Pirmasens Zum Semesterstart schmeckt es
Fünf Wochen lang blieb die Küche kalt, seit gestern bekommen Studenten am Hochschul-Standort Pirmasens wieder ein warmes Mittagessen. Die Arbeiterwohlfahrt Pfalz hat die Mensa übernommen. Geschäftsführer Markus Broeckmann würde auf der Husterhöhe gerne auch Gäste der umliegenden Firmen bewirten.
Die Arbeiterwohlfahrt will es auf dem Hochschul-Campus richten, wohl wissend, dass der Mensabetrieb kein einfaches Geschäft ist. Denn in der vorlesungsfreien Zeit ist in der Regel wenig los. Awo-Geschäftsführer Markus Broeckmann sprach gestern von einer Mischkalkulation: „Wir kochen hier künftig auch für Essen auf Rädern und haben dadurch eine stabile Auslastung für die Mensa-Küche.“ Geplant sei, künftig 200 Essen für ältere Menschen von der Husterhöhe aus auszufahren und 100 Mittagessen für Studenten auszugeben. Wobei er zudem Gäste aus der Nachbarschaft im Blick hat. „Wir wollen uns für die Firmen vor Ort öffnen, jeder ist in der Mensa willkommen.“ Marco Zimmer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Kaiserslautern, das das Mensaessen bezuschusst, sprach gestern von einer Win-win-Situation: „Wir waren auf der Suche nach einem neuen Betreiber – und die Awo wollte ihre Küchenkapazität erweitern. Das passt.“ Er sei sehr froh, dass die Awo zum Semesterstart zur Verfügung stand. „Andernfalls hätten wir Essen aus unserer Kaiserslauterer Mensa, wo täglich 4000 Menschen verköstigt werden, hierher fahren müssen.“ Ende des Jahres hatte der bisherige Mensa-Betreiber DSG-Catering aus Kaiserslautern den Vertrag mit dem Studierendenwerk für den Standort Pirmasens gekündigt, seit Mitte Februar war die Mensa mit 80 Sitzplätzen geschlossen. Dekan Ludwig Peetz hofft, dass die Mensa, die in der Marie-Curie-Straße in einem hübschen Glasbau beherbergt ist, künftig besser angenommen wird als bisher. Er wünscht sich verlässliche Öffnungszeiten – und dass die neuen Betreiber auf die Essenswünsche der jungen Leute eingehen. „Wenn es Schnitzel mit Pommes gibt, kommen die Studenten“, so Peetz, der weiß, dass die Studis auch mal gerne einen „Nachschlag“ nehmen. Zwischen den Zeilen ist zu hören, dass man zuletzt mit dem alten Betreiber nicht mehr ganz glücklich war. Zumal freitags die Küche kalt geblieben war, zumindest in den vergangenen Monaten. Peetz zeigte aber auch Verständnis: „Wir haben hier nur 700 Studenten, viele stammen aus der Region und essen Zuhause.“ Hochschul-Kanzler Rudolf Becker erinnerte daran, dass man es auf dem Campus schon mit einigen privaten Betreibern probiert hat. „Weil die Mensa nur mit Studenten nicht wirtschaftlich zu führen ist, gab es immer die Idee, die umliegenden Institute wie das PFI und das ISC sowie Firmen mit zu versorgen.“ Diese Idee habe sich aber immer als nicht tragfähig erwiesen. „Umso mehr hoffen wir, dass das Verhältnis mit der Awo auf Dauer angelegt ist.“ Wichtig sei, dass durchgehend geöffnet ist. „Die Leute brauchen Verlässlichkeit“, so Becker. Broeckmann kündigte an, täglich frisch zu kochen, mit Zutaten von regionalen Erzeugern. „Wir machen sogar die Soßen selbst.“ Die Küche der Awo am Berliner Ringe sei zu klein geworden, auf der Husterhöhe gehe sein Unternehmen davon aus, günstiger kochen zu können, weil die Küche moderner sei und mit Gas statt mit Strom betrieben werde. Die Hochschule habe zudem in einen neuen Pizzaofen und ein neues Kühlhaus investiert, sagte Kanzler Becker, der die Atmosphäre in der Mensa lobte. Überhaupt sei der Campus vom Ambiente her der Schönste der drei Hochschulstandorte. Auf Nachfrage erklärte Broeckmann, es gebe für die Essen-auf-Räder-Kunden andere Gerichte als für Studenten. „Wenn das Essen auf Rädern rausgeht, beginnen wir erst mit den Studentenessen.“ Aktuell arbeite er in der Mensa mit sieben Mitarbeitern. „Das muss sich alles einspielen, wir wollen aber auf jeden Fall auf Wünsche der Studenten eingehen.“ Das habe Priorität. Wenn das Mittagessen laufe, wolle er über ein Frühstück oder am Nachmittag ein Cafeteria-Angebot nachdenken. „Das muss gewollt sein.“ (cla)