Dudenhofen / Hanhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Ärger über Schlaglöcher im Weg durch den „Busch“

Holprig und matschig: der Waldweg vor einigen Wochen.
Holprig und matschig: der Waldweg vor einigen Wochen.

Den „Busch“ nennen Einheimische den Wald zwischen Hanhofen und Dudenhofen. „Es ist wunderschön, durch den ,Busch’ zu laufen und vor allem auch mit dem Fahrrad zu fahren, um in unsere Nachbarorte zu kommen“, findet die Hanhofenerin Rosemarie Heuer. Leider sei das insbesondere nach Regenwetter unmöglich. Sie fordert, den Weg zu asphaltieren. Doch laut Förster ist das kaum umsetzbar und wäre auch nicht sinnvoll.

„Es bedecken große Pfützen, die teilweise die ganze Breite des Weges einnehmen, und tiefe Löcher den Waldweg“, beschreibt Rosemarie Heuer die Situation vor ein paar Wochen. Nach den Regenfällen damals habe man als Radfahrer den Weg nicht nutzen können. „Überall nur tiefe Löcher und Matsch.“ Mitverantwortlich für den schlechten Zustand seien große Traktoren, die den Weg nutzten. Für solche Fahrzeuge sollte der Weg, der auf Radkarten eingezeichnet sei, gesperrt werden, findet die Hanhofenerin. Besonders schade sei der Zustand für ihre Familie, wenn die Enkel aus der Stadt zu Besuch seien, die sich immer freuen, mit dem Fahrrad durch den Wald zu den anderen Großeltern nach Dudenhofen zu fahren. Und auch wenn kein Regenwasser in den Löchern stehe: „Es ist einfach zu gefährlich, natürlich auch für Fußgänger“, findet Heuer.

Bereits vor den Sommerferien habe sie sich mit ihrem Anliegen an die Verbandsgemeindeverwaltung gewandt, aber es habe sich nichts verbessert. „Man spricht von Fahrradstraßen, baut zum Beispiel in Dudenhofen zum Bach tolle Wege, und solche vorhandenen wunderschönen Waldwege lässt man zur Unpassierbarkeit verkommen“, ärgert sich Heuer.

Fahrräder nur geduldet

Förster Jürgen Render, in dessen Revier der Weg liegt, wundert sich über den „mit unverständlichem Nachdruck geforderten Umsetzungszeitraum ,noch in diesem Sommer’“, der die nötigen Prozesse ignoriere, die es bei einem Ausbau eines solchen Weges einzuhalten gelte. Der beanstandete Weg sei mit mineralischem Wegebaumaterial befestigt, was auch sinnvoll sei. Denn diese Wege dienten in erster Linie der Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen mit zum Teil schweren Maschinen. „Erholungsverkehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist dort per Gesetz geduldet und frei. Sie sind jedoch zunächst nicht speziell für touristische Zwecke ausgerüstet“, erklärt Render.

Schadstellen entstünden immer wieder und seien bei solchen Wegen normal. Größere Schäden müssten aus Haushaltsmitteln „in größerem Turnus nach Prioritätenabwägung“ beseitigt werden. Waldwegeinstandsetzung sei aber generell immer eine relativ teure Position. Instandsetzungsmaßnahmen würden daher mit langem Vorlauf in die Planung der Doppeljahreshaushalte eingebracht und vom Rat beschlossenen. „Aktuell ist da im Forsthaushalt die Sanierung des Waldweges zwischen Abteilung Löchel und Fuchsbau im Friedwald vorgesehen“, sagt Render.

Da für den Radverkehr zwischen Dudenhofen und Hanhofen ein adäquater Radweg an der B39 besteht, sei es zunächst nicht dringend erforderlich, einen weiteren untergeordneten Wirtschaftsweg mit großem Finanzaufwand zu einem touristischen Radweg aufzuwerten, argumentiert der Förster. Auch aus ökologischen, finanziellen und genehmigungstechnischen Gesichtspunkten sei eine Befestigung mit Asphalt problematisch.

Ein weiterer Punkt: Bei dem Wald, durch den der Weg führt, handelt es sich laut Render um eine „unübersichtlichen Besitzlage von hunderten Privatwaldbesitzern“. Bevor der Weg instandgesetzt wird, müsste „im Busch“ erst dringend der Wald gepflegt werden, was aber in der Verantwortung der vielen Eigentümer liege.

„Familie Heuer ist herzlich eingeladen, die ihr anscheinend bislang noch unbekannten, extra für touristische Zwecke vorgesehenen gepflegten und beschilderten Radwege der Region zu erkunden, wie zum Beispiel den Radweg Speyer-Neustadt, den Kraut-und-Rüben-Radweg oder den Rhein-Radweg“, sagt Render. „Der Region mangelt es nicht an derartigen hervorragenden Radwegen.“

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