Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Altes Rathaus soll saniert werden

Soll denkmalgerecht saniert werden: das Alte Rathaus in Waldsee.
Soll denkmalgerecht saniert werden: das Alte Rathaus in Waldsee.

Das Alte Rathaus in der Ortsmitte von Waldsee ist eines der Gebäude, die das Ortsbild prägen. Doch am fast 200 Jahre alte Gebäude hat der Zahn der Zeit genagt. Es soll in absehbarer Zeit etwas geschehen.

Einst der Verwaltungssitz der Gemeinde Waldsee, bietet das Alte Rathaus nun Raum für Vereine und Veranstaltungen. Der Ortsgemeinderat Waldsee hat sich nun bei einer Gegenstimme dafür ausgesprochen, die denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudes anzugehen. „Es ist nicht akut und nicht dringend notwendig“, erklärt Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU). „Wir sind in der komfortablen Lage, die Renovierung in Ruhe planen zu können.“ Ein Gutachten des Ingenieurbüro IBS liegt inzwischen vor, aus dem hervorgeht, was gemacht werden soll.

Schon länger bekannt sind Schäden am Dach. Es soll komplett neu gedeckt und energetisch saniert werden. Dazu gehört auch eine Erneuerung von Rinnen, Fallrohren und Blitzschutz. Die Dachfenster und Gauben sollen ebenfalls erneuert werden. Die Dachflächen und die oberste Geschoßdecke sollen möglichst mit Holzfaser-Dämmplatten gedämmt werden, um im Sommer einen besseren Hitzeschutz und weniger Temperaturschwankungen zu haben. Unter dem Dach ist das Archiv der Gemeinde Waldsee untergebracht.

Einige Schäden im Gebäude

Bei der Begehung sind dem Planungsbüro noch weitere Schäden aufgefallen. Unter anderem sind Risse im Putz der Fassade, die fachgerecht geschlossen werden müssen. Die Kunststofffenster sollten durch Holzfenster entsprechend dem historischen Vorbild ersetzt werden, schlagen die Planer vor. Würde man sich komplett an den alten Bildern orientieren, müssten die Fenster an der Südfassade im Erdgeschoss bodentief werden. Das lehnt der Gemeinderat aber ab. Auch am Sockel und den Klappläden müssen Sanierungsarbeiten stattfinden.

Ursprünglich war das Gebäude nicht unterkellert. Der Keller wurde erst nachträglich eingebaut. Die Wände sind feucht, die Fugen der Außenwände sind ausgewaschen und der Innenputz hat sich fast vollständig von den Mauern gelöst. Da die Kellerräume aber nur als Abstellräume genutzt werden und aufgrund der Dicke und Massivität des Mauerwerks keine Gefahr für die Standsicherheit des Gebäudes besteht, hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, das Mauerwerk nicht zu sanieren und trocken zu legen.

Der zeitliche Ablauf der Sanierung sieht nun so aus: Noch in diesem Jahr soll die Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen und die Dachsanierung ausgeschrieben werden. 2024 soll dann das Dach saniert werden, und die Arbeiten für die Fassadensanierung sollen ausgeschrieben werden. Diese Arbeiten werden dann voraussichtlich 2025 gemacht.

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