Mutterstadt
2020 – ein besonderes Jahr für die Bibliothek
Abgesagte Veranstaltungen, ganz verschlossene Türen und dann nur eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten – das schlägt sich selbstverständlich in den Zahlen der Bibliothek Mutterstadt nieder. Vor dem Kulturausschuss legte Leiterin Birgit Bauer ihren Jahresbericht vor. Demnach wurde insgesamt weniger ausgeliehen: etwa 98.000 Medien, 2019 waren es rund 111.000. Die Zahl der ausgeliehenen E-Books ist jedoch gestiegen: von 13.700 auf 14.500 im Jahr 2020. Bei den Neuanmeldungen musste die Bibliothek erfreulicherweise nur wenige Abstriche machen, 164 neue Nutzer konnten hinzu gewonnen werden, 170 waren es 2019.
Die erste Veranstaltung, die wegen der Corona abgesagt werden musste, war die „Woche der Nachhaltigkeit“. Ein herber Schlag, wie Bauer berichtete, denn das Team hatte etliche Aktionen für Kinder und Erwachsene vorbereitet. Ab Mai musste komplett für sechs Wochen geschlossen werden. In dieser Zeit wurde ein Medien-Abholservice eingerichtet, für Kinder wurden mit den Bilderbüchern passende Bastelvorlagen mitgegeben. Die Schließzeiten nutzte das Team, um den Bestand der Bücherei auf den neusten Stand zu bringen. In Hinblick auf die anstehende Renovierung wurden die Bestände neu geordnet, zusammengeführt sowie veraltete Titel aussortiert und gelöscht, sagte Bauer. Und es wurde ein neues Lesezeichen mit den Adressdaten und Öffnungszeiten entworfen.
Plötzlich gefragt: Reiseführer über Deutschland
Im Mai kam wieder ein wenig Leben in die Bibliothek, Besuchern durften wieder in die Räume, wenn auch nur eingeschränkt. Der Lesesommer 2020 konnte zum Glück stattfinden und sei von den Kindern gut angenommen worden: 152 kleine Leseratten nahmen erfolgreich teil, 2019 waren es 164. Große Resonanz fand der Kultursommer Rheinland-Pfalz, unter dem Titel „Nordlichter“ gab es in der Bibliothek eine Roman-Ausstellung mit Autoren aus skandinavischen Ländern. Im November und Dezember kreierte das Bücherei-Team einen „Rätselspaß für alle rund um das Buch“, zum Beispiel mit einem Bücher- und einem Literaturrätsel oder einer Rallye per Smartphone. „Diese wie auch alle anderen Angebote ab April wurden so konzipiert, dass sie auch bei einem Lockdown durchgeführt werden konnten, der dann leider auch im Dezember eintrat“, berichtete die Leiterin.
Die Bücherei sei vor der Pandemie ein rege genutzter kultureller Treffpunkt gewesen: „Das hat sich immer mehr etabliert“, sagte Bauer. Mit Corona sei das komplett zum Erliegen gekommen. Insofern spiegelte sich das in der Bibliothek wieder, was wegen der Pandemie in der Gesellschaft vorging. Was die Menschen bewegte, war auch an den Ausleihen ablesbar. „Plötzlich waren Reiseführer über Regionen in Deutschland gefragt und nicht mehr über Spanien oder Italien“, sagte Bauer. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) und der Beigeordneter Klaus Lenz (CDU) bedankten sich für die hervorragende Arbeit des Bücherei-Teams.