Maxdorf
„Übernehme gerne Verantwortung“
Beim Jugendgemeinderat mitzumachen, „dazu bin ich hauptsächlich durch meine Schwester Alina gekommen“, erklärt Elias. Die war nämlich unmittelbar vor ihm Vorsitzende des Gremiums, in das 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren gewählt werden können, um sich für die Interessen ihrer Altersgenossen einzusetzen. Und sie habe ihn – wie die übrige Familie – dazu ermuntert, ihrem Beispiel zu folgen. „Sie hat mir gesagt: ,Du kannst doch gut reden und kennst das halbe Dorf’“, erzählt er.
Diese Einschätzung bestätigt sich beim kurzen Spaziergang zum Maxdorfer Bolzplatz. Nachbarn winken ihm zu sowie mehrere Passanten und Autofahrer, die unterwegs vorbeikommen. Bürgermeister Paul Poje und Ortsbürgermeister Werner Baumann (beide CDU) kennt Elias ebenfalls. Das hilft bei den Anliegen der Nachwuchspolitiker. Eins davon ist der Bolzplatz: „Er ist ständig voller Sand. Viele wünschen sich deshalb einen ordentlichen Fußballplatz, den sie nutzen können, auch ohne Mitglied in einem Verein zu sein“, sagt der junge Maxdorfer mit Blick auf das eingezäunte Spielfeld, bei dem er und andere junge Menschen im Ort Verbesserungspotenzial sehen.
Viele Wege führen zu ihm
Der Austausch zwischen dem Jugendgemeinderat und den jungen Leuten in Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf, die Elias und seinen Mitstreitern ihre Stimme geliehen habe, funktioniert ihm zufolge gut. Durch die Schule seien sie gut zu erreichen, viele kenne er auch privat. „Ich werde immer wieder angesprochen, außerdem sind wir auf Facebook und Instagram“, nennt er die verschiedenen Wege, auf die Rückmeldungen und Vorschläge möglich sind.
Spaß am Posten des Vorsitzenden macht dem Neuntklässler, der zurzeit die Carl-Orff-Realschule plus in Bad Dürkheim besucht und anschließend an einem Technischen Gymnasium das Abitur erwerben möchte, noch ein anderer Aspekt: „Ich übernehme gerne Verantwortung.“ Wobei er die nötigen Entscheidungen nicht alleine treffe, sondern mit den anderen zusammen, mit denen er sich berate.
Aktuell arbeitet die Truppe um den 15-Jährigen herum an einem Jugenddorfplan, in dem unter anderem alle Spielplätze eingezeichnet sind. „Der Entwurf ist zurzeit beim Grafikdesigner“, berichtet Elias. Im Frühjahr kommenden Jahres möchte der Jugendgemeinderat den Hof im Haus der Begegnung säubern und einen verbandsgemeindeweiten Müllsammeltag organisieren. „Das sind erst mal genug Pläne. Wenn wir die umgesetzt haben, schmieden wir neue“, erklärt er.
Dass er sich ehrenamtlich ins Dorfleben einbringt, freut seine gesamte Familie. Während sich Familienhund Luna Streicheleinheiten abholt, erzählt Elias: „Mein Opa hat mich direkt nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse angerufen und mir gesagt, dass er das sehr gut findet und stolz auf mich ist. Er hat es auch gleich allen seinen Leuten erzählt“, erinnert sich der 15-Jährige und lächelt.
Bei der Polizei ermitteln
Wenn er sich nicht als Vorsitzender um Angelegenheiten des Jugendgemeinderats kümmert, spielt und schaut Elias oft und gerne Fußball. „Vor allem die Spiele des FCK, das ist mir wichtig“, ergänzt der junge Pfälzer. Früher habe er auch mal Handball gespielt und gesungen, das aber inzwischen aufgegeben. „Bei den Pfadfindern mache ich aber noch immer mit“, hebt er hervor.
Ob er später auch als Erwachsener in der Politik mitmischen möchte? „Höchstens neben einem sicheren Job, nicht als Hauptberuf“, stellt Elias klar. Als einen solchen Job könnte er sich vorstellen, zur Polizei zu gehen und Kriminalpsychologie zu studieren, damit er bei der Kriminalpolizei ermitteln kann – „am liebsten in Mordfällen“. Allerdings habe er ja noch ein bisschen Zeit für die Berufswahl. Vielleicht komme ihm bis dahin noch ein andere gute Idee. Oder er folgt nach der Schule erneut dem Beispiel seiner Schwester, überlegt Elias, und reist erst mal durch England, wo die Familie Verwandte hat.