Dannstadt-Schauernheim
Anwohner fordern Einbahnstraßenabschnitt in Haardtstraße
Doch ganz so einfach umzusetzen, ist der Wunsch der Anwohner nicht, wie die Diskussion Bauausschuss zeigte. Dass die Parksituation in der Haardtstraße zwischen Haupt- und Kurpfalzstraße nicht ideal ist, war den Verantwortlichen im Rathaus schon bewusst. Die nördliche Seite sei nahezu immer dicht geparkt, fasst es Ordnungsamtsleiter Gerhard Schaa zusammen. Zudem habe sie eine relativ hohe Sammelfunktion. Heißt: Die Haardtstraße dient vielen Autofahrern als Weg zur Kurpfalzschule, zur Kurpfalzhalle und zur Kita Sonnenschein – dazu kommt bald noch die geplante neue Kita. Vernünftiger Begegnungsverkehr könne wegen der meist zugeparkten Nordseite kaum stattfinden.
Deswegen habe sich das Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) mit Gerhard Schaa und Bürgermeister Stefan Veth (CDU) vor Ort angeschaut. „Wir haben uns überlegt, wie wir den Begegnungsverkehr ermöglichen könnten, zum Beispiel mit Parkbuchten“, berichtete Manuela Winkelmann. „Dann kam das Schreiben der Anwohner.“
Die Betroffenen fordern, die Haardtstraße in diesem Teil in eine Einbahnstraße umzuwandeln. Der Verkehr solle künftig nur noch von der Hauptstraße zur Kurpfalzstraße erlaubt sein und können über die Weinbietstraße abfahren und zurück auf die Hauptstraße gelangen. Ihre Forderung haben die Anwohner mit einer Unterschriftenliste untermauert.
Alle Anwohner wollen das
Zunächst habe sie geglaubt, dieser Aspekt werde im angestrebten Mobilitätskonzept „Fairer Verkehr“ mit untersucht, sagte Winkelmann. Dieses lässt die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim vom Fachbüro Verkehr mit Köpfchen aus Heidelberg erstellen. Im Gespräch mit dessen Inhaberin Hannah Eberhardt habe sie erfahren, dass dieses zwar die Straßen umfasse, „aber zum Beispiel der Stoßverkehr an Schule und Kitas ist nicht enthalten“, erklärte die Ortschefin. Eberhardt habe der Ortsgemeinde aber ein entsprechendes Angebot gemacht.
„Sind alle Anwohner dafür?“, fragte Marc Hauck (FDP). In diesem Fall, und falls es sonst keinen Gegenwind im Dorf gebe, könne die Kommune die Einbahnstraßenregelung doch einführen, da es genügend Umfahrungsmöglichkeiten gebe. „Ja, es sind alle Anwohner dafür“, antwortete Winkelmann.
Beate Berg (CDU) befürwortete das ebenfalls, da alle dafür seien, einen Prüfantrag bei der Straßenverkehrsbehörde für eine Einbahnstraße dort zu stellen. Zugleich sprach sie sich dafür aus, dass Angebot des Fachbüros anzunehmen, da dieses auch die Situation vor der Schule und den Kitas untersuchen würde.
Einfach umsetzten, geht nicht
Dem pflichtete die Ortsbürgermeisterin bei. Weil durch die Haardtstraße viel Verkehr rolle, müsse das gesamte Gebiet – unabhängig von der Einbahnstraßenfrage – in einem übergeordneten Konzept eingebunden werden. „Anders würde das keinen Sinn ergeben“, sagte sie.
„Könnten wir die Einbahnstraße zumindest testweise kurzfristig einführen und schauen, wie das läuft?“, erkundigte sich die Ortsbeigeordnete Sara Schön (Grüne). Machbar sei grundsätzlich alles, antwortete Gerhard Schaa. Er verstehe auch den Impuls gewählter Mandatsträger, so etwas einfach umsetzen, wenn es doch alle wollen, die da wohnen. Aus Behördensicht müssten aber auch andere Aspekte wie Gefahrenabwehr und Verkehrssicherheit bedacht werden. „Ein Effekt einer Einbahnstraße ist nämlich, dass dort schneller gefahren wird“, erläuterte er und betonte, dass die einfache, schnell umsetzbare Lösung nicht automatisch immer die beste sei. Er riet zu einer Verkehrsuntersuchung, bei der Experten auch die Alternativen objektiv bewerten, die Vor- und Nachteile beleuchten und am Ende aufgrund ihrer Ergebnisse etwas empfehlen.
Am Ende beauftragte der Ausschuss das Büro Verkehr mit Köpfchen mit der Untersuchung und beschloss, dass im Anschluss für die Umsetzung des von den Experten bevorzugten Ergebnisses ein Prüfantrag gestellt werden soll.