Harthausen / Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel 20-Jähriger in der Landessynode: Wunsch nach ehrlicher Kirche

Fühlt sich wohl in der evangelischen Kirche: Lucas Trunk.
Fühlt sich wohl in der evangelischen Kirche: Lucas Trunk.

Lucas Trunk ist erst 20 Jahre alt, doch die Synodalen des protestantischen Kirchenbezirks Speyer haben ihm zugetraut, einen Platz in der Landessynode einzunehmen und ihn in das Gremium gewählt. Der Harthausener ist evangelisch aus Überzeugung. Er will jungen Protestanten eine Stimme geben, denn diese werden nach seinem Eindruck nicht überall gehört.

„Ich war sehr überrascht, dass sich 84 Bezirkssynodale schon im ersten Wahlgang für mich ausgesprochen haben“, berichtet Trunk von der Übereinstimmung, einen jungen weltlichen Vertreter in die Landessynode zu entsenden. Offensichtlich sei es nicht nur ihm wichtig, dass junge Erwachsene Kirchenpolitik mitgestalten, sagt Trunk.

Seine Entscheidung für die evangelische Kirche habe er bewusst getroffen, betont Trunk. Als Harthausener ist er der Kirchengemeinde Dudenhofen zugeordnet. Kindergottesdienste und -Freizeiten habe er genossen, Freundschaften über die Schule hinaus seien entstanden, beschreibt Trunk die Zeit, die ihn geprägt hat. „In erster Linie ist es die Gemeinschaft“, ist er sicher. Hinzu komme, dass jeder willkommen sei und über Gott und die Welt reden könne. In der Pubertät habe ihm die Kirche viele Antworten auf seine Fragen geben können. Schon immer habe er davon geträumt, selbst einmal Kinderfreizeiten verantwortlich zu begleiten. „Nach der Konfirmation habe ich erst einmal ein Jahr Kirchenpause gemacht“, räumt er ein. Wie viele 14-Jährige sei auch er in dieses Loch gefallen, das nach der Einsegnung unweigerlich entstehe, erklärt er.

Pfarrer Volker Glaser kennt Trunk seit seiner Geburt. „Er hat mir Mitarbeit bei Freizeiten angeboten“, berichtet der frisch gewählte Landessynodale von seiner Rückkehr in die Gemeinde. Ein Jahr später hat er gemeinsam mit Gleichaltrigen den Jugendtreff „Meet“ gegründet, der noch heute aktiv ist. Trunk ist nach wie vor dabei, wenn es darum geht, Pandemie-konforme Angebote zu entwickeln und jetzt auch wieder Jugendgottesdienste zu organisieren. Darüber ist der Landessynodale froh. „Digital bleibt vieles an der Oberfläche“, berichtet er von der schwierigen Coronazeit ohne reale Begegnungen. „Wenn sie wegfallen, sind auch Glaubens- und andere existenzielle Fragen weniger greifbar.“ Nach seinem Schulabschluss habe er ein Bundes-Freiwilligen-Jahr in seiner Kirchengemeinde absolviert, erzählt er. „Das hat mir viel gegeben“, ist er überzeugt.

Seit Jahresbeginn gehört Trunk dem Presbyterium der Kirchengemeinde an. Im Vergleich zu anderen protestantischen Gemeinden zeige die in Dudenhofen viel Verständnis für die Bedürfnisse Jugendlicher und junger Erwachsener, betont er. „Ich kenne Gemeinden, in denen so gut wie keine Kinder- und Jugendarbeit stattfindet. Diese Altersgruppe soll künftig nicht mehr zu kurz kommen“, erklärt er das Anliegen, das er im Juli zur ersten Sitzung der neu gewählten Landessynode mitbringen will. „Ich werde mich bis dahin intensiv in die Thematik einarbeiten“, kündigt er an. Von seiner Kirche erwartet er Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit auch im Umgang mit Fehlern. „Mit allem anderen schaden sich die Kirchen nur selbst“, ist der 20-Jährige überzeugt.

Nie an Institution gezweifelt

Nie habe er an der Institution gezweifelt, sagt er. Das Positive habe für ihn immer überwogen. Vor endgültigen Entscheidungen sollte sich jeder ein eigenes Bild von Kirche machen“, rät er dazu, Einrichtungen wie Kitas, Krankenhäuser oder Diakonie dabei nicht zu übersehen. Auch der Tradition fühlt sich Trunk verpflichtet. Seit zwei Jahren ist er Kirchendiener in Dudenhofen. Sowohl traditionelle Gottesdienste als auch von Jugendlichen gestaltete seien wichtig, betont er.

Im Dezember will Trunk seine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik abschließen. Prüfungen stehen an, ein neuer Lebensabschnitt. Der 20-Jährige nimmt es gelassen. Noch lebt er mit den Eltern und dem großen Bruder in Harthausen. Er engagiert sich bei der örtlichen KJG, tanzt „mit viel Freude“ Standard und Latein und ist Mitglied im Speyerer Ruder- und Tauchclub. „Leistungsrudern habe ich aufgegeben“, sagt er. „Das geht zeitlich nicht mehr.“ Wichtiger sind Lucas Trunk die kirchlichen Ämter und seine Botschaft: „Kirche ist viel mehr als nur Gottesdienst.“

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