Rhein-Pfalz Kreis Ausbau Grundschule geht voran
Fussgönheim. Die Planungen für den Ausbau der Schillerschule zur „Betreuenden Grundschule“ können beginnen. Das hat der Fußgönheimer Ortsgemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Die Verwaltung soll zudem für das 380.000 Euro teure Projekt Zuschüsse beantragen und den vorzeitigen Bauantrag stellen.
Zur Erinnerung: Die Ortsgemeinde möchte zum Schuljahr 2016/2017 die Schillerschule zu einer „Betreuenden Grundschule“ umwandeln. Das hat der Gemeinderat bereits beschlossen. Dabei handelt es sich um ein außerschulisches Betreuungsangebot, das in Fußgönheim nach Unterrichtsende bis 17 Uhr bereitgestellt werden soll, informierte die Verwaltung. Nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) sind dafür bereits 33 Kinder verbindlich angemeldet. Um sie betreuen zu können, sollen an der Ostseite des Schulgebäudes ein 56 Quadratmeter großer Raum angebaut und der Flur verlängert werden. Der Flur soll künftig als Spielfläche genutzt werden. „Der Ausgang wird von Osten nach Norden verlegt, sodass die Kinder nicht mehr Richtung Straße hinausgehen, sondern in Richtung Rasen“, sagte sie. Da es im kommenden Schuljahr voraussichtlich wieder zwei erste Klassen geben werde, müsse der bisher als Mehrzweckraum genutzte Saal als Klassenraum verwendet werden, erklärte Klein weiter. Damit trotzdem weiterhin Werkarbeiten und andere Aktivitäten stattfinden können, müssen Akustik und Beleuchtung in der Pausenhalle umgebaut werden. Darüber hinaus soll der Haupteingang behindertengerecht werden. Dadurch erhöhen sich die voraussichtlichen Baukosten für alle Vorhaben von 372.000 auf rund 380.000 Euro. Der Rhein-Pfalz-Kreis müsse das Vorhaben mit zehn Prozent bezuschussen. Ob der Landeszuschuss auch ein Prozentsatz oder ein Pauschalbetrag sein werde, wollte CDU-Fraktionschefin Martina Fickler wissen. Das stehe noch nicht fest, meinte Klein. Fickler war zwar für die Erweiterung der Schillerschule, lehnte aber den Anbau Richtung Osten ab. Für die Christdemokraten ist nach wie vor ein Anbau an der Westseite sinnvoller, da hier im Bedarfsfall mehr Platz für zusätzliche Erweiterungen zur Verfügung stünde. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauer hingegen befürwortete die „Ost-Erweiterung“. Diese Variante könne während des Schulbetriebs leichter umgesetzt werden. Klein wiederum ergänzte, dass der Grundsatzbeschluss für den Anbau an der Ostseite schon im Oktober gefällt worden sei und der Kommune nun die Zeit weglaufe. Die Anträge müssten bis Januar eingereicht werden. „Wenn sie heute nicht zustimmen, haben wir ein Problem – und die Eltern, die sich auf den Grundsatzbeschluss verlassen haben“, erklärte sie. Der FWG-Fraktionsvorsitzende Jochen Schubert erinnerte daran, dass sich auch die Schulleitung und das Personal für den Raum an der Ostseite ausgesprochen hätten. „Das war für uns wichtig. Deshalb werden wir der Planung zustimmen“, sagte er. Eckhard Koch (CDU) hielt die Argumente für die Ostseite für zu kurz gedacht. Für ihn liegt der geplante Anbau zu nah an der Straße. Die Erweiterung habe für die nächsten 50 Jahre bestand, und in diesem Fall „baut man keinen Schulraum auf die Straße“, sagte er. Dem entgegnete Klein, es gehe nicht um einen Raum für die Schule, sondern für die „Betreuende Grundschule“. Am Ende votierte der Ortsgemeinderat mit zwölf zu sechs Stimmen für die Planung von Architektin Gabriele Obenauer. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurden die Planerin und die Bauabteilung der Verbandsgemeinde beauftragt, die Zuschussanträge einzureichen und den vorzeitigen Beginn der Bauarbeiten zu beantragen.