Gerolsheim RHEINPFALZ Plus Artikel ADVENTSKALENDER: „Zeit für sich selber nehmen“, rät Gaby Müller

Nutzz freie Zeit auch, um mehr zu lesen: Gaby Müller.
Nutzz freie Zeit auch, um mehr zu lesen: Gaby Müller.

Gaby Müller ist es sehr schwer gefallen, wegen der Pandemie den Bürgerbusbetrieb in der Verbandsgemeinde Leiningerland einzustellen. Denn sie weiß, dass viele alte Menschen die Fahrten brauchen.

Sie selbst hat sich durch die Zwangspause verändert, meint Gaby Müller und hat ein paar Tipps. „Ich vermisse dieses Ehrenamt sehr“, gesteht die Gerolsheimerin. Seit vier Jahren koordiniert sie in einem Team von knapp 50 Fahrern und Telefondienstlern den Bürgerbus-Service für Senioren jeden Dienstag und Donnerstag. Er wurde erneut eingestellt, um die meist älteren Busfahrer vor Ansteckung zu schützen.

Im langen Lockdown im Frühjahr hat Gaby Müller ihre „Arbeitslosigkeit“ zunächst mit Büroarbeit kompensiert. „Zum Beispiel musste unser Prospekt überarbeitet werden“, sagt sie. Doch irgendwann sei fast alles erledigt gewesen, ähnlich wie im Haushalt, wenn man nicht ständig Küchenschränke abwaschen will.

Mit der Hand schreiben

Die neue Initiative „Gerolsheim bewegt sich“ kam da wie gerufen für Müller, dort engagiert sie sich nun. Mehr Zeit bedeutet für sie auch, ein lange herumliegendes Buch zu lesen, die RHEINPFALZ intensiver zu nutzen, mit Menschen zu telefonieren statt WhatsApp-Nachrichten zu verschicken, neue Kochrezepte auszuprobieren und im Advent Weihnachtsgrüße nicht in eine E-Mail zu tippen, sondern mit der Hand auf eine Karte zu schreiben.

Apropos Weihnachten: „Diesmal habe ich für mich und meine Mutter im Pflegeheim sehr früh die Weihnachtssachen hervorgeholt“, erzählt Müller. Die Mutter habe, so wie sie selbst auch, eine Veränderung bemerkt. „,Du bist viel ruhiger geworden’, hat sie zu mir gesagt.“ Das liege wohl daran, dass der übliche Termindruck weg sei.

Leckeres Menü

Gaby Müller kann jedem nur empfehlen, die Corona-Zeit zu nutzen und sich mal wieder auf etwas Neues oder Wiederentdecktes einzulassen. Bei ihr ist es unter anderem das Malen. „Man muss sich Zeit für sich selber nehmen.“ Und dann fragt sie: „Darf ich Werbung machen?“ Sie und ihr Mann haben nämlich das Menü zu Abholen des Restaurants Karlbacher in Großkarlbach ausprobiert. Man könne sein eigenes Geschirr mitbringen, damit alles schön angerichtet werden kann. „Das hat ganz wunderbar geklappt und geschmeckt, das möchte ich gern weiterempfehlen.“

Serie

Manche haben ihr Haus durchrenoviert oder wieder mit dem Joggen angefangen, andere sich ein Haustier angeschafft. Die Ideen und Strategien, wie die Menschen mit Corona und Lockdown umgehen, sind sehr unterschiedlich. Die RHEINPFALZ hat Menschen aus Sport, Kultur, Politik und Gesellschaft gefragt, wie sie dieses Jahr bewältigt haben, was ihnen in der Krise Mut und Freude macht.
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