Bobenheim-Roxheim
Außergewöhnliche Lebensleistung: 45 Jahre aktiver Dienst
Herausragend bei der Versammlung am Freitagabend war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Thomas Andres, der gleichzeitig das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz entgegennehmen durfte. Dies für 45 Jahre aktiven Dienst in Führungspositionen der Wehr. Dafür gab es langanhaltenden und stehenden Applaus. Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte bei seiner Laudatio die herausragenden Verdienste von Andres. Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft erfolge nur äußerst selten – und würdige eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Lebensleistung. Gleiches gelte auch für den langjährigen Wehrleiter Patrick Janz, der für 40 Jahre aktiven Dienst den Goldenen Feuerwehr-Orden des Landes entgegennehmen durfte. 35 Jahre aktiv im Dienst ist Kay Antretter, der mit dem Landesfeuerwehr-Ehrenzeichen in Gold geehrt wurde. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurde Peter Marhöfer mit der Ehrenspange in Gold der Gemeinde Bobenheim-Roxheim ausgezeichnet.
Neben den Ehrenzeichen überreichte Bürgermeister Müller auch Geldprämien zwischen 100 und 400 Euro. „Ich freue mich noch immer, dass der Gemeinderat im Jahr 2019 diese finanzielle Anerkennung für jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit mitgetragen hat“, sagte er. Der Ortschef verwies auf die bemerkenswert langjährige Motivation und den enormen Zeitaufwand, den alle ausgezeichneten Wehrleute in ihren Dienst eingebracht haben. Nicht selten habe man bei Einsätzen Leib und Leben riskiert. Müller verwies auf die physischen und psychischen Belastungen, denen die Einsatzkräfte oft – bis an die Grenzen menschlicher Belastbarkeit – ausgesetzt seien. Dies verdiene Hochachtung und Respekt.
Altes Fahrzeug kommt in Ukraine zum Einsatz
125 Einsätze absolvierte die Freiwillige Feuerwehr Bobenheim-Roxheim im vergangenen Jahr, davon 53 Brandeinsätze. Darüber hinaus rücke sie zu 72 Hilfeleistungen aus – oft Türöffnungen. In schlimmer Erinnerung sei ein Unfall an der Bahnlinie. Der Bürgermeister verwies auf bedeutsame Maßnahmen in Sachen Brand- und Katastrophenschutz. So habe man im Oktober die Inbetriebnahme des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 20 feiern können – und damit das alte, über 30 Jahre alte Fahrzeug abgelöst. Dieses werde künftig in der Ukraine zum Einsatz kommen.
Ein weiterer Meilenstein des Katastrophenschutzes vor Ort sei die Inbetriebnahme der neuen Sirene auf dem Dach der Kita Regenbogen im Roxheimer Süden. Damit sei nun ein flächendeckendes Warnsystem verwirklicht und als solches bereits erprobt. Wehrleiter Kai Neiheiser betonte die ungebrochene Einsatzbereitschaft seiner Truppe. Trotz vieler Belastungen sei die Zahl der aktiven Wehrleute mit 59 konstant. Erfreulich sei der Zulauf bei der Jugendfeuerwehr. Zu den regelmäßigen Treffen und Ausbildungsveranstaltungen kommen 15 Jugendliche. Ungeachtet der Zahlen kündigte der Wehrleiter weitere Werbemaßnahmen zur Gewinnung neuer Wehrleute an.
Neiheiser verwies auf das hohe Ausbildungs- und Qualifizierungsniveau der Wehr. So wurden 2024 über 5000 Ausbildungs- und Qualifizierungsstunden absolviert. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren in der Nachbarschaft und der Region sowie mit THW und DLRG sei vorbildlich und habe sich bewährt. Die Verbundenheit zwischen Bevölkerung und Feuerwehr sei 2024 beim Tag der offenen Tür eindrucksvoll sichtbar geworden. „Rund 1500 Besucher haben diese Veranstaltung wieder zu einem vollen Erfolg werden lassen“, sagte Neiheiser. Dies sei den fleißigen Helfern des Feuerwehr-Fördervereins zu verdanken. Man werde die beliebte Veranstaltung beibehalten.