Rhein-Pfalz Kreis Acht Kilometer querfeldein

Gut gelaunt unterwegs: die Wandertruppe um Landrat Körner.
Gut gelaunt unterwegs: die Wandertruppe um Landrat Körner.

«Dannstadt-Schauernheim.» „Ganz schön groß, diese Verbandsgemeinde“: Das hat Landrat Clemens Körner (CDU) am Wochenende festgestellt. Bei seiner 16. Wanderung durch eine Kreiskommune hat er am Samstag mit rund 20 Teilnehmern die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim erkundet.

Eine ältere Dame war dafür eigens aus Mannheim angereist. „Mit der Straßenbahn bis nach Ludwigshafen und von dort weiter mit dem Bus, der nur 15 Minuten gebraucht hat“, erzählte sie begeistert. Also leider noch nicht den kompletten Weg mit der Straßenbahn, kommentierte der Landrat, womit er auf die Überlegungen anspielte, eine Linie bis tief ins Kreisgebiet zu bauen. Die Tour selbst führte die Gruppe vom Ortsteil Schauernheim zur ehemaligen Burg im benachbarten Gronau, zum Historischen Rathaus und dem Pumpwerk des Beregnungsverbands Vorderpfalz in Assenheim und wieder zurück nach Schauernheim. „Das ist zwar nur die Hälfte der sechs Ortsteile, aber immerhin waren wir dann in allen drei Ortsgemeinden“, erläuterte Bürgermeister Stefan Veth (CDU) die rund acht Kilometer lange Route. Ausnahmsweise bekamen die Landratswanderer einen Einblick in das Naturschutzgebiet „In den Sandlöchern“, wo der Zutritt sonst verboten ist. „Dieses 17 Hektar große Gelände wurde 1969 für den Bau der A-61-Trasse ausgekoffert und bietet seltenen Vogelarten und Kleingetier einen Rückzugsort“, informierte Veth. Einem Themen-Radweg folgend und vorbei an Gemüsefeldern und Obstbäumen gelangten die Wanderfreunde zu dem Gedenkstein, der an die 1794 zerstörte Burg Gronau erinnerte. Wobei der Begriff ein bisschen hochgegriffen sei, da es sich eher um ein befestigtes Herrenhaus gehandelt habe, sagte der Ratshauschef. Vor dem 1712 errichteten Historischen Rathaus Assenheim geriet Veth ins Schwärmen „Das ist unser schönstes Gebäude.“ Überhaupt sei Assenheim klein und schnucklig, fand er. Das sah die Mannheimer Besucherin ähnlich. „Ich kannte die Verbandsgemeinde bisher nur vom Durchfahren mit dem Bus auf dem Weg nach Deidesheim, aber hier ist es wirklich schön“, sagte sie. Das gelte nicht zuletzt für die schön gestalteten Straßenzüge im Neubaugebiet Schauernheim-West mit den farbig gepflasterten Gehwegen. „Kein Vergleich zu dem hässlichen neuen Pflaster auf den Planken bei uns in Mannheim“, lautete ihr Urteil. Am Pumpwerk stärkte sich die Gruppe mit einem Imbiss, während Gerhard Franz, ehemaliger Außendienstmitarbeiter der Verbandsgemeinde, die Wichtigkeit der Beregnung für die Landwirtschaft erläuterte: „Ohne Wasser ginge hier nichts. Es ist die Grundlage für den Gemüsegarten Vorderpfalz.“ Und das, obwohl ausgerechnet die Landwirte anfangs gegen die Gründung des Beregnungsverbands gewesen seien, ergänzte Landrat Körner. Ein Teilnehmer aus Otterstadt gestand derweil, dass ihn vor allem die Wanderung an sich lockte. „Den Landrat kenne ich ja schon“, verriet er.

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