Rhein-Pfalz Kreis Bürgerbus zum Rollen bringen
«Dannstadt-Schauernheim.» Einen Bürgerbus für die gesamte Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim – die CDU-Fraktion bringt die Idee per Antrag in den Gemeinderat. FDP und CDU stehen der Sache aufgeschlossen gegenüber. Daher sollen Experten in der nächsten Ratssitzung Möglichkeiten erörtern, wie das Vorhaben denn umzusetzen ist.
Die zunehmende Mobilität in der heutigen Gesellschaft hänge vor allem ältere Menschen, die alleinstehend oder nicht mobil sind, zusehends von der Teilnahme am alltäglichen Leben ab, erklärte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Bettina Kleemann den Antrag ihrer Fraktion. Weitere Argumente der Christdemokraten für einen Bürgerbus: Einkaufsmöglichkeiten liegen oftmals abseits der vorhandenen Buslinien. Ärzte müssten besser erreicht werden können. Und: Wer zum Bürgerservice der Verbandsgemeinde will, muss nach Dannstadt kommen. Mit einem Bürgerbus könne eine ehrenamtliche Fahrergemeinschaft Betroffene an einem oder zwei Tagen in der Woche zu Geschäften, zu Arztbesuchen oder zum Rathaus fahren, beschrieb Kleemann die Überlegungen ihrer Fraktion. In den Nachbarkommunen – der Verbandsgemeinde Maxdorf und Schifferstadt – werde bereits erfolgreich ein solcher Bürgerbus betrieben. Dieser biete älteren und nicht mobilen Menschen zudem Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und diese auch zu pflegen. Deshalb sollte geprüft werden, ob in der Verbandsgemeinde ein Bürgerbus eingerichtet werden kann. Der Antrag ihrer Fraktion sei zugleich „ein Anruf an die Bürgerschaft, sich zu engagieren“, erklärte sie. Laut Gemeindeverwaltung fördert das Land solche Vorhaben seit 2017 mit dem Projekt „Bürgerbusse Rheinland-Pfalz“. 67 Stück seien momentan landesweit unterwegs, vier davon im Rhein-Pfalz-Kreis. Örtliche Bestrebungen, ein solches Transportangebot zu schaffen, würden von der eigens gegründeten Agentur Landmobil unterstützt. Deshalb schlug die Verwaltung vor, Vertreter dieser Agentur zur nächsten Ratssitzung einzuladen und sie die Möglichkeiten für eine solches Vorhaben erläutern zu lassen. Sollte der Rat daraufhin die Agentur mit der Umsetzung des Projekts beauftragen, könnte der Bürgerbus voraussichtlich neun Monate später zum ersten Mal fahren. Weitere Schritte wären demnach eine Informationsveranstaltung, um ein Team von Ehrenamtlichen zu gewinnen, ein Planungstermin und eine praktische Schulung. „Das Vorhaben steht und fällt mit dem ehrenamtlichen Engagement. Einen Versuch ist es wert“, fand Marc Hauck (FDP). Uwe Schölles (SPD) betrachtete es als positiv, dass der Bürgerbus ein anderes Konzept verfolge als der einst eingeführte und letztlich gescheiterte Radiesl-Express. Zunächst beauftragte das Gremium die Verwaltung nun damit, das Agentur-Team für eine Pauschale von 500 Euro zur nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderats einzuladen.