Rhein-Pfalz Kreis Auf die Wirkung der Musik gesetzt
Einen eher ungewöhnlichen Wahlkampfauftritt hatte am Freitag Uwe Martin. Der parteilose Bewerber für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Leiningerland gab mit seiner Leiningerland-Band in der Bockenheimer Weinstube ein Konzert.
Martins einzige Wahlkampfaussage an dem Abend: „Wählen Sie mich, ich möchte Bürgermeister im Leiningerland werden.“ Ansonsten ließ es der Kindenheimer auf die Wirkung der Musik ankommen. Zur RHEINPFALZ sagte er: „Was bringt es, sich wie die etablierten Parteien zu präsentieren? Das kann ein Bewerber vor den eigenen Parteifreunden tun, die einem dann freundlich geneigt applaudieren zu allem, was man sagt. Oder er stellt sich in die Fußgängerzone. Aus meiner Sicht beides keine vielversprechenden Konzepte.“ Martin möchte „problembezogene Lösungen erreichen, mich geplant einem Thema annähern“. Es gebe drei wichtige Dinge im Leben für ihn: Kultur, Genuss, Wein. „Das lässt sich mit dem Begriff Tourismus überschreiben.“ Zur Kultur trage er mit der Leiningerland-Band jeden Monat einmal etwas bei. Aus dem Pool von mittlerweile über 60 professionellen Musikern lade er sich Gäste ein. Wer Lust und Zeit habe, der spiele mit ihm im Leiningerland: „Entweder in der Bockenheimer Weinstube, so wie heute, oder in Bissersheim in der Scheune von Knipsers Halbstück, wo wir auch jeweils rund 70 bis 80 Zuhörer erreichen“, sagt Uwe Martin. Als Wahlkampfteam hatte er am Freitag Stephan Udri (Trompete/Flügelhorn), Alexander Schindler (Piano) und Thomas Bugert (Bass) eingeladen. Netzwerken nennt Martin die Zusammenstellungen der Bands, mit denen er spielt. „Es ergibt sich immer etwas Neues, die Musik ist immer anders, aus den gemeinsamen Auftritten mit mir haben die Kollegen teilweise schon eigene Projekte entwickelt. Das ist das, was mir an diesem Hobby so viel Freude macht“, sagt Martin. Mit Stephan Udri war zwar der dritte Trompeter in Folge zu Gast, doch auf diese Weise erlebten Stammgäste drei komplett unterschiedliche Konzepte. Udri gefiel am besten immer dann, wenn er zum Flügelhorn griff. Seine Improvisationen mit dem weich klingenden Instrument waren ein Genuss. Eindrucksvoll auch Alexander Schindler, unaufgeregter Pianist mit der Gabe, Gefühle aus den Fingern heraus zu entwickeln. Thomas Bugert am Bass zeigte ähnliche Eigenschaften, seine Präsenz wertete das Konzert ohne vordergründige Effekthascherei auf. Die gebotene Mischung aus Cool-Jazz und Standards gefiel. Wahlkampf mal ganz anders, warum nicht?