Pirmasens Zweifach Führung verspielt
«HERSCHBERG.» Es hat nicht viel gefehlt für das Verbandsliga-Schlusslicht: Mit 4:6 (2:0) unterlag der SV Herschberg gestern im Derby gegen der SG Rieschweiler und verspielte dabei vor 180 Zuschauern zweimal eine Zwei-Tore-Führung. Die SGR gewann dank deutlicher Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte allerdings verdient.
„Die erste Halbzeit war B-Klasse, in der zweiten Hälfte haben wir uns dann gesteigert“, formulierte es SGR-Trainer Björn Hüther überspitzt nach einem Wechselbad der Gefühle. In der ersten Halbzeit war Rieschweiler sicherlich am Drücker, verpasste es aber, gefährlich vor das Tor der Gastgeber zu kommen. Der frühe Treffer von Florian Weber (3.), vorbereitet durch einen langen Einwurf von Andre Hampel, hatte die Gäste sichtlich verunsichert. „Ich habe die ganze Woche gesagt, dass es ein schweres Spiel wird, aber das haben mir meine Spieler zumindest eine Halbzeit lang nicht geglaubt“, meinte Hüther. So bauten die Hausherren nach einem stark erkämpften Ball von Weber im Mittelfeld und einem Sololauf von Jannick Rinner die Führung gar auf 2:0 aus. Das vermeintliche 3:0, von Andre Hampel kurz vor dem Halbzeitpfiff erzielt, fand wegen einer fragwürdigen Abseitsentscheidung des sonst souverän leitenden Unparteiischen Fabian Vollmar keine Anerkennung. Bitter auch das vorzeitige Aus für Herschbergs Außenverteidiger Dennis Bossert, der sich bei einem Pressschlag verletzte. SVH-Trainer Peter Rinner zog Kapitän Jan Böhr in der Folge zurück in den Abwehrverbund, Mouhammed Mokeys spielte fortan auf Böhrs Position. In der zweiten Hälfte nahm der Wahnsinn dann seinen Lauf. „Das ist sehr ärgerlich, dass wir zweimal einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt haben“, meinte ein enttäuschter SVH-Torhüter Jan Ohle. Denn nachdem Maximilian Buchholz einen Stellungsfehler von Böhr zum Anschlusstreffer genutzt hatte, markierte Dylan Sodji mit einem sehenswerten Weitschuss den Ausgleich (61.). Acht Minuten später stand es bereits 4:4. In der Zwischenzeit hatten der clever spielende Dennis Pannen und Florian Weber mit einem fulminanten Volleyschuss aus 25 Metern den Zwei-Treffer-Abstand zugunsten des SVH wiederhergestellt. Der eingewechselte Steffen Sprau mit einem abgefälschten Distanzschuss sowie Frederic Stark glichen allerdings erneut aus. „Das 4:3 war der Knackpunkt, danach gingen die Köpfe runter“, meinte der frühere SGR-Akteur Ohle. Die Krone setzte Steffen Sprau dem turbulent hin und her wogenden Geschehen auf. Nach einem wilden Gestocher kurz vor der Torlinie netzte Sprau zu seinem zweiten Treffer ein. Tobias Leonhard gelang in der 85. Minute sein erster Treffer: Bei seiner gefühlt 20. Torchance erzielte Leonhard das 6:4 und sorgte so endgültig für die Entscheidung zugunsten der Gäste. „Das war ein verrücktes Spiel. Leider konnten wir die Schwächen der Herschberger lange nicht ausnutzen“, analysierte der Ex-Herschberger Nico Freiler, der das Spiel seiner SGR in der zweiten Spielhälfte immer wieder gut antrieb. „Das war die bitterste Niederlage der Saison“, sagte hingegen Ohle enttäuscht nach der Partie. SO SPIELTEN SIE SV Herschberg: Ohle – Maas, Hocke, Leis, Bossert (46. Mouhammed Mokeys) – Böhr, Rinner, Pannen, Strütt, Hampel – Weber (89. Adham Mokeys). SG Rieschweiler: Hauck – Decker (38. Buchholz), Stark, Megel, Sodji – Becker (66. Brauner), Ohlinger, Freiler, Leonhard, Becker – Zech (58. Sprau).