Rhein-Pfalz Kreis Auf der Suche nach Ratten
Maxdorf/Lambsheim. Haben die Verbandsgemeinde (VG) Maxdorf und die Ortsgemeinde Lambsheim ein Problem mit Ratten? Das will derzeit eine Fachfirma für Schädlingsbekämpfung herausfinden, indem sie Köder in die Kanalschächte legt. Gestern sind die Arbeiten in Lambsheim gestartet, in den Orten der Verbandsgemeinde Maxdorf ist die erste Phase für die Untersuchung schon abgeschlossen.
„Es gibt keine Hinweise auf eine Rattenplage“, sagt Uwe Peter, Werkleiter der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim auf Anfrage. Die Untersuchung werde vorbeugend gemacht, dazu sei der Abwasserzweckverband, den Lambsheim und die VG Maxdorf betreiben, in regelmäßigen Abständen verpflichtet. „Früher hat unser Bauhof Giftköder ausgelegt, aber das geht jetzt nicht mehr“, erklärt Peter, warum der Abwasserverband einen Dienstleister beauftragt hat: eine Firma mit dem umständlichen Namen Erstes Ludwigshafener Reinigungsinstitut „Viktoria“ Gottlieb Friedrich Hehl GmbH & Co. KG. In der 2013 in Kraft getretenen europäischen Biozid-Verordnung ist geregelt, wie die Risiken einer Ratten- und Mäusebekämpfung durch Gift zu minimieren sind. Zum einen ist da die Gefahr, dass die Nager gegen die Mittel resistent werden. Zum anderen sollen Tiere wie Hunde, Katzen, Greifvögel und Füchse durch das Fressen vergifteter Nager nicht zu Schaden kommen. Wenn die Giftköder unterirdisch ausgelegt werden, besteht in dieser Hinsicht keine Gefahr. Doch beim Monitoring, also in der ersten Phase, wird gar nicht mit dem Blutgerinnungsgift hantiert. Laut Uwe Peter wird in fast jeden zweiten Kanalschacht ein harmloser Fraßköder gehängt. Für das gesamte Aktionsgebiet sind es 1200 von 3000 Schächten. Erst wenn die Päckchen nach einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Umfang angeknabbert worden seien, könne man auf das Ausmaß des Rattenbefalls im Kanalnetz schließen. Dies werde in den Ortschaften der Verbandsgemeinde Maxdorf bereits nächste Woche überprüft. Die Köder wurden dort schon zwischen dem 10. und 14. Oktober in 700 Schächten ausgelegt. „Eine Kontrolle erfolgt immer zwei bis drei Wochen später“, erklärt Matthias Wünstel, Sachbearbeiter im Bereich Tiefbau bei der VG Maxdorf. Er rechnet damit, dass einige Giftköder ausgelegt werden müssen. „Unsere Planungen gehen davon aus, dass ein bis zwei Drittel der Köder angeknabbert sein werden und dementsprechend durch Giftköder ersetzt werden müssen“, erläutert Wünstel. In den Planungen stehe daher für das gesamte Aktionsgebiet die Summe von 2000 Kanalschächten, die dementsprechend präpariert werden müssten. Ob die Verwaltungen mit dieser Einschätzung richtig liegen, werde sich allerdings erst im Laufe der kommenden Wochen zeigen, wenn die Mitarbeiter der beauftragten Firma die Schächte in der Verbandsgemeinde Maxdorf und im Anschluss auch die in Lambsheim kontrollieren. Sollten sie in einem Schacht einen Befall, sprich einen angefressenen Köder finden, werde nicht nur dieser sofort durch einen Giftköder ausgetauscht, sondern auch die umliegenden Schächte werden laut Wünstel damit ausgestattet. Eventuell müsse auch gar nichts unternommen werden, man müsse eben die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten. Sollten doch Giftköder benötigt werden, beinhalten diese Biozidköder für diese Zwecke zugelassenes Gift. Ein 200 Gramm schwerer Köder reicht für bis zu sieben ausgewachsene Ratten. Damit die Tiere einen verendeten Artgenossen nicht mit dem Köder in Verbindung bringen und lernen, wirkt das Gift nicht sofort nach dem Fressen. „Für jeden belegten Schacht muss dessen Lage und die Menge des Biozidköders sowie das Datum der Belegung dokumentiert werden“, erklärt Werkleiter Uwe Peter, warum die Sache so aufwendig ist, dass ausgebildete Fachleute beauftragt werden müssen. Außerdem seien die wirkstoffhaltigen Köder nach zwei bis drei Wochen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu erneuern.