Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Auszeichnung verpflichtet: Bei Wanderkita ist der Name Programm

Freuen sich über die Anerkennung als Wanderkita (hinten von links): Maskottchen Ritter Palatino, Türkan Ilgüner, Manuela Keilwer
Freuen sich über die Anerkennung als Wanderkita (hinten von links): Maskottchen Ritter Palatino, Türkan Ilgüner, Manuela Keilwerth und Monika van Meer umringt von Kindern der Kita Regenbogen.

Bobenheim-Roxheim. Die protestantische Kindertagesstätte Regenbogen ist jetzt offiziell eine Wanderkita. Zumindest für die nächsten zwei Jahre – und insofern sie ihrer Verpflichtung nachkommt, mit einem Teil ihrer Kinder eifrig wandern zu gehen.

„Let’s go – Familien, Kids und Kitas“ heißt eine Gesundheitsinitiative des Deutschen Wanderverbands, die in Kooperation mit der Krankenkasse BKK Pfalz nachhaltiges Engagement für das Wandern mit Kindern fördert und würdigt. „Wir haben dazu eine Anfrage erhalten und beschlossen, dass wir da mitmachen“, berichtet Türkan Ilgüner von der Bobenheim-Roxheimer Kita Regenbogen in der Berliner Straße. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Monika van Meer hat sich die Erzieherin darum gekümmert, dass die Teilnahme klappt und die Einrichtung etwas davon hat.

Auch einige andere Kindergärten haben das Angebot des Wanderverbands angenommen, weiß Ilgüner, aber nicht alle hätten am Ende die Auszeichnung erhalten oder haben wollen: das Schild am Kitagebäude, das auf das besondere Engagement hinweist. Am Freitagnachmittag ist es an der Kita Regenbogen im Beisein der aufgeregten Kinder und des BKK-Maskottchens Ritter Palatino angebracht worden. Außerdem wurden den jungen Läufern ihre Wanderfitness-Pässe ausgehändigt, die dokumentieren, was sie geleistet haben.

Was haben die Kleinen dafür tun müssen? Ilgüner berichtet von zehn Wanderungen innerhalb eines Jahres mit zwölf Fünfjährigen. Fünf der Touren fanden in Begleitung ausgebildeter Wanderführer statt. Auch die Eltern der teilnehmenden Kinder seien einmal eingeladen gewesen. Die Wanderführer haben den Erzieherinnen beigebracht, wie man die Mädchen und Jungen beim Laufen einer längeren Strecke bei Laune hält und ihnen gleichzeitig Wissen über die Natur vermittelt.

Teamgeist gefragt

Tolle Ideen seien das, sagt die Regenbogen-Mitarbeiterin begeistert, zum Beispiel Schnitzeljagd oder Naturbingo – ein Spiel, bei dem vorgegebene Dinge wie Kleeblatt oder Schneckenhaus in der freien Natur gefunden und entweder auf dem Spielplan abgehakt oder in einem mitgebrachten Eierkarton gesammelt werden. Die Wanderungen fördern Koordination, Ausdauer, Gleichgewicht sowie Teamgeist und fordern die Sinne.

Als Ganztagtagstour durch den Pfälzerwald oder die Weinberge am Haardtrand darf man sich die Wanderungen aber nicht vorstellen, denn dazu sind die Kinder noch zu klein, und schließlich werden keine Transportmittel wie Buggys oder Bollerwagen eingesetzt. „Die Spaziergänge haben vormittags über zweieinhalb bis drei Stunden stattgefunden“, berichtet Türkan Ilgüner. Und weil auch keine öffentlichen Verkehrsmittel im Spiel waren, war der Radius um die Kita begrenzt. Ilgüner nennt als nahe, aber interessante Ziele den Kräppelweiher, den Köstengraben, Spielplätze und Felder. „Silbersee und Altrhein dagegen sind zu weit weg“, so Ilgüner. Auf jeden Fall aber hätten die Kleinen mitbestimmen dürfen, wo es hingeht.

Sie und Kollegin van Meer haben sich bei dem Projekt quasi fortgebildet und sind jetzt die Wanderführerinnen in der Kita. Deren Zertifizierung bringt eine Verpflichtung mit sich, nämlich auch im nächsten und übernächsten Kindergartenjahr zehn Wanderungen zu absolvieren. Wanderverband und BKK erhoffen sich dadurch, dass die Kinder dauerhaft Spaß am Wandern entwickeln und ihren Eltern so davon vorschwärmen, dass diese selbst die Wanderschuhe anziehen und den Rucksack packen.

Kontakt

Kitas, die sich für das „Let’s go“-Programm interessieren, finden nähere Infos im Internet unter www.wanderverband.de unter der Rubrik „Wandern mit Kindern“.

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