Rhein-Pfalz Kreis Afrikanische Speisen entführen in exotische Geschmackswelt

Schifferstadt. Afrikas Geschmackswelt ohne langen Anreiseweg erleben? Der „Freundeskreis Burkina Faso“ Schifferstadt macht es derzeit möglich. Mit der „Woche der Begegnung“ feiert er sein zehnjähriges Bestehen. Gäste aus Burkina Faso sind extra angereist – im Gepäck jede Menge afrikanisches Lebensgefühl. Höhepunkt ist am Mittwoch ein afrikanisches Essen auf dem Gelände des katholischen Pfarrheims Herz-Jesu gewesen.
„Wir bekommen stets mehr zurück, als wir geben – soviel Herzlichkeit und Lebensfreude,“ berichtete Regina Schackert, die mit ihrem Mann Gerhard den Freundeskreis gegründet hat, von ihren persönlichen Erfahrungen. Burkina Faso, was übersetzt so viel heißt wie das „Land des aufrichtigen Menschen“, ist seit 1960 ein unabhängiger Staat in Westafrika und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auch der Schifferstadter Freundeskreis, der mittlerweile 80 Patenschaften umfasst, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Ärmsten dort ein wenig Hoffnung zu schenken, indem er soziale Projekte generell und einen Schulbau im Besonderen unterstützt. Immerhin brachte es die Gemeinschaft im vergangenen Jahr auf eine Unterstützungssumme von rund 35.000 Euro. Eine flüchtige Begegnung im Jahre 2005 mit Abbé Père Michel Bationo – auf der Durchreise zum Weltjugendtag in Köln – legte den Grundstein für die Freundschaft zu Burkina Faso. Der damalige Geistliche der Dompfarrei von Koudougou brachte schließlich Clarisse Kantiono, die Gründerin der „Association PIA“, mit in die Runde. Sie unterstützt bis heute vor Ort Frauen in einem Sozialzentrum. Die Schifferstadter Hilfe basiert auf dem Gedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“. Und so war die Delegation neben einigen Säcken voller Hirsemehl und getrocknetem Spinat für ihr traditionelles afrikanisches Dankesessen auch mit jeder Menge selbst hergestellten Textilien und Schmuck angereist. Die Resonanz der Besucher war groß, und farbenfrohe Taschen und Armbänder fanden schnell neue Besitzer. Clarisse, wie sie von allen genannt wird, wollte mit dem Festessen ihren Dank für die Hilfe ausdrücken und den Unterstützern ihr Heimatland ein Stück näher bringen. „Und wie könnte man das besser als mit einem typischen afrikanischen Essen?“, bemerkte Schackert freudig. Die Vorbereitungen starteten schon am Vorabend, denn es sollte ein breites Spektrum an landestypischen Speisen dargeboten werden. Kochen in XXL-Töpfen war deshalb angesagt. Die Teller waren üppig gefüllt, viele der 100 Gäste luden nach – zu lecker war das Festmahl und auf den zweiten Blick gar nicht mehr so fremdartig: Riz gras (fetter Reis), Gemüseeintopf, Fleischspieße, Tô (Polentaknödel mit Sauerampfersoße), Erderbsen und Aloko (Kochbananen). Die Schifferstadterinnen Marianne Reffert und Irmgard Mayer waren angenehm überrascht. „Es schmeckt alles ausgezeichnet“, lautete ihr Fazit. Einzig die Erderbsen ließen Raum für Spekulationen und die ungewürzte Polenta war dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Umrahmt wurde das Essen von afrikanischen Trommelklängen und Tanzeinlagen. (csst)