Rhein-Pfalz Kreis Alter Stein, neue Wirkung

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Dannstadt-Schauernheim. Zugewuchert war er und fast gar nicht mehr zu sehen – also haben sich Freiwillige dieser Tage ans Werk gemacht und einen Menhir freigelegt und gesäubert. Jetzt kann der Stein im Ortsteil Schauernheim wieder bestaunt werden.

Gefunden wurde der Stein 1978, als das Baugebiet Mitte Nord in Schauernheim erschlossen wurde. Das gute Stück steht am Ortseingang von Schauernheim. Man trifft auf ihn, wenn man von der Autobahnbrücke kommt, und endlich ist er auch wieder gut zu sehen. Über die Jahre hatten sich Pflanzen über den Menhir hergemacht und ihn wild begrünt. Mit jeder Menge Werkzeug und Arbeitshandschuhen ausgestattet hat sich eine Gruppe Freiwilliger aus Schauernheim ans Werk gemacht und den alten Steinblock entblättert. Väter und ihre Kinder waren im Einsatz, und es hat sie einiges an Arbeitskraft gekostet, aber schließlich kam unter dem Grün das Grau wieder zum Vorschein. Mitinitiator der Aktion ist Thomas Keck, der damals mit seinem Freund Bernd Kocher den Stein entdeckt hat. Vater Kurt Kocher hat ihn als etwas Besonderes identifiziert. Ein Menhir ist eine aus dem Bretonischen entlehnte Bezeichnung für einen hochragenden Steinblock, der auch als Hinkelstein bekannt ist. Menhire stehen frei und sind oftmals phallisch geformt. Die Steine wurden einzeln errichtet oder in Quadraten, Kreisen oder Reihen angeordnet. Viele kennen Hinkelsteine aus der Comicreihe Asterix, in der Obelix die kleinen Felsen hingebungsvoll durch die Gegend schleppt. Menhir kann auch mit Langstein übersetzt werden. Das bretonische „maen“ bedeutet „Stein“, und „hir“ ist „lang“. Der im deutschen Sprachraum volkstümliche Name Hinkelstein bildete sich im Mittelalter heraus. Das Wort Hünenstein mit der Bedeutung „Riesenstein“ wurde wohl irgendwann einmal nicht mehr verstanden und vermutlich über Hühnerstein mundartlich zu Hinkelstein. Hinkel bedeutet in deutschen Dialekten heute immer noch Huhn. Heidenstein oder steinerne Jungfrau sind weitere Namen für die Steine, die vornehmlich in der Jungsteinzeit aufgestellt wurden als Ersatzleib für die Seelen der Verstorbenen. Die Steine dienten in der damals noch wenig besiedelten Region aber auch als Orientierungshilfe. |btw

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