Dannstadt-Schauernheim Auf eine Bratwurst mit Felix Raßmußen: Sein Gutselstand-Verein bringt Leben in die Kerwe

Felix Raßmußen vom Gutselstand-Verein hat schöne Erinnerungen an die Kerwe seiner Kindheit.
Felix Raßmußen vom Gutselstand-Verein hat schöne Erinnerungen an die Kerwe seiner Kindheit.

Felix Raßmußen bringt durch den von ihm mitgegründeten Gutselstand-Verein neuen Schwung in die Kerwe. Wie es zur Gründung kam und die Arbeit des Vereins aussieht.

Achsenbruch und große Beine auf kleinen Karren – das Bobbycar-Rennen auf der Kerwe ist lustig und ein voller Erfolg. Die Neuerung steht seit dem vergangenen Jahr auf dem Programm der Kerwe und ist in zwei Kategorien eingeteilt: ein Rennen für die Großen und eines für die Kleinen, inklusive verschiedener Aufgaben. Da geht es hoch her, die Wettkämpfe versprechen witzige Momente für die Teilnehmenden und die Zuschauenden gleichermaßen. Und Felix Raßmußen ist mittendrin. Sein Gutselstand-Verein versammelt alle Vereine des Ortes, die bei der Kerwe in Dannstadt mitmachen wollen.

Raßmußen hat gemerkt, dass die viele Arbeit nur auf mehrere Schultern verteilt gestemmt werden kann. „Immer mehr Dörfer gründen Kerwe-Vereine“, sagt er. Ein Verein allein sei zu wenig. Aber „alle zusammen haben viel mehr Power“. 2022 wurde der Gutselstand-Verein gegründet, um als „Dachverband der Vereine die Kerwe wieder aufblühen zu lassen“. Denn die einzelnen Vereine hatten Probleme, Helfer zu finden.

Bandauftritte reißen einiges wieder raus

Mittlerweile hat der Gutselstand-Verein mehr als 60 Mitglieder, sodass es von Jahr zu Jahr besser funktioniere, „der Kerwe Leben einzuhauchen“. Und die Ortsgemeinde unterstützt die Aktiven tatkräftig dabei, freut sich Raßmußen. „Durch die auflebende Kerwe gab es einen Ruck“, beobachtet er. „Es kamen Vereine dazu, und kleine Vereine übernehmen zum Beispiel einen Tag der Kerwe.“

Das alles klappte auch bei der diesjährigen Kerwe sehr gut, selbst wenn das Wetter nicht immer mitspielen wollte – so gab es am Samstag viel Regen. Am Freitag war es dafür rappelvoll, am Eröffnungstag „sehr gut besucht, auch wenn manche wegen der Kälte etwas früher gegangen sind“. Aber die Bühne, die durch Kontakte zu relativ günstigen Kosten aufgestellt werden konnte, und die Auftritte der Bands reißen so einiges wieder heraus.

Sage vom „Dreckischen Daniel“ belebt

Raßmußen, der in Dannstadt aufgewachsen ist, hat schöne Erinnerungen an die Kerwe seiner Kindheit. „Ich habe alles mitgenommen: vom Kinderkarussell über die Boxautos bis hin zu den Bars und Bands später.“ Das hat zu seinem Engagement für die Kerwe beigetragen, aber auch, dass er „gerne in Vereinen aktiv“ ist. „Die nächste Generation hat auch Lust auf Kerwe und Lust, im Kerwe-Verein aktiv zu sein“, beobachtet er erfreut. „Es macht Spaß zu sehen, wie die Bemühungen Früchte tragen.“ Verbesserungsvorschläge werden immer mit einbezogen, weil der Verein die Kerwe optimieren will. „Wir wollen alle einbeziehen und abholen.“

Der Zusammenhalt sei entsprechend „super“. Raßmußen: „Jeder hilft jedem.“ Und so konnte dieses Jahr das erste Mal seit mehreren Jahren der Kerwebaum zur Eröffnung aufgestellt werden. „Wir wollen alte Traditionen erhalten und neue schaffen, damit es interessant bleibt.“ Wie die Dannstadter Sage vom „Dreckischen Daniel“: Kinder, die schmutzig sind, werden im Fluss gewaschen. Dies lebt in neuem Gewand auf: in Form einer Strohpuppe im Wagen, die herumzieht und freien Wein verteilt.

Politik bleibt bei Kerwe außen vor

Im Verein selbst machen 18-Jährige genauso mit wie über 60-Jährige. Die Mitglieder stemmen über das ganze Jahr hinweg diverse Feste und generieren damit und mit Spenden Geld für die Kerwe. Die erste Sitzung zur Planung findet schon im Juni oder Juli statt. Der Aufbau startet eine Woche vorher. „Wir sind eine bunt gemischte Truppe“, die zusammen „schöne Abende“ verlebe, sagt Raßmußen. Politik wird auf der Kerwe außen vorgelassen, denn CDU und SPD ziehen erfreulicherweise an einem Strang. „Wir wollen einfach zum Dorfleben etwas Schönes beitragen.“

x