Rhein-Pfalz Kreis Abwasser- und E-Werk sind gut aufgestellt

Dannstadt-Schauernheim. Das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim ist für die kommenden Investitionen bestens gerüstet: Das Stromwerk hat rund eine halbe Million Euro Gewinn erwirtschaftet. An den Jahresabschlüssen 2015 hat der Wirtschaftsprüfer nichts beanstandet, der Rat hat sie am Mittwoch einstimmig beschlossen.
Das Anlagevermögen des Abwasserwerks sei im vergangenen Jahr durch den Anschluss der Neubaugebiete in den drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau kräftig gewachsen – um 3,1 Millionen Euro, sagte Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach von der Dr. Burret GmbH in Ludwigshafen. Das Vermögen des Eigenbetriebs betrage 19,6 Millionen Euro, die Rücklage 4,6 Millionen Euro. Echte Darlehen bei Banken habe das Abwasserwerk nicht aufgenommen, lediglich zinslose Förderdarlehen beim Land. Die Eigenkapitalquote von 96,6 Prozent sei zudem außergewöhnlich und die Pro-Kopf-Belastung der Einwohner mit 121 Euro liege unter dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt – wobei die Spanne hier von circa 75 bis 340 Euro reiche. Mit einem Plus von 135.000 Euro sei zwar nicht der gesetzliche Mindestgewinn erwirtschaftet worden, angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Situation sei das aber nicht bedenklich, erklärte Breitenbach. Der Betrieb sei wirtschaftlich gesund und bestens gerüstet für die großen Investitionen, die in den nächsten Jahren anstehen. So muss zum Beispiel die Kläranlage in naher Zukunft umfangreich saniert werden (wir berichteten). In der zweiten Bilanz nach der Neustrukturierung des Stromwerks – die Netze waren übertragen und zusammen mit der Thüga Energienetze GmbH die Energie Dannstadter Höhe (EDH) gegründet worden – haben sich die Finanzen Breitenbach zufolge normalisiert. Steuernachzahlungen und Steuerrückstellungen wie noch im ersten Jahr wirkten sich nicht mehr aus. Die Umsätze seien zwar um 1,2 Millionen Kilowattstunden gesunken, die Betriebskosten aber auch zurückgegangen. Unterm Strich ein Jahresgewinn von 488.000 Euro, der sogar den Mindestgewinn übertrifft. „Wir ruhen uns nie auf dem aus, was wir haben“, sagte Bürgermeister Stefan Veth (CDU) und hob noch einmal die gute Ertragslage und die Rücklage des Abwasserwerks hervor. Der Verlauf beim Stromwerk sei 2015 nicht gerade der Brüller gewesen, und man habe etliche Kunden verloren. „Doch wir sind immer noch ein guter Ansprechpartner vor Ort und tun unser Bestes“, erklärte er. Zudem dankte Veth – wie die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP – den Mitarbeitern der beiden Verbandsgemeindewerke für ihren tollen Einsatz. Johannes Kupper (CDU) erinnerte daran, dass die niedrige Pro-Kopf-Belastung bei den Abwassergebühren in Zukunft nicht mehr auf diesem Niveau gehalten werden könne, wegen des enormen und teuren Handlungsbedarfs bei der Kläranlage. Darüber hinaus habe sich der Gewinn des E-Werks ungefähr verdoppelt, jedoch nicht durch mehr verkauften Strom, beim Jahresgewinn hätten sich der gesunkene Materialaufwand und die Beteiligung an der EDH bemerkbar gemacht. Kupper schlug vor, den Gewinn des E-Werks an die Ortsgemeinden auszuschütten. Uwe Schölles (SPD) bezeichnete das Wachstum des Abwasserwerks und den erzielten Gewinn als erfreulich. „Wir haben eine gute Vor-Ort-Versorgung“, sagte er. Marc Hauck (FDP) zufolge zeigen die Bilanzen, dass beide Werke zukunftsfähig aufgestellt sind. Durch die Rückstellungen würden die wegen der millionenschweren Investitionen unvermeidlichen Gebührenerhöhungen beim Abwasser erträglich. Der Rat stimmte beiden Jahresabschlüssen zu, der Gewinn des Abwasserwerks fließt in die Rücklage, der des Stromwerks an die Ortsgemeinden. |mamü