Pirmasens Zur Sache: „Sie müssten auch mal Leute wegschicken“

Für Günter Zinßius, Leiter des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes, müsste das Krankenhaus in der Notaufnahme häufiger Leute abweisen, die dort mit Wehwehchen auftauchen. Die Bereitschaftsdienstzentrale sitze nur 150 Meter entfernt. „Menschen mit leichten Leiden sind bei uns gut aufgehoben“, so der Mediziner, der auf Wartezeiten von meist weniger als 30 Minuten verweist. Dass das Krankenhaus Patienten trotz des neuen Triage-Systems nicht zu ihm schicke, sei „Kokolores“. „Unfälle, Stürze, Schnittwunden, Kollaps, Atemnot – das sind Fälle, die ins Krankenhaus gehören.“ Aber alle anderen Patienten seien bei der Bereitschaftsdienstzentrale richtig. Infekte, ein entgleister Blutdruck, Diabeteseinstellung, im Grunde alle Probleme, mit dem auch der Hausarzt konsultiert werden würde, seien Sache des Bereitschaftsdienstes im ASB-Gebäude. Was Zinßius auch ärgert: Dass bisweilen immer noch die Meinung vorherrscht, im Krankenhaus sitzen „die richtigen Ärzte“. Manche Patienten seien zudem von großer Ungeduld getrieben. „Wenn die Therapie des Hausarztes nicht gleich greift, heißt es schnell, da muss mal richtig draufgeschaut werden.“ Dennoch will Zinßius nicht nur klagen: Seit der Bereitschaftsdienst jeden Tag seine Türen öffnet, sei die Frequenz gestiegen, auf zuletzt annähernd 12.000 Versorgte im Jahr. Eventuell müsse sich noch mehr herumsprechen, dass immer mindestens ein Arzt vor Ort sei – „am Wochenende sind wir zu dritt, plus eine Helferin und ein Fahrer“ – und mit dem Krankenhaus kooperiert werde. „Wenn wir jemand nicht angemessen versorgen können, schicken wir ihn runter. Das Krankenhaus aber schickt niemand zu uns rauf.“ Die Bereitschaftsdienstzentrale in der Pettenkoferstraße 13, Telefon 06331/19292, ist täglich geöffnet, montags, dienstags und donnerstags jeweils von 19 Uhr bis zum Folgetag um 7 Uhr, mittwochs ab 14 Uhr bis Donnerstag 7 Uhr, freitags ab 16 Uhr bis montags um 7 Uhr. |cla