Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Auftakt der Waldfischbacher Kultursaison ein Broadway-Musical

Er kommt wieder: Ray Wilson war bereits im Oktober vergangenen Jahres in Waldfischbach zu Gast.
Er kommt wieder: Ray Wilson war bereits im Oktober vergangenen Jahres in Waldfischbach zu Gast. Foto: Hanelt

Waldfischbach-Burgalben setzt bei seinem Kulturprogramm wieder auf die enge Zusammenarbeit mit dem Showservice International von Frank Serr aus Rieschweiler, der auch diese Musical-Premiere nach Waldfischbach-Burgalben bringt. „Es ist eine win-win-Situation“, sagt der für das Kulturprogramm verantwortliche Erste Beigeordnete Roland Schumm.

Serrs Truppe hat im Bürgerhaus perfekte Probemöglichkeiten, im Gegenzug bekommen Musical-Fans die Möglichkeit, eine hochkarätige Produktion zuerst zu sehen und das, „zu einem sehr guten Preis“, verdeutlicht Schumm, dass es sogar eine „win-win-win-Situation“ ist.

Chaplin – das Musical“ erzählt die Geschichte des weltberühmten Komikers Charlie Chaplin, der aus ärmlichen Verhältnissen in England stammend, eine Weltkarriere als Komiker und Filmemacher machte. „Der Tramp“ ist die Rolle des Mannes mit Schnurrbart, Melone und viel zu großen Schuhen. Unvergessen sein „Tanz mit der Weltkugel“ als Hitler im Film „Der Diktator“. In seinen (Stumm)Filmen setzte sich Chaplin unterhaltsam und kritisch mit dem Weltgeschehen auseinander („Modern Times“). Chaplins Arbeitsleben – der Komiker ist ein Gründer des Hollywood-Studios United Artists – und sein Privatleben werden auf unterhaltsame Art näher betrachtet. Das Musical wird am 5. Februar noch einmal Station im Bürgerhaus machen.

Zwei Veranstaltungen für Kinder

Im November kommen die Kinder im Bürgerhaus auf ihre Kosten. „Es ist uns ein großes Anliegen, schon den kleinsten Besuchern die Welt des Theaters näherzubringen“, sagt Schumm. Zwei Mal sind die jungen Theaterfreunde die wichtigste Zielgruppe. Am 17. November schaut „Der gestiefelte Kater – neu vertont“ im Bürgerhaus vorbei. Ein Pop-Abenteuer mit viel Spaß, guter Musik und einer wendungsreichen Geschichte wartet auf die jungen Fans. Die dürfen sich auch schon mal den 14. März vormerken. Seit 20 Jahren ist auf deutschen Theaterbühnen „Ritter Rost und das Gespenst“ erfolgreich unterwegs. Jubiläum wird in Waldfischbach-Burgalben gefeiert. Die dortige Theaterbühne wird zur Eisernen Burg und mutige Ritter treten bei einem Turnier gegeneinander an.

Alle Jahre wieder Gospels

Zu den Dauerbrennern mit großer Fan-Gemeinde gehören „The Original USA Gospel Singers & Band“. Auch in dieser Vorweihnachtszeit dürfen sich Gospelfans auf die Stippvisite der Musiker freuen, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert auf Tournee sind, den Menschen die Gospelkultur näher bringen. Auch dies ist übrigens eine Produktion von Frank Serr.

Am 6. Dezember verlässt das Kulturprogramm für einen Abend das Bürgerhaus und wird auf die Straße verlegt. Zwischen dem Alten Rathaus und der Protestantischen Kirche ist Nikolaus-Rock angesagt. Geplant ist der Auftritt von zwei Bands. Fest gebucht ist die in der Region beheimatete Gruppe „Black Valley“, die bereits Nikolaus-Rock-Erfahrung mitbringt.

Statt Neujahrskonzert ein Weihnachtskonzert

Musikalisch ein Hochgenuss, beim Publikum aber kein Erfolg, waren die Neujahrskonzerte mit dem Johann-Strauß-Orchester Kurpfalz. „Ich bedauere das sehr“, bekennt Schumm. Auch für die erstklassigen Musiker sei es keine schöne Erfahrung, „wenn man am Tag zuvor noch in Semper-Oper vor vollem Haus auftritt und gefeiert wird und dann am nächsten Tag in einem nur schwach gefüllten Bürgerhaus spielt“, bedauert Schumm. Deshalb schlägt die Gemeinde einen neuen Weg ein: „Wir präsentieren in diesem Jahr ein Weihnachtskonzert“, erläutert Schumm. Zum ersten Weihnachtskonzert wurden gute Bekannte eingeladen, die zuletzt mit einem südländischen Open-Air das Kulturprogramm bereichert hatten: Das Sinfonische Orchester der Moosalbtaler Blasmusik. Am 21. Dezember wird sie im Bürgerhaus weihnachtliche Klänge – von klassisch bis modern – zu Gehör bringen.

Ganz weit oben auf der Wunschliste der Fans steht ein Programmpunkt, verrät Schumm: „Der Watzmann ruft“. Das Kultmusical von Wolfgang Ambros/Manfred Tauchen/Josi Prokopetz in der Aufführung der Rustikal-Freunde aus dem Blieskasteler Raum begeisterte die Fans im Bürgerhaus. „Immer wieder kam die Frage, wann kommen sie wieder“, erzählt Schumm. Sie kommen wieder. Am 15. Februar wird die Frage „Auffi oder nit auffi“ wieder gestellt, wird die Gailtalerin den Männern den Kopf verdrehen und garantiert wieder begeistert mitgesungen.

Genauso begeistert war das, naturgemäß etwas anders strukturierte Publikum im Bürgerhaus, als „DieDo“, das Homburger Frauen-Kabarett, die Welt und die menschlichen Beziehungen kritisch, aber immer mit Augenzwinkern unter die Lupe nahmen. „Das Bürgerhaus war restlos ausverkauft“, erinnert sich Schumm. Wer es beim letzten Mal verpasst hat, hat am Weltfrauentag, am 8. März, die Chance mit „DieDo“ durch deren Programm „Von Zeit zu Zeit“ zu reisen.

Ein Wiedersehen mit Ray Wilson

Die Musik von „Genesis“ hat deren ehemaliger Frontmann Ray Wilson im Gepäck, wenn er am 13. März zum zweiten Mal in seinem Musikerleben, das ihn rund um die Welt führte, in Waldfischbach-Burgalben Station macht. „Er hat sich hier bei uns sehr wohl gefühlt“, sagt Schumm. Deshalb kommt Wilson zur Freude der Fans wieder. Beim ersten Auftritt stand eine reduziertere akustische Interpretation der „Genesis“-Stücke auf dem Programm. Dieses Mal kommt Wilson mit größerer Besetzung.

Schiefe Zähne, blaue Kutte, verwaschener Cord-Hut und immer wird dumm gebabbelt. Fans wissen längst wer kommt: der Begge Peder. Der hessische Comedian Peter Beck in seiner Paraderolle als der „hess(l)ichste Hausmeister der Welt“. Mit seinem neuen Programm „Kommer nitt so“, gastiert er im Bürgerhaus und sieht die Sache ganz pragmatisch: „Wer kimmt kimmt, wer nitt kimmt lässt’s halt bleiwe“. Noch Fragen? Wenn ja, die beantwortet der Begge Peder am 24. April.

Für Schumm ein Höhepunkt im Kulturprogramm ist am 9, Mai der Auftritt des Chawwerusch Theaters. Mit ihrem Stück „König Blutwurst I.“ gastierten die Südpfälzer schon wiederholt auf den Bühnen der Westpfalz – und nun auch in Waldfischbach. „König Blutwurst I.“ ist ein Stück, dessen Inhalt brandaktuell ist, findet Schumm. Es geht um Despoten, ihren Umgang mit Macht, um das Verhalten des Volkes. „Das Stück erfordert Aufmerksamkeit, aber es belohnt den Zuschauer mit vielen Erkenntnissen“, steht für Schumm fest. Die bissige Satire provoziert und unterhält.

Marcel Adam kommt wieder

Zum Schluss der Spielzeit schaut ein lieb gewonnener französischer Ami, also Freund vorbei: Marcel Adam. Der lothringische Chansonnier war in Waldfischbach längere Zeit nicht zu Gast. „Aber er hat hier viele Fans, die sich gewünscht haben, dass er mal wieder kommt“, sagt Schumm. Dieser Wunsch wird am 23. Mai erfüllt.

Infos

Weitere Infos zum Kulturprogramm und zu den Tickets gibt es im Internet unter www.buergehaus-schuhfabrik.de. Karten sind erhältlich unter anderem bei www.reservix.de, über die Ticket-Hotline 0180-6700733, im Pirmasenser Reisebüro Satter, in Waldfischbach-Burgalben bei Maik Wagner (Hauptstraße 80) oder in der Zentralbücherei der Verbandsgemeinde.

„Chaplin – Das Musical“ nahm seinen Anfang 2006 beim New York Musical Theatre Festival, feierte 2012 am Broadway Premiere und ko
»Chaplin – Das Musical« nahm seinen Anfang 2006 beim New York Musical Theatre Festival, feierte 2012 am Broadway Premiere und kommt nun in einer neuen Inszenierung ins Waldfischbacher Bürgerhaus. Foto: Jef Kratochvil/frei
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