Bobenheim-Roxheim
Bürgermeisterwahl: CDU-Mann Christian Reber fordert Amtsinhaber heraus
Womit Christian Reber im Bobenheim-Roxheimer Bürgermeisterwahlkampf sicher punkten kann, ist sein Familienname. Der ist in der Gemeinde sehr bekannt. Seine Eltern schon haben sich im Dorfleben lange engagiert, und er selbst ist – abgesehen von einer dreijährigen Unterbrechung – seit mehr als 20 Jahren im Vorstand des Sportclubs (SC) tätig, aktuell sogar als Vorsitzender. Das genügt natürlich nicht, um am 26. September die Wähler dazu zu bringen, ihn zum Rathauschef zu machen. Der Christdemokrat Reber setzt deshalb auch auf seine in der Bankenbranche erworbenen Kompetenzen und seine Qualitäten in der Kommunikation mit Menschen.
Der 1965 in Cham in der Oberpfalz geborene Bankfachwirt arbeitet in der Ludwigshafener Filiale der Deutschen Bank als „Senior-Berater Private Banking“ und kennt sich im Wertpapiergeschäft aus. Da sei es naheliegend, dass er sich besonders für die Finanzen seiner Heimatgemeinde interessiere, sagt Reber. Und die bereiten ihm Sorgen, denn die kommenden Haushaltspläne werden nicht mehr auszugleichen sein, wenn nicht irgendwoher in größerem Umfang neue Einnahmen kommen oder Kosten eingespart werden.
Reber meint: mehr Bürger, mehr Einnahmen
Eine Patentlösung hat der 55-Jährige, der im Alter von sieben Jahren nach Bobenheim-Roxheim kam, nicht. Aber er ist davon überzeugt, dass ein großes Baugebiet südlich des Südrings eine Möglichkeit wäre, sehr viel mehr Einkommensteuer ins Gemeindesäckel zu bekommen. Und dass diese dauerhaften Einnahmen nicht durch die Infrastrukturkosten aufgezehrt werden, wie Gegner des Projekt vermuten. Die Erschließung des Gebiets ist im Dorf umstritten und wird zeitgleich mit der Bürgermeister- und Bundestagswahl Gegenstand eines Bürgerentscheids sein. Reber und der CDU-Ortsverband befürworten das Projekt.
In die Partei ist Christian Reber recht spät, erst 2007 eingetreten – auf Drängen von Jürgen Martin, wie er sagt. „Du könntest doch bei uns auf die Liste gehen“, zitiert Reber den 2018 verstorbenen Kommunalpolitiker, den er wegen seines Engagements und seiner Bürgernähe als Vorbild sieht. Mit der Liste ist die Reihe der CDU-nahen Bobenheim-Roxheimer gemeint, die 2009 für den Gemeinderat kandidierten. Reber wurde damals gewählt und gehört dem Gremium immer noch an. Allerdings nicht als Wortführer der CDU-Fraktion, wie man angesichts seiner Bewerbung für das Bürgermeisteramt erwarten könnte.
Teamplayer mit Faible für den Kompromiss
Auch mit Kritik an Amtsinhaber Michael Müller (SPD) hält sich der zum zweiten Mal verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder zurück. „Er hat ja auch nicht viel falsch gemacht“, meint er im Rückblick auf Müllers achtjährige Amtszeit. Trotzdem möchte er ihn als Chef des „erfahrenen Verwaltungsteams mit fachlich sehr starken Leuten“, wie er sagt, ablösen. Und er glaubt, dass er besser auf die Anliegen der Bürger eingehen würde. Auf die Frage, wie er sich selbst beschreiben würde, sagt Reber: „Ich bin freundlich, ausgleichend, kommunikativ, eher zurückhaltend – ein Familienmensch und Teamplayer und immer den Kompromiss suchend.“
Er bedauert, dass wegen der Pandemie die großen Dorffeste, auf denen politische Kandidaten vor der Wahl gern ihr Gesicht zeigen, nicht stattfinden. Denn bei seinem Haustür-Wahlkampf kommt er selten tiefer ins Gespräch mit den Bürgern. Eher geeignet sind da wohl die Infostände, die Reber mit seinen Parteifreunden vor Geschäften und Freizeiteinrichtungen aufbaut. Die Gespräche drehten sich oft um Verkehrsthemen oder Probleme wie dem Lärm, den der nahe Wormser Flugplatz mit sich bringt, berichtet der Absolvent des Frankenthaler Karolinen-Gymnasiums und ehemalige Zeitsoldat. Er selbst hält auch die Frage, wie der Bedarf an Kita-Plätzen gedeckt wird, für sehr wichtig. Auf die Bobenheim-Roxheimer CDU ist Reber insofern stolz, als sie „viele grüne Themen auf die Agenda gebracht“ habe.
Privat ist Christian Reber Wert das Kümmern um seine Eltern wichtig und dass er und seine Frau Dagmar sich regelmäßig mit ihren Freunden treffen. „Und wenn genug Zeit ist, spiele ich beim SC auch noch Fußball in der AH-Mannschaft der Ü50.“