Rhein-Pfalz Kreis 14 Millionen volle Badewannen
Fussgönheim. Im vergangenen Jahr hat der Zweckverband für Wasserversorgung Friedelsheimer Gruppe mit Sitz in Fußgönheim so viel Wasser verkauft wie noch nie. Das geht aus dem Jahresabschluss 2014 hervor, der bei der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedet wurde.
Verkauft wurde dem Jahresabschluss zufolge eine Wassermenge von 2,135 Millionen Kubikmetern. Das sind 47.000 Kubikmeter mehr als im Vorjahr. Leicht gesunken sind die Wasserverluste von 9,7 auf 7,3 Prozent – gerechnet werden hier alle Tropfen, die beispielsweise durch eine löchrige Leitung oder undichte Verbindung verloren gehen. Und an die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land wird etwas weniger Wasser geliefert: 261.000 statt 274.000 Kubikmeter. Zum besseren Verständnis der Zahlen: Ein Kubikmeter umfasst 1000 Liter Wasser, in eine durchschnittliche Badewanne passen zwischen 120 und 150 Liter. Das heißt, mit einem Kubikmeter Wasser kann eine handelsübliche Badewanne sechs bis acht Mal gefüllt werden. Mit der Wassermenge, die der Zweckverband im Jahr 2014 verkauft hat, hätten sich je nach Größe zwischen 14,2 und 17,7 Millionen Badewannen füllen lassen. Insgesamt umfasst die Bilanz der Friedelsheimer Gruppe im Wirtschaftsjahr ein Volumen von 15,3 Millionen Euro. Der Jahresgewinn beträgt rund 199.000 Euro und fließt in die Rücklagen des Zweckverbands. Die Konzessionsabgabe in Höhe von 140.000 Euro wird an die Mitgliedsgemeinden ausgeschüttet, und zwar entsprechend dem Verhältnis der verkauften Wassermenge. Die Konzessionsabgabe wird seit 1997 ausgezahlt. Seitdem sind nach Angaben des Zweckverbands rund 4,7 Millionen Euro ausgezahlt worden. „Der Rekordverkauf 2014 wird 2015 wahrscheinlich noch getoppt“, erklärt Verbandsvorsteher Stefan Veth, zugleich Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, gegenüber der RHEINPFALZ. Als Grund für die hohen Umsatzerlöse nennt er die langen Trockenperioden in diesen beiden Jahren. Vor allem der vergangene Sommer sei extrem trocken gewesen. Daneben haben die Mitglieder die Haushaltssatzung und den Wirtschaftsplan 2016 beschlossen. Darin kalkuliert die Friedelsheimer Gruppe mit einer Verkaufsmenge von 2,1 Millionen Kubikmetern, einem Jahresgewinn von 212.500 Euro und einer Konzessionsabgabe von 215.000 Euro. Im Jahr 2014 lagen die Personalkosten bei 1,3 Millionen Euro, gegenwärtig belaufen sie sich auf 1,4 Millionen Euro. Das liegt Werkleiter Wilfried Weber zufolge an Tariferhöhungen und der Rückkehr eines langzeiterkrankten Mitarbeiters. Im nächsten Jahr plant die Friedelsheimer Gruppe 1,69 Millionen Euro auszugeben. Das teuerste Einzelprojekt ist der Bau eines neuen Brunnens in Maxdorf. „Der alte kommt allmählich an seine Kapazitätsgrenze“, erläutert Verbandsvorsteher Veth. Zudem soll für 100.000 Euro die Verbindungsleitung zwischen Lambsheim und Weisenheim am Sand erneuert werden. 40.000 Euro sind für die Eigenversorgung der Fotovoltaikanlage am Wasserwerk Maxdorf vorgesehen. 100.000 Euro investiert die Friedelsheimer Gruppe ins Baugebiet Ruthenweg II und 80.000 Euro ins Baugebiet Südlich der Gerolfstraße in Lambsheim. Des Weiteren sollen mehrere Leitungen erneuert werden: für 250.000 Euro in mehreren Straßen in Niederkirchen, in der Königsberger Straße in Lambsheim (200.000 Euro), in der Lambsheimer Straße in Maxdorf (180.000 Euro), in der Jahnstraße in Fußgönheim (160.000 Euro) und in der Ludwigstraße in Rödersheim-Gronau (80.000 Euro). Daneben wurde für den im Januar verstorbenen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wachenheim, Udo Kittelberger, dessen Nachfolger Torsten Bechtel (CDU) in den Verbandsausschuss gewählt. Aufgabe dieses Gremiums ist es, sich um spezielle Themen wie Anschaffungen zu kümmern und die Verbandsversammlung vorzubereiten, erklärt Veth. (mamü)