Bobenheim-Roxheim
ADVENTSKALENDER: Durchhalten mit Leni und Borki
„Kinder, Küche, Barth“ heißt die Zeitungskolumne, in der die freie Journalistin und PR-Beraterin von März bis August mit einem weinenden und einem lachenden Auge über ihr Homeoffice mit zwei Töchtern berichtet hat. „Das war Therapie für mich. Mitte der Woche mit einem Glas Rotwein die vergangenen Tage zu reflektieren“, erzählt die junge Mutter. Bei manchen Erlebnissen habe sie gedacht, „das passiert nicht wirklich“. Etwa, als die Mädchen in Eigenregie einen Kuchen fabriziert hatten. „Die Küche war mit Teig verkleistert. Da konnte ich nur einen Schrei loslassen.“ Wenn sie solche Momente später niederschrieb, sah Barth das Ganze humorvoll. Das Schreiben habe ihre Welt wieder gerade gerückt, sagt sie.
Auch den Zeitungslesern im Ort haben Barths Anekdoten gut getan, zum Beispiel der Beitrag im Juli über die hohe Kunst, Kindergeburtstage gleichermaßen unterhaltsam und ohne übermäßige Aerosolentwicklung zu managen. „Viele Leute haben mich angesprochen und gesagt: Mir geht’s genauso, es ist, als hättest du bei uns zu Hause durch das Fenster geschaut.“
Weniger Ansprüche als Hunde
Durch das Barth’sche Küchenfenster schauen seit dem Frühjahr zwei Hühner der Hausfrau beim Geschirrspülen zu: die weiße Leni und die braune Borki. „Auf so eine Idee wäre ich ohne Corona nie gekommen, ich genieße die beiden Vögel sehr.“ Hühner seien pflegeleicht und stellten weniger Ansprüche als Hunde. „Es sind ganz putzige, witzige Tiere“, schwärmt die frisch gebackene Hühnerfreundin.
Apropos backen: Für die wegen der Pandemie früher als sonst angeworfene Weihnachtsbäckerei sind Leni und Borki nützlich, da sie fleißig Eier legen. Und den Sonntagstisch zieren regelmäßig die Frühstückseier der freilaufenden Legehennen. Die Vögel bringen in die zuweilen abwechslungslose Freizeit der fünf und acht Jahre alten Töchter frischen Wind. „Meine Mädels lieben die Hühner abgöttisch und haben sie schon gezähmt“, freut sich die Mutter, die ihre eigene Freizeit den Beschränkungen angepasst hat: „Mit meiner besten Freundin spaziere ich um den Altrhein. Statt in einem Lokal Kaffee zu trinken, nehmen wir uns einen Coffee to go mit.“
Weihnachtlich dekoriert
Wie sie die Feiertage über die Bühne bringt, darüber muss sich Barth noch den Kopf zerbrechen. „Es ist nicht so unbeschwert wie letztes Jahr, man muss alles mehr planen“, sagt sie und meint etwa die Frage des traditionellen Oma-Besuchs und ein Festessen im Restaurant. Immerhin ist das Domizil der Barths in diesem Jahr besonders weihnachtlich dekoriert – und vielleicht bekommt der Stall von Leni und Borki auch noch einen stimmungsvollen Schmuck.