Pirmasens Zwölfer im Lotto

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Bernd Adler, Inhaber und Geschäftsführer des Modehauses Adler, CDU-Kommunalpolitiker und Pirmasenser aus Leidenschaft, wird am morgigen Sonntag 60 Jahre alt.

So ganz geheuer ist ihm der 60. Geburtstag nicht. „Der 50. hat mir überhaupt nichts ausgemacht“, aber jetzt, zehn Jahre später, komme er schon ins Grübeln. Darüber, was in der Vergangenheit war, und darüber, was die Zukunft noch bringt. „Rückblickend empfinde ich große Dankbarkeit“, sagte Adler im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Dankbarkeit zum Beispiel dafür, dass er in die Nachkriegszeit hinein geboren wurde, in eine Zeit der sozialen Absicherung und des beginnenden Wohlstands. „Ich bin ein Glückskind“, sagt er auch in Erinnerung daran, dass sein Vater im Krieg war und seine Mutter aus Ostpreußen fliehen und Hab und Gut zurücklassen musste. Er hingegen sei groß geworden in einer Zeit, in der es friedlich blieb in Europa und er gehöre einer Generation an, für die der Kühlschrank immer voll war. „Das ist wie ein Zwölfer im Lotto“, sagt er. Dass dieser Wohlstand nicht selbstverständlich sei, das habe ihn seine Mutter gelehrt. Seine Erkenntnis: Jeder Einzelne muss etwas dafür tun, dass dieses funktionierende Gefüge erhalten bleibt. „Deshalb bin ich auch politische engagiert“, sagt Adler. Er sitzt seit vielen Jahren für die CDU im Pirmasenser Stadtrat und meldet sich beispielsweise dann zu Wort, wenn es um die Einkaufsstadt Pirmasens geht und darum, die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Bernd Adler führt – zusammen mit seiner Frau Andrea – das gleichnamige Modehaus in der Pirmasenser Fußgängerzone in zweiter Generation. Nach der Ausbildung zum Handelsassistenten kam er mit 23 Jahren wieder nach Pirmasens und übernahm nach dem Tod seines Vaters Fritz im Jahr 1978 die Geschäftsführung. Sein Vater hatte 1938 mit einem Stoff- und Kurzwarengeschäft angefangen. Heute verfügt das Modehaus in der Hauptstraße über rund 1000 Quadratmeter, geht über drei Stockwerke und beschäftigt knapp 20, oft langjährige Mitarbeiter. Und was macht der Blick in die Zukunft? Wird es im Hause Adler – die älteste Tochter studiert, die beiden jüngeren Kinder sind 16 und 13 Jahre alt – die dritte Generation geben, die das Geschäft weiterführt? Dazu sei es noch zu früh, sagt Adler, aber natürlich mache er sich darüber Gedanken. „Die Nachfolgeregelung gehört zu den Aufgaben eines mittelständischen Unternehmers“, sagt er. Und: „Ich beschäftige mich damit.“ Der Geschäftsmann glaubt fest daran, dass Einzelhandel in Pirmasens eine Zukunft hat, dass ein Geschäft in Pirmasens sogar die Keimzelle sein kann für ein größeres Filialunternehmen; oder, kleiner gedacht, dass ein Geschäft auch am Horeb florieren kann. Seinen 60. Geburtstag feiert Bernd Adler im kleinen Kreis unter anderem mit befreundeten Musikern. Denn Musik war, ist und bleibt seine private Leidenschaft. Oft spiele er morgens, noch bevor er aus dem Haus und zur Arbeit geht, eine Stunde auf dem Klavier. Mit 16 Jahren hatte er seine erste Rockband gegründet, mittlerweile hat er sich vom Rock zum Jazz orientiert, „das ist altersgemäßes Musizieren“, sagt er. (pr)

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