Hochdorf-Assenheim
Öffentliche Gebäude im Ort: Besser belüften
Regelmäßiges Lüften ist bei dem Versuch wichtig, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Schulen etwa sollen in den Klassenzimmern die Fenster alle 20 Minuten fünf Minuten lang geöffnet werden. Wenn es in öffentlichen Gebäuden überhaupt eine Belüftungsanlage gibt, ist diese häufig nicht so konzipiert, dass diese ein Virus ausbremsen kann. Die aktuelle Pandemie rückt dies nun in den Fokus. Im Verbands- sowie im Ortsgemeinderat Dannstadt-Schauernheim haben die Sozialdemokraten bereits beantragt, öffentliche Gebäude dahingehend zu untersuchen, ob vorhandene Belüftungsanlagen coronagerecht nachgerüstet oder neue Anlagen eingebaut werden können. Denselben Vorschlag haben die Genossen nun im Hochdorf-Assenheimer Rat gemacht. Im Fokus haben sie dabei vor allem das Historische Rathaus in Assenheim und die beiden Kitas.
„Denn die optimale Belüftung dieser Räume, um Corona-Infektionen zu vermeiden, wird in der kommenden kalten Jahreszeit ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellen“, argumentierte SPD-Fraktionschef Thorsten Clemens. Neben den Nachrüste- und Einbaumöglichkeiten sollen auch der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte sowie die Möglichkeit, Fördermittel vom Bund zu bekommen, geprüft werden. Immerhin habe der Koalitionsausschuss der Bundesregierung just für die coronagerechte Belüftung öffentlicher Gebäude wie Schulen, Bürgerhäuser und Festhallen ein Förderprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro beschlossen.
FWG: Vorschlag ist überraschend, „aber überraschend gut“
Wie wichtig dieses Thema ist, unterstrich schon der Ort, an den die Ratssitzung wegen der heikler gewordenen Corona-Situation kurzfristig verlegt worden war: die Halle des Turnerbunds Assenheim. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr war der Ortsgemeinderat bereits vom Historischen Rathaus in das geräumigere katholische Pfarrheim in Hochdorf ausgewichen. Doch die seit Anfang der Woche geltenden, noch einmal verschärften Corona-Vorschriften konnten auch im Pfarrheim nicht mehr erfüllt werden. Damit die Vertreter der Verwaltung und die Ratsmitglieder genügend Abstand voneinander halten konnten, traf sich das Gremium daher in der TB-Halle.
Die FWG-Fraktionsvorsitzende Monika Schönbucher bezeichnete den SPD-Antrag als überraschend, „aber überraschend gut“. Es sei wichtig, etwa den Betrieb der beiden Kitas während der Pandemie aufrechtzuerhalten. Auch CDU-Fraktionschef Christoph Saliba fand: „Das können wir nur unterstützen.“
Büroleiter Markus Lehmann von der Verwaltung der Verbandsgemeinde wies darauf hin, dass die Behörde es nicht leisten könne, die Belüftung sämtlicher Gebäude zu überprüfen und die Handlungsmöglichkeiten zu bewerten – einschließlich der Frage, ob der Einsatz mobiler Geräte eine sinnvolle Alternative wäre. „Dazu müssen wir ein externes Fachbüro beauftragen“, sagte er.
Uwe Beutelmann (CDU) erkundigte sich, ob das Bundesförderprogramm auch Vereinsgebäude wie die TB-Halle umfasse. Laut dem Beigeordneten Robin Weller (SPD) gehe es aber ausschließlich um öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Am Ende stimmte der Rat dem Prüfantrag zu.
Zur Sache: Konzept für die beiden Friedhöfe
Ein Gestaltungskonzept für die beiden Friedhöfe in Hochdorf und Assenheim haben die Christdemokraten in der Sitzung des Ortsgemeinderats Hochdorf-Assenheim gefordert. Damit solle der sich wandelnden Bestattungskultur Rechnung getragen werden. „Unsere Bürger wünschen sich zeitgemäße und würdevolle Orte der Erinnerung“, erläuterte CDU-Fraktionschef Christoph Saliba.
Bisher habe der Rat in der seit vielen Jahren währenden Diskussion keinen Konsens gefunden. Deshalb solle jetzt eine interfraktionelle Arbeitsgruppe Ideen sammeln und dabei das Konzept der Memoriam-Gärten berücksichtigen. „Die gartenähnlichen Grabanlagen gibt es in anderen Gemeinden schon, und sie werden von den Leuten gut angenommen“, sagte Saliba. Zudem gelte es, eine Lösung für die Friedhofswege zu finden. „Für Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, sind die vorhandenen Kieswege schwierig“, benannte Saliba ein Problem.
„Ich finde die Idee gut, in einer freien Diskussion in so einer Gruppe Ideen zu sammeln“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Clemens. Zumal eine solche Gruppe sich ausschließlich damit befassen könne, während der Bauausschuss viele verschiedene Themen behandeln müsse und seine Beratungen oft schrecklich lang würde. Monika Schönbucher, Vorsitzende der FWG-Ratsfraktion, begrüßte den CDU-Vorschlag ebenfalls: „Wir plädieren ja auch seit Jahren dafür, dass unsere Friedhöfe wieder pietätvoller werden.“ Und so stimmte der Ortsgemeinderat dem Vorschlag zu.mamü