Lambsheim
Abwasserverband plant Projekt zur Stromerzeugung
In einer Potenzialstudie über elektrische und thermische Energie, die von der Firma WVE in Kaiserslautern erarbeitet wurde und deren Ergebnisse die kürzlich in Fußgönheim tagende Verbandsversammlung einhellig billigte, werden Fotovoltaikanlagen sowohl aus finanzieller als auch aus ökologischer Sicht als äußerst sinnvoll angesehen. Die jährliche Rendite wird mit 3,58 Prozent und der nach 20 Jahren theoretisch erwirtschaftete Überschuss mit 159.000 Euro angegeben. Weiter wird die Einrichtung eines Energie-Managementsystems empfohlen.
Es sei die Pflicht eines öffentlichen Trägers, den Umweltgedanken umzusetzen, auch wenn keine riesigen Gewinne zu erzielen seien, meinte Verbandsvorsteher Paul Poje (CDU). Selbst bei einem „Nullsummenspiel“ sollten die Fotovoltaikanlagen – auch als eine Art Aushängeschild – installiert werden.
Mit Blick auf die angestrebte Förderung des Kläranlagenumbaus durch den Bund sei Fotovoltaik wichtig, führte Planer Jochen Schmihing (Grünstadt) aus. Die Investitionen bezifferte er mit rund 200.000 Euro. Um in den Genuss des Bundeszuschusses zu kommen, müssten mindestens 70 Prozent an alternativen Energien erzeugt werden.
Verband rechnet mit Bundesmitteln
Die Potenzialanalyse legt einen Gesamtstromverbrauch der Kläranlage von 521.400 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr zugrunde. 400.000 kWh könnten von einem Blockheizkraftwerken erzeugt werden, sodass der Eigenversorgungsgrad bei rund 76 Prozent läge. Weitere 136.000 kWh ließen sich durch die Fotovoltaikanlagen beisteuern. Bei der von den Blockheizkraftwerken erzeugten Wärmeenergie (jährlich 534.000 kWh) wurde eine Eigenversorgungsquote von 87 Prozent errechnet.
Paul Poje machte eine einfache Rechnung auf: „Wenn wir rund 550.000 Euro vom Bund bekommen und 250.000 Euro für die Fotovoltaikanlagen investieren müssen, bleiben immer noch 200.000 Euro für den Umbau der Kläranlage.“
Einstimmig entschied die Verbandsversammlung, eine Vergabeberatungsstelle damit zu beauftragen, die Ausschreibungen auf ihre Rechtssicherheit hin zu überprüfen. Kostenpunkt: rund 32.000 Euro netto. Mit knapp 583.000 Euro deutlich höher fällt das Honorar aus, mit dem sich ein Mannheimer Ingenieurbüro die nächsten Stufen der Planungsleistungen für das Großprojekt vergüten lässt. Die Ausführungspläne sollen bis 15. März 2021 vorliegen. Der weitere Zeitplan sieht eine Auftragsvergabe im August und den Baubeginn Mitte November vor. Der Betriebsstart der Faulungsanlage wird für Frühjahr 2023 ins Auge gefasst.
Nach Informationen des technischen Betriebsleiters Frank Sentpali werden für die Kläranlage und die Pumpwerke der Verbandsgemeinde Maxdorf und der Ortsgemeinde Lambsheim neue Gefährdungsbeurteilungen und Dienstanweisungen erstellt, was etwa ein Jahr dauern und rund 100.000 Euro kosten werde.