Altrip
150 Jahre alter Birnbaum in Altrip aus dem Dornröschenschlaf geweckt
„Die Ahornbäume müssen sowieso weg. Sie haben alle die unheilbare Rußrindenkrankheit“, erklärt Lutz Pfeuffer, Leiter des Bauhofs Altrip, zu Beginn der Aktion. Mit schwerem Gerät rückten seine Mitarbeiter Uwe Seitz und Frank Spitzenberger am Donnerstag zusammen mit weiteren Kollegen den wild unter dem Birnbaum aufgegangenen Ahornbäumen zu Leibe.
Derweil widmeten sich Peter Preis, Rolf und Brigitte Dählke von der Initiative „Altrip blüht“ den rund um die Birne wachsenden Schlehen, Brombeeren und Hartriegeln. Das anfallende Schnittgut schichtete Irmgard Neugebauer sorgsam zu einem Totholzhaufen auf. „Ein Unterschlupf für Igel“, sagt sie lächelnd.
Sorte ist noch unklar
Der letztes Frühjahr freigelegte Birnbaum hat einen Stammumfang von 2,40 Metern. Damit kann der Baum vom Donnerstag sehr gut mithalten: Ermittelt wurde mit einem Maßband nicht nur ein Umfang von 2,15 Metern, sondern gleichzeitig auch ein Durchmesser von respektablen 69 Zentimetern.
Um welche Sorte es sich bei dem hoch nach oben geschossenen Baum mit dem eichenartigen Stamm handelt, lässt sich frei nach dem Bibelspruch „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ erst dann feststellen, wenn reife Birnen am Baum hängen. Sehr wahrscheinlich ist es keine empfindliche Tafelsorte, sondern eine robuste Wirtschaftsbirne. Bei dem Exemplar am Prinz-Karl-Wörth handelt es sich um die Oberösterreichische Weinbirne.
Unterschlupf für viele Tiere
„So ein alter Baum hat einen hohen ökologischen Wert“, hebt Dieter Neugebauer hervor. „Auf den Blüten finden sich neben der Honigbiene zwölf verschiedene Wildbienenarten, darunter die Rotfransige Sandbiene, die Frühlings-Seidenbiene und die Gehörnte Mauerbiene, ein“, so der federführende Aktive von „Altrip blüht“. Hinzu kommen bei dem knorrigen Veteran zahlreiche Hohlräume als Unterschlupf- und Nistmöglichkeit für Vögel, Fledermäuse und Siebenschläfer.
Bei einer zünftigen Brotzeit wurde der freigemachte Baum anschließend von den Teilnehmern der Aktion ausgiebig bewundert – und von der Vogelwelt gleich in Beschlag genommen: Ein angeflogener Fasan ließ es sich nicht nehmen, die Birne aus nächster Nähe zu beäugen.