeister und Gunter Steuer als Beigeordneter der Verbandsgemeinde.
Arbeiten weiter zusammen: Michael Reith (links) als Bürgermeister und Gunter Steuer als Beigeordneter der Verbandsgemeinde.

Amtsinhaber Michael Reith (SPD) bleibt Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Er setzte sich am Sonntagabend mit deutlicher Mehrheit gegen Gunter Steuer (FDP) durch. Das Ergebnis erwarteten die Kandidaten in der Verwaltungsstelle Lambsheim. Danch wurde gemeinsam angestoßen.

Die ersten Wahlergebnisse aus den Ortsgemeinden, die Michael Reith (SPD) teilweise deutlich über 80 Prozent der Stimmen zuschreiben, deuten schon an, in welche Richtung dieser Wahlabend gehen wird. Zwei von fünf Lambsheimer Stimmbezirken lassen am Sonntagabend aber länger auf sich warten – auf die Folter spannen die Stimmenauszähler die Leute im Bürgersaal jedoch trotzdem nicht. Der Vorsprung, den Amtsinhaber Reith zu diesem Zeitpunkt schon hat, ist für seinen Herausforderer Gunter Steuer (FDP) nicht mehr aufzuholen. Um 19.14 Uhr steht fest: Reith bleibt Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, weil 75,9 Prozent der Wähler das so wollen.

Applaus im Saal, wo hauptsächlich kommunalpolitisch Aktive die Auszählung verfolgt haben. Reith umarmt seine Frau Sandra, die heute Geburtstag hat, was der 49-Jährige zunächst als gutes Omen ansah. Dann am Nachmittag wurde er doch nervös, als es Anzeichen für eine sehr niedrige Wahlbeteiligung gab. Er befürchtete, dadurch könnte die Entscheidung eine „enge Geschichte“ werden. Jetzt ist er völlig entspannt, lädt alle noch zu Schnittchen und Umtrunk ein. „Ich habe eine Kühltasche mit Sektflaschen im Auto, damit ich mit allen Beteiligten anstoßen kann“, erklärt er. Gunter Steuer nimmt die Einladung gern an.

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Wahlsieger ist „hyperglücklich“

Er habe auf eine zweite Amtszeit gehofft, aber einen so eindeutigen Wahlsieg nicht erwartet, sagt Reith, nachdem das Ergebnis feststeht: „Ich bin hyperglücklich.“ Der große Zuspruch der Wähler – gerade auch in seiner „Wohlfühlgemeinde“ Großniedesheim, wo Reith 88,9 Prozent der Stimmen errang – sei „einfach mega“. Für die Feier zum Wahlsieg hat der 49-Jährige nach eigenen Aussagen nichts Großes vorbereitet. Es gehe mit seinen Unterstützern und seiner ganzen Familie in ein Lambsheimer Restaurant. Reith freut sich darauf, Projekte wie die Modernisierung der Schulen und Fotovoltaikanlagen für den Klimaschutz in seiner zweiten Amtszeit fortzuführen. Dass er die Lebensqualität in der VG erhalten und verbessern will, lässt er nach seinem Wahlsieg auch gleich seine Gefolgschaft in den sozialen Medien wissen – und dankt der Wählerschaft für ihr Vertrauen.

FDP-Mann Steuer ist froh, dass er am Ende fast ein Viertel der Wählerstimmen bekommen hat. Es sei ein fairer Wahlkampf gewesen, bei dem „keine blutigen Nasen“ zurückgeblieben seien. „Es wäre aber schön, wenn einige der Ideen, die ich habe, doch umgesetzt werden könnten.“ Er bleibe weiter Beigeordneter der VG und gehe gestärkt aus dieser Selbsterfahrung hervor, sagt der 58-Jährige. Ein Blick in die Wahlstatistik macht deutlich: In den meisten Ortsgemeinden stimmten magere elf bis 15 Prozent für Steuer. Eine größere Wählerschaft hat er laut Wahlstatistik nur in seinem Wohnort Lambsheim (37,9 Prozent) erreicht, wo die FDP auch im Gemeinderat vertreten ist, sowie in Heuchelheim (19,4 Prozent).

Ergebnis bestätigt Arbeit

„Glücklich und zufrieden“ sind Reiths Parteigenossen laut Holger Korn. Der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbands Lambsheim-Heßheim sieht Reiths Arbeit durch das Wahlergebnis bestätigt. „Er hat durch seine Fachkompetenz einiges in den letzten acht Jahren geleistet und ist in der VG bekannt“, meint Korn und sagt dem Bürgermeister weiter die Unterstützung durch den Gemeindeverband zu.

Der CDU-Gemeindeverbandschef Lars Pletscher hat dem gemeinsamen Kandidaten der VG-Ratskoalition CDU, FWG und FDP viel mehr Wählerstimmen zugetraut. Er ist enttäuscht und macht mit Verweis auf „zwei starke FWG-Ortsbürgermeister“ die Freien Wähler mitverantwortlich, die den Freien Demokraten „mehr hätten unterstützen müssen“.

Schwierige Position, falsche Schwerpunkte

Walter Lohse zeigt sich wenig überrascht über Reiths Wahlsieg. Als Amtsinhaber sei der Sozialdemokrat im Vorteil, da er dadurch einerseits stärker in Themen eingearbeitet und andererseits präsenter sowie bekannter in der VG sei, meint der Vorsitzende des FWG-Gemeindeverbands. Steuer habe es als Beigeordneter schwerer gehabt, Kritikpunkte aufzugreifen, findet Lohse, da er ja selbst an den Entscheidungen der VG-Spitze beteiligt sei. Außerdem sei er in dieser Funktion automatisch weniger präsent in den Ortsgemeinden als Reith. Nicht die beste Wahl ist aus Lohses Sicht die Digitalisierung als Steuers Wahlkampfthema Nummer 1 gewesen. Mehr Unterstützung für den gemeinsamen Kandidaten der VG-Koalition vonseiten der FWG wäre laut dem Vorsitzenden während der Pandemie nicht möglich gewesen. Mit Reith wolle die FWG auch in Zukunft konstruktiv zusammenarbeiten: „Er ist bereit, wir sind es auch“, sagt Lohse mit Verweis auf den Wahlspruch des Sozialdemokraten.

Bündnis 90/Die Grünen hatten sich nicht an der Nominierung Steuers beteiligt und sich nach einer Befragung der beiden Kandidaten für Reith ausgesprochen. Obwohl die Fraktion die Arbeit der Verwaltung nicht so positiv sehe, wie sie von Reith immer dargestellt werde, sagt Klaus-Peter Spohn-Logé. Er kündigt an, dass die Grünen ihren Ansprüche in puncto Radverkehr, Jugendarbeit und Zusammenarbeit der Ortsgemeinden bald Nachdruck verleihen werden.

Entsetzen über geringe Wahlbeteiligung

SPD-Landtagsmitglied Martin Haller freut sich über den großen Sieg seines Parteifreunds. „So ein Ergebnis ist nicht normal“, versichert der Politikprofi. Michael Reith habe sich den Erfolg „über Jahre erarbeitet und verdient“. Frustriert und entsetzt ist Haller über die geringe Wahlbeteiligung in der VG, besonders weil die Menschen in der Ukraine gerade ihr Leben riskierten im Kampf für Freiheit und Demokratie.

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