Rhein-Pfalz Kreis Aus Scheune wird offiziell Werkstatt
Nach zehn Jahren Betrieb muss ein Gewerbetreibender in Heßheim jetzt nachträglich einen bürokratischen Hürdenlauf auf sich nehmen. Weil das Ehepaar eine im Inneren umgebaute und isolierte Scheune für Schleif- und Polierarbeiten nutzt, muss es jetzt eine Umnutzung beantragen. Diesem Antrag hat der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.
Wie Simone Urban gegenüber der RHEINPFALZ erläuterte, betreiben sie und ihr Mann das Gewerbe in der Hauptstraße im Nebenerwerb. Das Gewerbe sei ordnungsgemäß angemeldet und sie zahlten Gewerbesteuer an die Ortsgemeinde Heßheim. Die beiden übernehmen Schleif- und Polierarbeiten für Produktionsunternehmen, etwa im Bereich Maschinenbau. Es handele sich um zeitintensive, komplexe Metallbearbeitungen. Als das Ehepaar vor rund zehn Jahren mit dem Nebenerwerb begann, nutzten sie die leerstehende Scheune des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs der Großeltern in der Hauptstraße, so Urban. „Mein Ehemann hat die Räume eigens für diesen Zweck isoliert und gedämmt“, damit die Nachbarschaft nicht gestört werde. Und mit einem direkten Nachbar, der an die Scheune angebaut habe, bestehe Einvernehmen. Dass eine Umnutzung der Scheune hätte beantragt werden müssen, sei ihnen nicht klar gewesen, sagt sie. Eigentlich würde das Ehepaar auch gern auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück ihres Wohnhauses im Gewerbegebiet eine kleine Halle errichten. Ihr Antrag sei aber abgelehnt worden mit der Begründung, der Zuweg sei ein Feldweg und damit nicht für Kundenverkehr geeignet. Doch den gebe es gar nicht, da ihr Mann die Produktionsteile von den Kunden abhole und sie auch wieder hinbringe, erklärt Urban. In der Sitzung des Ortsgemeinderats ging es nur um die Umnutzung der Scheune. Die Ratsmitglieder diskutierten das Thema, als stünde die Gründung des Gewerbes erst bevor. Rein äußerlich ändere sich an dem Gebäude nichts, der Umbau für das Gewerbe würde nur im Inneren erfolgen, informierte Ortsbürgermeister Karl Neunreither (SPD). Er sagte, dass er Probleme habe bezüglich der Geräuschkulisse, die durch die Schleifarbeiten entstünde. Zwar habe die Fachabteilung der Verbandsgemeinde ihm mitgeteilt, dass keine Lärmbelästigung entstehen würde, doch das müsse nun von der Kreisverwaltung geprüft werden. Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) ergänzte, dass das Gewerbe dort angemeldet werden müsse, die Kreisverwaltung müsse dann entscheiden, ob an dieser Stelle ein Gewerbe und speziell dieses möglich sei. Unklar sei auch die Verkehrssituation. Es sei nicht deutlich, ob die Anfahrt von der Hauptstraße aus oder über die rückwärtige Friedhofsstraße erfolge. Dazu sagte Urban auf Nachfrage, dass auch hier kein Kundenverkehr bestehe, sondern ihr Ehemann nur über die Friedhofstraße und einen Kiesweg Produkte an- und abliefere. Das sei nicht täglich der Fall, mitunter gebe es wochenlang keine Aufträge. |cei