Rhein-Pfalz Kreis Ärger wegen der Traktoren

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Maxdorf. Der Pfalzmarktweg soll den Landwirten in der Region ermöglichen, ihre Waren jenseits des eigentlichen Straßenverkehrs zum Pfalzmarkt in Mutterstadt zu liefern. In Maxdorf endet er an der Straße Im Reff, Traktoren mit Anhängern fahren in beide Richtungen. Der Schmutz, aber auch der anhaltende Lärm macht den Anwohnern zu schaffen. Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) kann sich eine Temporeduzierung vorstellen.

Auf dem Asphalt liegt Dreck – dicke, sandige Klumpen kleben auf dem Boden. Schuld daran seien die Traktoren und Lastwagen, die zwischen ihren Feldern und dem Großmarkt pendeln, erzählt Anwohner Uwe Will. „Ich habe an einem Freitag innerhalb von drei Stunden 47 Traktoren gezählt“, sagt er. Er wohnt gemeinsam mit seiner Frau Im Reff, hat sein Transportunternehmen dort angesiedelt. Sie hätten sich vor fünf Jahren bewusst für dieses Grundstück entschieden: „Ich bin seit 25 Jahren selbstständig und habe ein Grundstück gesucht, das ich auch mit dem Lkw anfahren kann, gleichzeitig aber ruhig liegt“, erklärt Will. Es gehe ihm nicht darum, dass auch mal ein Traktor fahre, sagt er. „Uns war klar, dass es hier etwas lauter werden kann“, erzählt Will. Aber das ganze Ausmaß hätte er nicht überblickt. Sie seien beim Kauf ihres Grundstücks nicht von der Ortsgemeinde darüber informiert worden, dass der Feldweg hinter ihrem Grundstück asphaltiert werde und als Umgehungsstraße für die Landwirte zwischen Maxdorf und dem Großmarkt in Mutterstadt dienen soll. „Sonst hätten wir hier nicht gebaut. Wir haben es aus der RHEINPFALZ erfahren“, sagt Will. Doch da sei es schon zu spät gewesen, die Pläne hätten bereits offengelegen, die Frist für eine Stellungnahme sei abgelaufen gewesen. „Allein aus Fairness wäre es schön gewesen, uns zu informieren“, sagt er. Er selbst habe ein Lärmgutachten in Auftrag geben müssen, habe Ruhezeiten einzuhalten. Die Traktoren würden dagegen auch schon am frühen Morgen fahren. Seit vier Jahren wohnen die Wills angrenzend an das Gewerbegebiet Im Reff. Von der Maxdorfer Hauptstraße kommend ist es die erste Ausfahrt im Kreisel. Die wenigen Häuser in der Durchgangsstraße zum Pfalzmarktweg stehen auf Mischgebiet. Das heißt: Erlaubt ist dort der Bau von Wohnhäusern, aber auch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Die meisten Nachbarn haben das genutzt und ihren Betrieb direkt an ihre Häuser angeschlossen. Sie alle stört der landwirtschaftliche Verkehr, der nach Mahmoud Tabbouches Worten viel zu schnell unterwegs sei: „Ich habe drei kleine Kinder. Sie haben vergangenen Sommer draußen mit dem Ball gespielt, sind Fahrrad oder Skateboard gefahren.“ Doch so schnell wie die Landwirte fahren würden, sei das gefährlich. „Die Kinder müssen morgens zur Schule, aber genau um diese Zeit fahren auch viele Traktoren, und es gibt keinen Bürgersteig“, macht sich der Familienvater Sorgen. „Wir haben hier ein günstiges Grundstück erworben, aber die Preise haben wir nicht gemacht. Jetzt werden wir behandelt wie Menschen zweiter Klasse“, sagt Will. Gemeinsam waren die Anwohner vor einigen Monaten bei Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) in der Sprechstunde: Die Bewohner Im Reff fühlten sich mit ihrem Anliegen nicht ernst genommen. Es sei über einen Bürgersteig und einen im Boden versenkten Poller zum Zweck der Geschwindigkeitsreduzierung gesprochen worden. Will sagt, der Ortsbürgermeister habe irgendwann gesagt: „Mit der Ruhe ist es da hinten rum.“ Das möchte Baumann so nicht stehen lassen: „Was da für Anschuldigungen erhoben werden, da frage ich mich, wie man auf solche Behauptungen kommt“, nimmt er dazu Stellung. Die Chancen auf einen Gehweg sieht er als sehr gering an. „Da ist nichts geplant. Das ist der normale Zustand der Straße, das war so auch im Bebauungsplan ausgewiesen. Die Information lag definitiv vor“, erklärt Baumann im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Anwohner Im Reff hätten sich also darüber informieren können, dass für das Mischgebiet kein Gehweg vorgesehen sei. Gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung sträube sich dagegen niemand in der Gemeinde. Er könne sich durchaus vorstellen, dass ein Traktor mit leerem Hänger „seine 40 Kilometer pro Stunde fährt“, wenn er auf der Straße Im Reff unterwegs sei. „Ob man da beispielsweise ein Schild Tempo 30 aufstellt, wird ordnungspolitisch zu prüfen sein“, sagt der Ortsbürgermeister. Er ergänzt: Der gesunde Menschenverstand müsste einem dort schon jetzt sagen, dass man als Fahrer nicht Vollgas gebe, sondern besser 30 oder sogar lediglich 20 Stundenkilometer fahre, da die Stelle sehr eng sei. Wie alle anderen Bürger hätten auch die Bewohner Im Reff die Möglichkeit „zum Bürgermeister zu gehen und einen Antrag zu stellen. Der wird dann auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hin geprüft. Sie sind doch alle nicht auf den Mund gefallen“, erklärt Baumann. Und was den Dreck auf der Straße angehe, sei das Kehren „immer noch Bürgerpflicht bis in die Mitte der Straße. Das ist eigentlich auch bekannt“. Da sei die Gemeinde nicht in der Pflicht.

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