Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel ADVENTSKALENDER : Neuer Mut nach schwerem Unfall

Zuversichtlich: Patrick Minrath.
Zuversichtlich: Patrick Minrath.

Patrick Minrath blickt voller Zuversicht und Optimismus in die Zukunft. Der 44-Jährige, der seit seinem schweren Fahrradunfall in Spanien im Oktober 2019 querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat während der Corona-Pandemie in seiner Familie wieder zu viel Kraft und Lebensmut gefunden.

„Ich hatte das Glück, dass ich noch vor dem ersten Lockdown im März das Krankenhaus verlassen durfte“, erzählte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die notwendigen Umbaumaßnahmen in seinem Haus in Bobenheim-Roxheim seien zu diesem Zeitpunkt so gut wie abgeschlossen gewesen. Er habe es als sehr angenehm und positiv empfunden, seine Ehefrau und seine beiden Kinder Corona-bedingt daheim um sich zu wissen. Beim Unterricht zu Hause habe man auf Arbeitsteilung gesetzt: Er habe sich um Sohn Jonas (neun Jahre alt), seine Frau Petra um Philipp (zwölf) gekümmert.

Muskelaufbau wichtig

Auch das sportliche Übungsprogramm – vorwiegend mit dem Liegendrad – hatte in dieser Zeit bei Patrick Minrath einen hohen Stellenwert. Der Muskelaufbau war ihm besonders wichtig. Obwohl er massenweise Bücher geschenkt bekam, fehlte ihm zum entspannten Lesen ein wenig die Muße. „Ich lese die RHEINPFALZ, das reicht“, meint er scherzhaft.

Seit 1. Oktober arbeitet der Familienvater wieder in seinem Beruf als Anleiter für Holztechnik in der beruflichen Bildung. „Es funktioniert sehr gut“, betont Patrick Minrath. Seine Firma, das Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB), habe ihn großartig unterstützt. Wenn das Wetter mitspielte, hat er den Weg von Bobenheim-Roxheim zu seiner Arbeitsstätte in der Robert-Bosch-Straße in Frankenthal mit dem Rollstuhl zurückgelegt – nicht mit Motorantrieb, sondern ausschließlich mit Muskelkraft. Seit Kurzem verfügt er nun über ein umgebautes Automatik-Auto, das per Hand gefahren werden kann. „Dies bedeutet für mich einen großen Schritt in die Selbstständigkeit“, bekennt er.

Die Steigung der Rampe am Eingang seines Hauses sei für ihn anfangs schon „grenzwertig“ gewesen, verrät Patrick Minrath. Doch mittlerweile hat er damit dank erstarkter Muskulatur keine Probleme mehr. „Meine Arme sind jetzt meine Beine.“ Durch die Pandemie sei seine Familie bisher recht gut gekommen, wenngleich er es schon ein bisschen nervig empfinde, nicht überall hin zu dürfen, wohin man möchte.

Glück bei Gewinnspiel

Wie wird im Hause Minrath Weihnachten gefeiert? „Gemütlich und im kleinen Familienkreis“, lautet die Antwort. An Heiligabend gebe es traditionsgemäß Raclette, informiert der 44-Jährige. Und Pläne für das kommende Jahr hat er auch schon geschmiedet und im Spessart ein barrierefreies Baumhaus gemietet. Dabei stand ihm das Glück Pate, handelt es sich doch um den Hauptpreis eines Gewinnspiels bei Radio Regenbogen.

Nach seinem persönlichen Schicksalsschlag ist Patrick Minrath um die Erkenntnis reicher, „dass es auf dieser Welt sehr viele nette und hilfsbereite Menschen gibt“. Dass er gut akzeptiert werde, mache für ihn vieles einfacher, stellt er mit spürbarer Genugtuung fest.

Serie

RHEINPFALZ hat Menschen aus Sport, Kultur, Politik und Gesellschaft gefragt, wie sie dieses Jahr bewältigt haben, was ihnen in der Krise Mut und Freude macht.

x