Waldsee
Asylbewerberunterkunft steht unter Quarantäne
Die Infektionen seien bei einer Schnelltestung am Dienstag nach Pfingsten festgestellt worden, informiert Toni Krüger (Grüne), Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Rheinauen, auf Anfrage. Diese Testung habe die Verbandsgemeinde initiiert und zum ersten Mal durchgeführt. In der Gemeinschaftsunterkunft leben laut Krüger 43 Menschen. Sieben Bewohner – eine komplette Familie mit sechs Personen sowie eine Einzelperson – seien positiv auf das Virus getestet worden. Sie seien unverzüglich abgesondert worden. Bei einer genaueren PCR-Testung am vergangenen Freitag, für die das Gesundheitsamt das Deutsche Rote Kreuz beauftragt hatte, seien die Ergebnisse der Schnelltests bestätigt und zudem seien noch zwei weitere positive Fälle erkannt worden, sagt Krüger.
Nun steht die gesamte Unterkunft unter Quarantäne. Die Verbandsgemeinde arbeite eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises zusammen. Kreissprecherin Kornelia Barnewald informiert auf Anfrage, dass alle Betroffenen in ihren Zimmern bleiben müssen und ein Catering organisiert worden sei. Wie lange die einzelnen Bewohner in Quarantäne sein müssen, wird laut Krüger noch erörtert. Dabei gehe es unter anderem darum, wie eng der Kontakt zwischen Bewohnern und Infizierten war und wie lange das positive Testergebnis zurückliegt. Der Beigeordnete berichtet auch, dass in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt für kommenden Samstag eine weitere PCR-Testung geplant sei.
Beigeordneter: Erkrankten geht es gut
Krüger zufolge geht es den positiv Getesteten gut, sie hätten bisher nur leichte Krankheitsverläufe. Nur eine Person zeige Symptome, sagt der Beigeordnete. Mit Blick auf Impfungen ist er der Meinung, dass diese am sinnvollsten durch mobile Teams beziehungsweise den Impfbus des Kreises in den Gemeinschaftsunterkünften erfolgen sollen. Zur Impfbereitschaft der Asylbewerber kann Krüger keine Aussage treffen. Er berichtet aber, dass bei den Tests alle da und sehr diszipliniert gewesen seien. „Ich habe deshalb die Hoffnung, dass wir auch bei der Impfung alle erreichen“, sagt der Beigeordnete.
Zu einer Impfaktion in Asylbewerberunterkünften teilt die Kreissprecherin mit, dass der Kreis im Jahr 2017 die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge per Vereinbarung auf die Kreisgemeinden übertragen habe. Flüchtlinge, die in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, könnten sich beim Land über die Hotline oder die Internetseite für einen Impftermin registrieren lassen. Derzeit werde geprüft, ob in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Land ein mobiles Impfteam zum Einsatz kommen kann. „Das weitere Prozedere steht jedoch noch nicht fest“, sagt Barnewald.
Corona-Fallzahlen
Die Sieben-Tage-Inzidenz im Rhein-Pfalz-Kreis lag am Dienstag bei 39,5. Es wurden sechs Neuinfektionen gemeldet.